SMAG floppt zum Börsengang, Rheinmetall trotz neuer Aufträge leichter, SpaceX sinkt in Richtung Ausgabepreis und SAP erhält Rückendeckung trotz sinkender Kursziele
Die Optimisten scheinen in der neuen Woche in der Unterzahl zu bleiben
Zum großen Crash kam es am gestrigen Montag zwar nicht. Die Stimmung an den Märkten war jedoch merklich angeschlagen und große Kurssprünge waren die klare Ausnahme. Es gibt aktuell auch genügend Gründe, um sich Sorgen zu machen. Sei es um die neuerlichen Eskalationen am Persischen Golf, dadurch bedingt steigende Ölpreise oder den Blick auf anstehende Inflationsdaten, welche Zinssorgen zurückbringen könnten.
Vermutlich war es ein denkbar schlechtes Timing für einen Börsengang. Die Aktie von SMAG (DE000A42FR12) spürte zudem sehr deutlich, dass der Hype im Rüstungssegment längst zum Erliegen gekommen ist. Der Ausgabepreis von 46 Euro wurde in Windeseile unterboten und der erste Kurs lag bei ernüchternden 35 Euro. Dabei war der Emissionspreis bereits ganz am unteren Ende der angepeilten Spanne von 46 bis 54 Euro angelegt.
Die SMAG-Aktie konnte auch Schnäppchenjäger nicht von sich überzeugen. Der Kurs segelte im weiteren Tagesverlauf weiter abwärts und landete zu Handelsschluss bei geradezu deprimierenden 26,70 Euro. Es ist nun schon die dritte Börsengang in Deutschland aus dem Rüstungssegment, der nicht für Begeisterung sorgen konnte. Gabler und Vincorion notierten zuletzt zwar immerhin knapp über den Ausgabepreisen, konnten aber nicht einmal ansatzweise den Eindruck eines Aufwärtstrends aufkommen lassen.
Rheinmetall im roten Bereich
Rheinmetall (DE0007030009) ist an der Börse längst ein alter Hase, kann jedoch aktuell ebenfalls nicht mit einer besonders prickelnden Performance überzeugen. Zwar angelt der Konzern sich regelmäßig neue Aufträge und meldete gestern erst einen über 15 Jahre laufenden Großauftrag aus Großbritannien. Das hinterlässt an der Börse aber schon seit Längerem keinen Eindruck mehr.
Der Blick auf den Aktienkurs lässt vermuten, dass solche Neuigkeiten nicht über das hinausgehen, was an den Märkten bereits als eingepreist angesehen wurde. In einem schwachen Marktumfeld und einem angeschlagenen Sektor gab die Rheinmetall-Aktie am Montag um 1,3 Prozent auf 979,20 Euro nach. Der Verlust der 1.000-Euro-Marke schmerzt zusätzlich und sorgt für Verkaufsdruck aus psychologischer sowie charttechnischer Richtung. Fundamental läuft es nach wie vor gut, doch das allein scheint für einen nachhaltigen Aufwärtstrend schlicht nicht auszureichen.
SpaceX verliert an Boden
Auch bunte Fantasien sind wohl nicht mehr genug, um Aktienkurse unkontrolliert in die Höhe zu befördern. Das zeigt sich besonders deutlich bei der Aktie von SpaceX (US84615Q1031). Im Juni startete jene ungleich erfolgreicher als SMAG, wovon aber nur noch eher wenig übriggeblieben ist. Höchststände jenseits der 200-Dollar-Marke sind in weite Ferne gerückt und es ging gestern steil in Richtung Ausgabepreis von 135 US-Dollar zurück.
Ganz angekommen ist die SpaceX-Aktie dort noch nicht; zu Handelsschluss standen am Montag 139,14 Dollar auf dem Ticker. Es würde aber schon ein weiterer Handelstag mit Verlusten von über vier Prozent ausreichen, um neue Tiefstände zu realisieren. Nachbörslich rutschte der Titel auch schon weiter in Richtung Süden. Auf die schier grenzenlose Euphorie folgt Katerstimmung und die ungewisse Frage, wie genau SpaceX seine noch immer extrem hohe Bewertung in Zukunft eigentlich rechtfertigen soll.
SAP wieder höher
Die Aktie von SAP (DE0007164600) ist schon seit Längerem angeschlagen und daran hat sich auch nichts geändert. Zu Wochenbeginn fiel der Titel aber positiv mit Zugewinnen von 2,3 Prozent auf, was den Kurs immerhin auf 140,72 Euro befördern könnte. Der Titel scheint immer beliebter bei Schnäppchenjägern zu werden, welche den Ausverkauf der vergangenen Monate für dezent übertrieben halten. Rückendeckung gabt es nun auch von den Analysten der Schweizer Großbank UBS.
Das Kursziel wurde dort zwar deutlich von 205 auf 164 Euro reduziert, liegt damit aber noch ein gutes Stück über den letzten Schlusskursen. Dementsprechend gibt es auch weiterhin eine klare Kaufempfehlung. Euphorisch klingt die dazugehörige Studie allerdings nicht unbedingt. Die Börsenprofis sprechen davon, dass die Komplexität des Softwarekonzerns gleichermaßen ein Vorteil als auch eine Herausforderung bei der Umsetzung der KI-Strategie sei.
Bärenzeit
Trotz des einen oder anderen Ausreißers sitzen momentan die Bären am längeren Hebel, und die Lage könnte sich noch weiter zuspitzen. Das wird nun von weiteren Konjunkturdaten sowie den ersten Signalen aus der anlaufenden Berichtssaison abhängen. Klassischerweise geben sich zuerst die US-Banken die Ehre, woraus die Märkte mit Sicherheit weitreichende Schlüsse ziehen werden. Ob daraus positive oder negative Signale entstehen mögen, das lässt sich wohl oder übel nur abwarten.
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14.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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