ASML hebt (erneut) Jahresprognose an, Richemont überraschend stark und PayPal wird zum Gejagten - BÖRSE TO GO
ASML hat zum zweiten Mal die Jahresprognose angehoben - Umsatz hat hohes Momentum
ASML hebt die Jahresprognose an. Zum zweiten Mal in diesem Jahr und dieses Mal deutlich stärker als von der Börse erwartet. Überraschend starke Zahlen von Richemont. Der Schmuck- und Uhrenhersteller hat im 2. Quartal deutlich besser als erwartet abgeschnitten. PayPal wird zum Gejagten. Der Erzrivale Stripe und die Private Equity Gesellschaft Advent International haben ein 53 Mrd. US-Dollar schweres Übernahmeangebot veröffentlicht.
Der Aktienhandel in Asien entwickelt sich am Mittwoch überwiegend positiv. Die chinesischen Onshore-Indizes sind noch indifferent, aber der Nikkei 225 Index konnte sich um 1,49 % auf 68.755,00 Punkte und der KOSPI um 6,24 % auf 7.284,41 Punkte verbessern. Der Terminmarkt bleibt dennoch skeptisch. Vor Börseneröffnung in Europa wird der DAX-Future (September) -0,44 % tiefer bei 25.152,00 Punkten gehandelt.
Frankfurt erlebte am Dienstag einen gemischten Handelstag. Der DAX konnte sich marginal um 0,13 % auf 25.147,03 Punkte verbessern, und der MDAX war mit einem Anstieg um 0,37 % auf 32.100,91 Punkte bereits der Tagesgewinner. Heraus stachen im Mid Cap Index die Aktien von Salzgitter (DE0006202005), die um 7,10 % auf 55,05 Euro sprangen, nachdem Jefferies eine Kaufempfehlung gegeben hatte. Der SDAX und TecDAX gaben hingegen um -0,58 % bzw. -0,59 % ab, wobei die Aktien von Eckert & Ziegler (DE0005659700) in beiden Fällen zu den größten Verlierern zählten, mit einem Schlusskurs von 14,43 Euro (-3,09 %).
Die Wall Street folgte hingegen ihrem alten Trend. Nach den Juni Inflationszahlen, die deutlich besser als befürchtet ausfielen, konnten sich in New York alle Benchmarks verbessern. Allen voran der Nasdaq 100 Index kletterte um 1,10 % auf 29.586,29 Punkte. Die Liste der Gewinner wurde dabei von CrowdStrike (US22788C1053) angeführt, die nach dem Aktiensplit um 12,14 % auf 210,73 US-Dollar sprangen. Der S&P 500 Index verbesserte sich um 0,38 % auf 7.543,59 Punkte und der Dow Jones Industrial Average Index schoss nahezu unverändert bei 52.508,27 Punkten (+0,02 %). Der Blue Chip Index wurde vor allem von den Verlusten bei IBM (US4592001014) zurückgehalten, die mit einem Abschlag um -25,21 % auf 217,07 US-Dollar den größten Tagesverlust seit mindestens 1968 erlitten hatten, nachdem man eine umfassende Warnung für das 2. Quartal veröffentlicht hatte.
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ASML hebt Jahresprognose an
ASML (NL0010273215) erfreut mit starken Zahlen. Die Börse hatte mit einer Erhöhung der Jahresprognose gerechnet, ist aber am Mittwochmorgen positiv über das Ausmaß der zweiten Erhöhung in diesem Jahr überrascht. Konkret sieht der Zulieferer der Halbleiterbranche für 2026 nun eine Umsatzspanne von 43 Mrd. Euro bis 45 Mrd. Euro. Die alte Prognose des Managements lag deutlich tiefer bei einer Spanne von 36 Mrd. Euro bis 40 Mrd. Euro. Die neue Prognose basiert auch auf dem guten Abschneiden des Maschinenbauers im 2. Quartal, in dem man den Umsatz um 21 % auf 9,33 Mrd. Euro (Konsens: 8,85 Mrd. Euro) steigern konnte. Der Gewinn konnte überdurchschnittlich stark um 27 % auf 2,92 Mrd. Euro verbessert werden. Ebenso erfreulich war der kurzfristige Ausblick. Die Prognose für das laufende 3. Quartal lautet auf 11,00 Mrd. Euro bis 12,00 Mrd. Euro, statt der von der Börse erwarteten 10,27 Mrd. Euro. ASML beteiligt auch seine Aktionäre am Erfolg. Am 05. August wird man eine Zwischendividende in Höhe von 1,88 Euro je Aktie ausschütten. Schon im 2. Quartal kaufte man eigene Aktien im Wert von 1,1 Mrd. Euro zurück.
Starke Zahlen von Richemont
Im 2. Quartal konnte die Schweizer Richemont (CH0210483332) ausgesprochen stark abschneiden. Der Umsatz stieg in den Monaten April bis Juni um 17 % (währungsbereinigt: +20 %) im Jahresvergleich auf 6,33 Mrd. Euro, während die Börse sich nur auf ein Wachstum auf 5,9 Mrd. Euro eingestellt hatte. Obendrein überraschte man sehr positiv damit, dass man in allen Regionen weltweit wachsen konnte. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen zeigt Richemont insbesondere in Asien keinerlei Schwäche. Schaut man sich die Sparten an, dann stach erneut der Markenschmuck mit einem Wachstum von 21 % (währungsbereinigt: +24 %) heraus. Da es gleichzeitig die größte Sparte mit einem Quartalsumsatz von zuletzt 4,73 Mrd. Euro ist, hat das Wachstum erheblichen Einfluss auf das gesamte Unternehmen.
PayPal: Feindliches Übernahmeangebot
In der Nacht hat PayPal (US70450Y1038) ein feindliches Übernahmeangebot bekommen. Der (private) Konkurrent Stripe und die Private Equity Gesellschaft Advent International haben nach Börsenschluss in New York ein Übernahmeangebot für die gesamte Gesellschaft vorgelegt. Man bietet den Aktionären von PayPal 60,50 US-Dollar je Aktie, was 28 % über dem Schlusskurs liegt. Das Angebot entspricht einem Gegenwert von rund 53 Mrd. US-Dollar. Beide Bieter würden PayPal gemeinschaftlich zu gleichen Teilen besitzen, wenn das Angebot angenommen würde. Ganz überraschend kommt das Angebot nicht. Schon im Februar gab es Gerüchte, dass Stripe ein Übernahmeangebot für PayPal vorbereitet. PayPal, die Ende der 90er Jahre gegründet wurde und lange eine dominierende Macht bei Online-Bezahlungen war, leidet insbesondere seit dem Eintritt von Apple (US0378331005) und Alphabet (US02079K1079) in den Markt. Zuletzt hatte PayPal geplant, die Belegschaft in den kommenden Jahren um 20 % zu reduzieren, um die Kosten zu senken.
Tagestermine
Das Wirtschaftswachstum in China ist im 2. Quartal geringer als erwartet ausgefallen. Die Ökonomen hatten mit einem deutlichen Rückgang von 5,0 % auf 4,5 % gerechnet, doch die Wirtschaftsleistung expandierte nur um 4,3 %. Die offizielle Zielspanne des Politbüros liegt bei 4,5 % bis 5,0 % Wachstum in diesem Jahr.
Gleichzeitig meldete man für den Monat Juni einen leichten Rückgang der Arbeitslosenquote von 5,1 % auf 5,0 % und einen deutlichen Anstieg der Industrieproduktion im Jahresvergleich von 4,5 % auf 5,3 %.
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15.07.2026 - Mikey Fritz

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