S&P stuft Oracle noch weiter herab und auch der Aktienkurs bewegt sich kontinuierlich in Richtung Süden
Das Schuldenproblem von Oracle wird immer größer
Der Software-Gigant Oracle möchte den KI-Boom nicht verschlafen, sondern an vorderster Front mitspielen. Zu eben diesem Zweck nimmt der Konzern viel Geld in die Hand und es gab Zeiten, da wurde dies von den Börsen positiv bewertet. Mittlerweile weht jedoch ein vollkommen anderer Wind.
Analysten blicken immer skeptischer auf Oracle (US68389X1054) und auch bei den Ratingagenturen hat es sich mit dem Optimismus längst erledigt. Bereits im vergangenen Jahr gab es von S&P einen negativen Ausblick mit Verweis auf die enormen Ausgaben im KI-Bereich. Darauf folgt nun eine Herabstufung auf BBB-. Oracle landet damit auf der untersten Stufe im Investment-Grade-Bereich.
Weniger hübsch formuliert ließe sich auch sagen, dass Oracle nun nur noch eine Stufe über Ramsch-Niveau eingeordnet wird. Die Risiken steigen in den Augen der Experten, welche einmal mehr auf massive Investitionen verweisen. Im laufenden Geschäftsjahr sollen es 90 bis 95 Milliarden US-Dollar werden. S&P erwartet dadurch bedingt, dass der freie Cashflow auf knapp 42 Milliarden Dollar ins Minus gedrückt wird.
Oracle bastelt sich einen Schuldenberg
Weiter steigende Kosten für Hardware könnten die Problematik noch verschärfen. Schultern muss Oracle das Ganze wohl mit einer Mischung aus Eigen- und Fremdkapital. Es entsteht ein wachsender Schuldenberg und das inmitten eines Klimas, bei dem die Märkte wieder steigende Zinsen fürchten. Doch das ist nicht das einzige potenzielle Problem von Oracle. S&P blickt auch skeptisch auf die große Abhängigkeit von OpenAI.
Ein Großteil des derzeit vertraglich zugesagten Leistungsvolumens von Oracle entfällt auf den ChatGPT-Konzern. Letzterer hat selbst mit einem veritablen Ausgabenproblem zu kämpfen. Würde OpenAI in Zahlungsnot geraten, könnte Oracle mit langfristigen Rechenzentrumsverträgen dastehen, die sich nicht einfach kündigen ließen. S&P sieht in OpenAI daher ein zentrales Kreditrisiko und Oracle letztlich in einer Abhängigkeit davon, dass der KI-Boom immer weitergehen wird. Danach sah es in den letzten Tagen jedoch nur noch bedingt aus.
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15.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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