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Apple, Bitcoin, BYD, Bank of America – Berkshire Hathaway präsentiert herausragendes Quartalsergebnis und äußert sich zu den Märkten

Warren Buffett und Charles Munger beantworten Fragen und beziehen Stellung

 

An diesem Wochenende sollte eigentlich die bekannte Hauptversammlung von Berkshire Hathaway (US0846707026) in Omaha stattfinden. Doch aufgrund der Corona – Pandemie wurde diese ins Internet verschoben. So konnten die über 10.000 Anleger erneut nicht mit der Investorenlegende Warren Buffett und seinem langjährigen Weggefährten Charles Munger interagieren, sondern mussten sich mit einer Bildschirmübertragung begnügen. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters von 97 Jahren wollte sich Munger die Reisestrapazen nicht antun und Buffett reiste zu ihm nach Los Angeles. Im Laufe der Veranstaltung wurden die Quartalszahlen präsentiert und Buffett und Munger beantworteten zahlreiche Frage von Investoren und Aktionären.

Die Investment – Holding Berkshire Hathaway umfasst mittlerweile mehr als 90 Unternehmen und zahlreiche milliardenschwere Aktienpakete. Im 1. Quartal 2021 wurde ein Gesamtumsatz von 64,6 Milliarden US – Dollar erwirtschaftet. Dies war etwas mehr als im Vorfeld von Analysten prognostiziert. Das EBIT stieg um fast 20 % auf 7,8 Milliarden US – Dollar. Damit konnte Buffett den Vergleichsindex S&P500 wieder einmal deutlich schlagen. Berkshire Hathaway profitierte in Q1 vor allem durch die Erholung und Wiederbelebung der Wirtschaft in den USA und durch die starke Entwicklung der Value – Titel.

Auch wenn Berkshire Hathaway im ersten Quartal 6,6 Milliarden Dollar aufgewendet hat, um Aktienrückkäufe zu finanzieren, stiegen die verfügbaren Barmittel um 5 % auf 145,5 Milliarden Dollar an. Trotz der hohen Barbestände versprach Buffett keine größere Beteiligung oder gar Übernahmen in den nächsten Monaten. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass sich viele Unternehmensbewertungen völlig von den akzeptablen Fundamentaldaten entkoppelten haben. Als Value – Investor würde Buffett mit einem jetzigen Investment gegen seine eigene Strategie wetten. Außerdem ist das jetzige Portfolio völlig ausreichend, um den Markt in den nächsten Quartalen übertreffen zu können. So notieren sowohl die A – Aktien (US0846701086) als auch die B - Aktien (US0846707026), die die A -Aktien in einem Verhältnis von circa 1: 1500 abbilden, auf einem neuen Allzeithoch und konnten beide intra – year um mehr als 15 % zulegen.

 

 

Die Marktkapitalisierung von Berkshire Hathaway beträgt zur Zeit 524 Milliarden Euro. Das Aktienportfolio umfasst ein Investitionsvermögen von 256 Milliarden Euro. Die größte Position ist immer noch Apple (US0378331005). Auch wenn Buffett die Position im letzten Quartal wieder etwas verkleinert hatte, sorgten Kursgewinne dafür, dass die Investitionssumme weiterhin etwa 100 Milliarden US - Dollar beträgt. Auch die Position des Finanzdienstleisters Wells Fargo (US9497461015) wurde von 10 % im Jahr 2018 auf mittlerweile circa 1,3 % reduziert. Der Top – Wert in Berkshires Portfolio war im ersten Quartal die amerikanische Großbank Bank of America (US0605051046), die auf einen Kursgewinn von über 30 % kommt. Der große Verlierer des ersten Quartals 2021 war der chinesische Elektronikhersteller BYD (CNE1000000296) mit einem Kursverlust von 24 %. Allerdings hält Berkshire diese Position bereits seit 2008, weshalb dieser kleine Verlust bei der starken Performance des Titels in den letzten Jahren verschmerzbar sein dürfte.

Am Ende der Veranstaltung äußerte Buffett sich erneut zu der Thematik Bitcoin, für die er immer wieder kritisiert wird und den er vor 3 Jahren als „Rattengift hoch 2“ tituliert hatte. Trotz der starken Kurssteigerung scheint sich seine Meinung zum Bitcoin – Hype nicht geändert zu haben. So antwortete er auf die Frage, ob er seine Meinung zu Kryptowährungen geändert hätte: „Natürlich hasse ich den Bitcoin – Erfolg. Ich kann eine Währung, die für Kidnapper und Erpresser so nützlich ist, nicht begrüßen. Die ganze Entwicklung ist abscheulich.“ Mit einem Investment in Kryptowährungen von Berkshire Hathaway ist also innerhalb der aktiven Zeit von Buffett nicht zu rechnen.

Auch gegenüber dem online – Broker Robinhood sparten Munger und Buffett nicht an Kritik. Der Broker sei ein wichtiger Aspekt der Kasino – Mentalität, die den Aktienmarkt im letzten Jahr so geprägt hat. Dabei würden viele Anleger das investieren mit Glücksspiel verwechseln und so viel Geld verlieren.

Man kann Buffett kritisieren und einige mögen ihn auch als zu risikoscheu halten, seine Investmentstrategie gar als antiquiert betiteln, doch der Erfolg spricht für Buffett. Das er nicht jeden Hype mitmacht und eine starke Meinung vertritt, die er auch nicht aus purem Opportunismus ändert, macht ihn aus meiner Sicht nur noch sympathischer und steigert seine Authentizität. Auch wenn Buffett in einigen Investments und Beurteilungen vielleicht Irren mag, sollte man sich den Leitspruch „errare humanum est“ (Irren ist menschlich) ins Gedächtnis rufen und von Irrtümern sind auch Legenden wie Warren Buffett und Charles Munger nicht befreit.

 

02.05.2021 - Felix Eisenhauer - fe@ntg24.de

 









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