BASF trotz höherer Prognose im roten Bereich, ASML kann sich der schlechten Stimmung nicht entziehen, SAP bleibt wenig gefragt und bei Evotec purzeln Kurse sowie Kursziele
Selbst gute Zahlen helfen den Anlegern derzeit über wachsende Sorgen nicht hinweg
Die Bullen waren am Mittwoch weiter auf dem Rückzug und weitere Abschläge auf breitet Front ließen sich nicht verhindern. Der Dax segelte wieder unter die Marke von 25.000 Punkten, wenn auch denkbar knapp. Hier und dort gab es zwar positive Nachrichten zu vernehmen, insbesondere mit Blick auf Quartalszahlen. Im Mittelpunkt standen aber der anhaltende Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran.
Eben diese Entwicklung dürfte maßgeblich dafür verantwortlich sein, dass eigentlich erfreuliche vorläufige Zahlen von BASF (DE000BASF111) komplett untergingen. Der Chemiekonzern berichtete über ein erfreulich angenehmes zweites Quartal und wird nun für das Gesamtjahr mutiger. Statt bisher 6,2 bis 7 Milliarden Euro wird beim Ebitda eine Spanne von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Selbst im ungünstigsten Fall würde man also am oberen Ende der vorherigen Prognose landen.
Allerdings schränkte BASF die optimistische Aussicht auch ein wenig ein und verwies auf eine hohe Unsicherheit im zweiten Halbjahr. Viel hänge von den weiteren Entwicklungen im Nahost-Konflikt ab, wo die Zeichen momentan eher auf Eskalation stehen. Steigende Ölpreise verunsicherten die Anteilseigner letztlich und die BASF-Aktie gab um drei Prozent bis auf 47,94 Euro nach.
ASML letztlich doch im roten Bereich
Etwas größer geworden sind zuletzt die Zweifel am KI-Boom. Bei ASML (NL0010273215) lief es im zurückliegenden Quartal allerdings noch blendend, wie die jüngsten Zahlen belegten. Die eigenen Erwartungen konnten deutlich übertroffen werden und die Jahresziele streben weiter in Richtung Norden. Angepeilt wird nun ein Umsatz von 43 bis 45 Milliarden Euro statt der zuvor prognostizierten 36 bis 40 Milliarden Euro. Das Unternehmen ließ wissen, dass die Kunden die Expansion von Kapazitäten aktuell weiter beschleunigen würden.
Zumindest zeitweise half das der ASML-Aktie in höhere Gefilde. Im frühen Handel konnte der Kurs sich bis auf knapp 1.660 Euro steigern, dieses Niveau aber nicht lange halten. Am Nachmittag schlug die allgemein schwache Stimmung zu und es ging auf 1.550,40 Euro zurück. Letztlich musste ein kleiner Tagesverlust von 0,4 Prozent verkraftet werden. Das zeigt besonders eindrucksvoll, dass im aktuellen Marktumfeld selbst gute Zahlen noch kein Garant für die nächste Rallye sind.
SAP ohne neue Signale
Bei SAP (DE0007164600) herrscht wenige Tage vor den nächsten Zahlen aktuell noch Funkstille, doch Gutes scheinen die Anleger sich kaum zu erhoffen. Die angeschlagene Stimmung hinterlässt auch hier Stimmung, zumal der US-Konkurrent Oracle kürzlich für eine saftige Enttäuschung sorgte. Die Börsianer orientieren sich noch mehr als zuvor auf Aktien der Hardware-Hersteller und lassen das Software-Segment links liegen.
In der Folge macht die Aktie von SAP es sich im Kurskeller recht bequem. Gestern gab es zwar minimale Zugewinne zu sehen, welche den Kurs aber lediglich auf 136,98 Euro anheben konnten. Dort angekommen bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 130,62 Euro sehr überschaubar und die Verluste seit Jahresbeginn in Höhe von 32 Prozent sind nicht zu übersehen. Es lässt sich wohl nur hoffen, dass in der kommenden Woche positive Signale ausgesendet werden können.
Evotec verliert weiter an Rückhalt
Bereits für einen veritablen Schock sorgte Evotec (DE0005664809) mit einer Gewinnwarnung, woraufhin der Aktienkurs auf Tauchstation ging. Nun verlieren nicht nur die Anleger, sondern auch die Analysten die Zuversicht. TD Cowen aktualisiert die Einschätzung von „Buy“ auf „Hold“ und reduziert das Kursziel von vier auf noch zwei Euro. Eine Umsatzwende scheint sich nach Ansicht der Experten momentan nicht abzuzeichnen, auch wenn einzelne Bereiche von Evotec noch Lichtblicke erkennen lassen.
Die Skepsis der Analysten sorgte für eine Fortsetzung des Ausverkaufs und die Evotec-Aktie knickte gestern um weitere 6,5 Prozent auf 3,51 Euro ein. Auf 5-Tages-Sicht summieren die Abschläge sich nun bereits auf fast 29 Prozent. Nicht einmal Schnäppchenjäger scheinen sich angesichts der schwachen fundamentalen Entwicklung noch auf den Title einlassen zu wollen.
Katerstimmung
Die Börsianer gingen mit hohen Erwartungen in die neue Berichtssaison, werden nun aber in gleich mehrfacher Hinsicht enttäuscht. Zum einen gab es zuletzt diverse Gewinnwarnungen zu verkraften. Zum anderen stellt die Lage im Persischen Golf selbst positive Ausblicke ein wenig in Frage. Risiken scheinen da nur die Wenigsten eingehen zu wollen und sollte es nicht bald Zeichen der Besserung geben, könnte die Korrektur sich im ungünstigsten Fall verselbständigen.
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16.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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