Trotz guter Ergebnisse bei T-Mobile sind die Anleger der Deutschen Telekom etwas ernüchtert und die Aktie gibt wieder merklich nach
Das Zugpferd der Deutschen Telekom schwächelt im Detail
Seit Jahren schon hängt die Aktie der Deutschen Telekom schwer an der US-Tochter T-Mobile. Das ist nachvollziehbar, da signifikantes Wachstum nahezu ausschließlich jenseits des Atlantiks erzielt werden konnte. Im zweiten Quartal enttäuschte T-Mobile an sich nicht, hinterließ im Detail aber doch manches Fragezeichen und die Märkte reagierten letztlich mit tiefroten Vorzeichen.
Auf den ersten Blick gibt es bei den Quartalsergebnissen von T-Mobile nichts zu meckern, was als eine gute Entwicklung für die Deutsche Telekom (DE0005557508) zu verstehen ist. 277.000 neue Vertragskunden konnten begrüßt werden, womit das Wachstum allerdings verglichen mit früheren Zeiten etwas nachgelassen hat. Die Umsätze verbesserten sich um 7,9 Prozent auf 22,8 Milliarden US-Dollar. An dieser Stelle machte sich bemerkbar, dass Kunden vermehrt in höhere Tarife mit entsprechend größeren Margen gelockt werden konnten.
Als problematisch wird allerdings angesehen, dass zu diesem Zweck eine recht aggressive Taktik mit teils großzügigen Subventionen für Hardware gefahren wird. Genau das wird eher nicht dabei helfen, die Kosten zu senken. Genau an dieser Stelle schwächelte T-Mobile letztlich etwas. Die höheren Umsätze kamen beim Reingewinn schlicht nicht an. Die Aktie reagierte letztlich mit Verlusten, was auch die Deutsche Telekom zu spüren bekam. Die T-Aktie fiel am Donnerstag um etwas mehr als vier Prozent auf 26,13 Euro zurück. Die erst kürzlich begonnene Erholung erhält schon wieder einen unschönen Knick.
Deutsche Telekom: T-Mobile wird mutiger
Auf der Habenseite bleibt noch ein um 11,7 Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar gestiegenes Ebitda und eine Erhöhung der Prognose für den freien Cashflow. Letzterer soll in diesem Jahr zwischen 18,4 und 18,8 Milliarden Dollar liegen, was manchen Analysten positiv überrascht haben dürfte. Den Anlegern wird zudem ein Schmankerl in Form von höheren Budgets für Kapitalrückflüsse in Aussicht gestellt. Doch auch das konnte die Käufer letzten Endes leider nicht fröhlich stimmen.
Die Deutsche Telekom selbst trägt wenig dazu bei, die Stimmung aufzuhellen. Denn hierzulande laufen die Geschäfte eher schleppend. Die Aktionäre sehen es auch eher skeptisch, dass Anteile bei T-Mobile ausgebaut werden sollen. Aufgrund der enormen Bedeutung der Tochter ist das zwar im Grundsatz nachvollziehbar. Es besteht aber die nicht ganz unbegründete Sorge, dass ein zu forsches Vorgehen letztlich die T-Aktie spürbar verwässern könnte.
Abseits davon erlebte die Deutsche Telekom einen Rückschlag in Sachen Glasfaser. Die Bundesnetzagentur hat beschlossen, dass die Telekom ihre Leerrohre und Masten in Zukunft der Konkurrenz zur Verfügung stellen muss. Entsprechende vertragliche Bedingungen wurden für die nächsten fünf Jahre festgelegt. Das Unternehmen wehrte sich genau dagegen in der Vergangenheit vehement und sieht in dem Vorgehen einen Eingriff in das eigene Netzeigentum. Doch aller Widerstand sollte nicht helfen. Man wird sich auf eine stärkere Konkurrenz einstellen müssen.
Abzüge in der B-Note
Es bleibt unter dem Strich ein eher gemischter Eindruck. Grundsätzlich ist der Wachstumskurs bei T-Mobile noch sehr lebendig. Doch das Tempo ist von ehemaligen Rekorden ein gutes Stück entfernt und die deutsche Konzernmutter hat noch mit anderen Baustellen zu kämpfen. Das hält den Aktienkurs zuverlässig in den unteren Etagen fest. Der Schlusskurs von gestern bei 26,13 Euro war vom 52-Wochen-Tief bei 23,53 Euro nicht allzu weit entfernt.
Für Schnäppchenjäger könnte sich daraus glatt eine Gelegenheit ergeben. Allerdings nicht ohne hohe Risiken. So der Wachstumstrend sich fortsetzt und die Telekom auch auf dem Heimatmarkt wieder in die Spur findet, wäre das Aufwärtspotenzial höher denn je. Zudem gilt die T-Aktie noch immer ein Stück weit als Dividendenperle, was im aktuellen makroökonomischen Umfeld keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Die jüngsten Ereignisse haben aber gezeigt, wie hoch die Erwartungshaltung der Anleger noch immer ist. Selbst kleine Enttäuschungen können dem Kurs schwer zusetzen, was eher für einen Verbleib auf der Seitenlinie spricht.
Deutsche Telekom AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Deutsche Telekom AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Telekom AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Deutsche Telekom AG - hier weiterlesen...
24.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






07.08.2026
05.08.2026
26.07.2026
01.07.2026