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Novo Nordisk mit höherer Prognose, juristische Sorgen bei Amazon, Hugo Boss weiter auf Schrumpfkurs und AMS Osram macht Fortschritte

Trotz gemischter Gefühle sind die Bullen nicht kleinzukriegen

NTG24 - Novo Nordisk mit höherer Prognose, juristische Sorgen bei Amazon, Hugo Boss weiter auf Schrumpfkurs und AMS Osram macht Fortschritte

 

An den Börsen wurden am gestrigen Dienstag einmal mehr neue Rekorde geschrieben. Gänzlich ungetrübt war die Stimmung allerdings nicht. Unsicherheiten über den weiteren Verlauf des Iran-Konflikts bleiben bestehen und darüber hinaus gab es bei neuen Quartalsberichten ein eher gemischtes Bild zu sehen. Immerhin überzeugten Palantir und weitere Vertreter der Tech-Branche, was den US-Börsen enormen Aufwind brachte.

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In Europa stand derweil der Pharmakonzern Novo Nordisk (DK0062498333) auf der Gewinnerseite. Gute Ergebnisse trösteten ein wenig über zuletzt enttäuschende Studiendaten hinweg und der Aktienkurs legte wieder um 1,8 Prozent bis auf 41,14 Euro zu. Berichtet wurde über einen Betriebsgewinn in Höhe von umgerechnet 4,5 Milliarden Euro und ein Wachstum von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Erwartungen der Märkte konnten damit deutlich übertroffen werden.

 

 

 

Allerdings hat Novo Nordisk den Gewinn um Abschreibungen in Höhe von umgerechnet 840 Millionen Euro bereinigt und es hat sich nichts am harten Konkurrenzkampf mit Eli Lilly bei Abnehmpräparaten geändert. Wohl auch deshalb fielen die Kursgewinne letztlich eher überschaubar aus. Es reicht aber noch, um die im Frühjahr gestartete Erholung am Leben zu erhalten.

 

Amazon unter Druck

 

Bereits Ende vergangener Woche überzeugte Amazon (US0231351067) mit Zahlen und die Aktie nahm Reißaus in Richtung Norden. Am Dienstag fiel die Stimmung wieder verhaltener aus. Es ging um 2,3 Prozent auf immer noch ansehnliche 277,42 US-Dollar in die Tiefe, obschon die Stimmung im Segment eigentlich sehr positiv ausfiel. Amazon hat aber das eine oder andere Päckchen zu tragen.

Zum einen musste ein Rückschlag beim Verbot des KI-Dienstes Perplexity auf der eigenen Plattform hingenommen werden, zum anderen sieht sich Amazon einer Klage des US-Bundestaates New Jersey gegenüber. Letzterer wirft dem Online-Giganten vor, seine Marktmacht zu missbrauchen und damit Lieferfahrern sowie Logistikpartnern schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne aufzuzwängen. Zudem verstoße das Unternehmen gegen Gesetze mit Einstellungspraktiken und einer gewerkschaftsfeindlichen Strategie.

 

Hugo Boss ohne Ausbruch

 

Belastend für Amazon dürfte abseits davon noch immer eine maue Konsumstimmung sein. Eben jene machte sich auch bei den Ergebnissen von Hugo Boss (DE000A1PHFF7) bemerkbar. Im zweiten Quartal gingen die Umsätze hier um rund zehn Prozent auf noch 905 Millionen Euro zurück. Das Ebit sank sogar um 28 Prozent auf noch 59 Millionen Euro. Das Nettoergebnis fiel ähnlich stark ab und landete bei 33 Millionen Euro.

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Beruhigt werden konnten die Anleger letztlich mit einem Festhalten an der Jahresprognose. Hugo Boss befindet sich momentan in einem großangelegten Umbau und hat es zudem mit Übernahmeambitionen des Großaktionäre Frasers zu tun. Noch rund eine Woche lang läuft ein entsprechendes Angebot, welches der Vorstand für zu niedrig hält. Ein Beweis dafür, dass es wieder zurück in den Wachstumsmodus gehen kann, steht momentan allerdings noch aus.

 

AMS Osram mausert sich

 

Steigende Umsätze konnte hingegen AMS Osram (AT0000A3EPA4) im vergangenen Quartal verzeichnen. Auch hier läuft noch ein Umbau, der aber bereits erste Erfolge mit sich zu bringen scheint. Der Sensoren- und Halbleiterkonzern konnte seine Einnahmen von 775 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum auf nun 805 Millionen Euro verbessern. Der operative Gewinn entwickelte sich zwar rückläufig, womit im Vorfeld aber schon gerechnet wurde. Dank starker Geschäfte in den Bereichen Halbleiter und Automotive konnten die Erwartungen der Analysten übertroffen werden.

Auch die Anleger waren zufrieden und die AMS Osram-Aktie legte am Dienstag um respektable 3,4 Prozent bis auf 17,21 Schweizer Franken zu. Auch wenn der Titel in den letzten Wochen etwas unter Druck stand, so scheint sich doch eine positive Tendenz zu verfestigen. Im Jahresvergleich ging es um rund 66 Prozent in Richtung Norden und bei 15 Franken hat sich eine recht verlässliche Unterstützung gebildet. Es bleibt aber dennoch weiterhin viel zu tun.

 

Das Prinzip Hoffnung

 

Sowohl in der Geopolitik als auch bei den Wachstumsaussichten von Einzeltiteln spielen momentan Hoffnungen eine besonders große Rolle. Steigende Kurse sind nicht (nur) das Produkt starker Quartalsergebnisse. Das Vertrauen auf neues Wachstum in der Zukunft spielt eine noch größere Rolle. Kann ein Unternehmen dafür unter den eigenen Anlegern sorgen, so gehen die Kurse auch in schwierigen Zeiten schon mal in die aus Anlegersicht richtige Richtung. Das ist nachvollziehbar, da an der Börse letztlich stets und immer in die Zukunft investiert wird, sodass vergangene Erfolge und Rückschläge nur eine untergeordnete Rolle spielen.

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05.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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