Volkswagen stabilisiert sich, SAP enttäuscht nicht (mehr) und Intel mit Umsatzsprung - BÖRSE TO GO
Volkswagen zieht die Reißleine in der Produktion und stabilisiert den Umsatz
Volkswagen stabilisiert sich. Der Umsatz wuchs leicht im 2. Quartal, aber in der Produktion hat man die Reißleine gezogen. SAP enttäuscht nicht (mehr). Die Zahlen für das 2. Quartal signalisieren ein stabiles Geschäft, womit die ursprüngliche Warnung von Klein ad acta gelegt werden kann. Das operative Geschäft bestätigt das Comeback der Intel-Aktien. Der Umsatz wuchs im 2. Quartal so stark wie seit 15 Jahren nicht mehr.
Kein Happy Ende in Asien. Am letzten Handelstag der Woche tauchen im asiatischen Aktienhandel alle Benchmarks ab und weisen vor Handelsende deutliche Verluste aus. Am härtesten trifft es den KOSPI, der zeitweise mehr als -5,85 % fällt. Auch der Nikkei 225 Index steht vor Handelsende mehr als -3 % im Minus und der Hang Seng Index notiert zeitweise mehr als -1,5 % im Minus. Der Terminmarkt stabilisiert sich etwas. Der DAX-Future (September) wird vor Handelsbeginn in Europa 0,12 % höher bei 24.822,50 Punkten gehandelt.
Die Börse Frankfurt sah am Donnerstag noch rot. Alle deutschen Benchmarks gaben deutlich ab, wobei der TecDAX erneut die Liste der Verlierer anführte. Es ging um -2,33 % auf 3.701,45 Punkte in den Keller, wobei die Aktien von TeamViewer (DE000A2YN900) am deutlichsten verloren mit einem Abschlag von -3,53 % auf 5,46 Euro. Nicht einmal die AI-Kooperation mit ServiceNow (US81762P1021) konnte den Aktien helfen. Auch der SDAX erwischte es. Der Small Cap Index sank um -1,66 % auf 18.098,62 Punkte. Der DAX folgte dicht auf mit einem Tagesverlust von -1,56 % auf 24.763,12 Punkte. Der MDAX bildete das Schlusslicht und sank um -0,96 % auf 24.763,12 Punkte.
Das gleiche Bild in New York. Auch dort gerieten die Technologietitel am stärksten unter Druck. Der Nasdaq 100 Index sank um -1,87 % auf 28.454,81 Punkte, und es waren die Aktien von Tesla (US88160R1014), die mit einem Tagesverlust von -14,52 % auf 319,69 US-Dollar die Liste der Verlierer anführten. Die Ankündigung, dass man so schnell und so viel investieren wird, wie man kann, kam an der Wall Street nicht gut an. Auch der S&P 500 Index verlor deutlich und schloss -1,21 % tiefer bei 7.408,30 Punkten, ebenso wie der Dow Jones Industrial Average Index, der bei 51.711,65 Punkten (-0,97 %) aus dem Handel ging.
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Volkswagen stabilisiert sich
Einen Boden im operativen Geschäft hat man in Wolfsburg noch nicht gefunden. Aber immerhin konnte Volkswagen (DE0007664039) im 2. Quartal seinen Umsatzrückgang stoppen. Man legte am Freitagmorgen einen Gesamtumsatz von 82,44 Mrd. Euro vor, was 2 % über dem Vorjahresniveau liegt. Auf das gesamte Halbjahr betrachtet, ergab sich eine Stagnation bei 158,1 Mrd. Euro. Das gilt allerdings weder für den Absatz noch für die Produktion. Ersterer fiel um -9,7 % auf 2,04 Millionen Fahrzeuge. Eine Beschleunigung der Kontraktion im Vergleich zum 1. Quartal. Volkswagen reagierte darauf mit einer drastischen Produktionseinschränkung. Insgesamt wurden im Juni-Quartal 2,0 Millionen Fahrzeuge produziert, was ein Rückgang um ganze -13,4 % im Jahresvergleich ist. Ein so hoher Einbruch wiederum signalisiert, dass man eine lange Zeit brauchen wird, um wieder Traktion und neues Wachstum zu bekommen. Der Rückzug kostet zudem viel Geld. Das operative Ergebnis schrumpfte im 2. Quartal um -9,5 % auf 3,47 Mrd. Euro und nach Steuern ergab sich für die Aktionäre ein Einbruch um ein Drittel auf nur noch 1,54 Mrd. Euro.
SAP enttäuschte nicht (mehr)
Die Börse hatte sich bei SAP (DE0007164600) bereits auf ein durchwachsenes Quartal eingestellt. Die Aktien haben seit Jahresbeginn bereits mehr als -38 % an Wert verloren. Entsprechend tief lag die Latte nach Börsenschluss. Für das alles entscheidende Cloud-Geschäft präsentierte SAP einen Umsatz von 6,28 Mrd. Euro, was 22 % über dem Vorjahresniveau liegt. Auf einer währungsbereinigten Basis erreichte man ein Wachstum von 24 %, was den Konsens der Analysten traf. Der Gesamtumsatz stieg um 9 % auf 9,88 Mrd. Euro („bereinigt“: +11 %) und der „bereinigte“ Gewinn um 5 % auf 1,83 Mrd. Euro bzw. 1,59 Euro je Aktie. Die Erwartung lag hier im Vorfeld bei 1,76 Euro. Die Jahresprognose für den „bereinigten“ Gewinn reduzierte man aufgrund der Akquisitionen von Dremio und Prior Labs um mehr als 100 Mio. Euro auf 11,8 Mrd. Euro bis 12,2 Mrd. Euro. Den Cloud-Umsatz sieht man 2026 auf „bereinigter“ Basis bei 25,8 Mrd. Euro bis 26,2 Mrd. Euro, was einem Wachstum von 23 % bis 25 % entsprechen würde. Die möglichen negativen Effekte aus dem Iran-Krieg, die der Vorstandsvorsitzende Klein am Anfang des Jahres angekündigt hatte, haben sich jedoch nicht realisiert, was die Börse erleichtert.
Umsatzsprung bei Intel
Das Comeback von Intel (US4581401001) beginnt sich (endlich) auch in den Zahlen zu bestätigen. Der Umsatz stieg im 2. Quartal um 25 % im Jahresvergleich auf 16,1 Mrd. US-Dollar. Das größte Umsatzwachstum in den letzten 15 Jahren. Wobei Intel mit Chipverkäufen 15,1 Mrd. US-Dollar erzielte, während die Wall Street hier nur einen Erlös von 13,6 Mrd. US-Dollar erwartet hatte. Das hohe Umsatzniveau soll auch kein Ausreißer sein. Für das laufende Quartal gab das Management eine Umsatzprognose von 15,8 bis 16,8 Mrd. US-Dollar und kündigte im selben Atemzug an, dass man die geplanten Investitionen im laufenden Geschäftsjahr um 11 % von 18 Mrd. US-Dollar auf 20 Mrd. US-Dollar erhöhen wird. Das Ergebnis war jedoch tiefrot mit einem Quartalsverlust von -11 Mrd. US-Dollar bzw. -2,16 US-Dollar je Aktie. Verluste, die im Wesentlichen aus dem Bewertungsergebnis stammen. Auf „bereinigter“ Basis erreichte Intel einen Gewinn von 2,2 Mrd. US-Dollar. Die Anleger reagierten positiv auf die Zahlen von Intel und den neuen Ausblick. Im nachbörslichen Handel stiegen die Notierungen um mehr als 4 %.
Tagestermine
Um 09:30 Uhr erwarten wir die vorläufigen deutschen Einkaufsmanagerindizes für den Monat Juli. Der Gesamtindex wird weiterhin marginal in der Kontraktion erwartet und soll sich leicht von 49,4 auf 49,8 Punkte verbessert haben. Dazu sollen sowohl der Dienstleistungssektor (48,6 auf 49,0 Punkte) als auch das verarbeitende Gewerbe (50,3 auf 50,4) beigetragen haben.
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24.07.2026 - Mikey Fritz

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