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Super Micro Computer berichtet über weiteres Wachstum, Novo Nordisk zieht vor Gericht, Eli Lilly zeigt sich unbeeindruckt und Novartis schlägt sich besser als erwartet

Die Käufer scheinen sich wieder aus der Deckung zu trauen

NTG24 - Super Micro Computer berichtet über weiteres Wachstum, Novo Nordisk zieht vor Gericht, Eli Lilly zeigt sich unbeeindruckt und Novartis schlägt sich besser als erwartet

 

An der Ausgangslage an der Börse hat sich zuletzt nicht viel geändert. Noch immer eskaliert der Konflikt im Nahen Osten und US-Präsident Donald Trump drohte zuletzt laut Medienberichten mit Angriff auf Atomanlagen im Iran. Der Ölpreis verharrt auf hohem Niveau und niemand weiß genau, wie es weitergehen mag. Dennoch gelang es den Bullen, am Dienstag eine kleine Erholung auf die Beine zu stellen.

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Besonders deutlich fielen die Zugewinne im Chip-Segment aus, wo es in den letzten Tagen noch Zweifel an den hohen Bewertungen gab. Die Korrekturen verstehen einige Marktakteure nun aber offenbar als Einstiegschance. Futter dafür lieferte Super Micro Computer (US86800U3023) in Form von vorläufigen Zahlen. Im vierten Geschäftsquartal seien Aufträge mit einem Volumen von mehr als 60 Milliarden US-Dollar eingegangen. Die bereinigte Bruttomarge soll bei 15 bis 17 Prozent statt der zuvor in Aussicht gestellten 8,2 bis 8,4 Prozent liegen.

 

 

 

Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach KI-Hardware weiter nicht nachlässt. Darüber hinaus scheint auch die Speicherkrise Super Micro nicht aus dem Tritt zu bringen. Die hohen Margen weisen darauf hin, dass die höheren Kosten bequem an die Kundschaft weitergereicht werden können. Unter den Anlegern machte sich große Erleichterung breit. Nachdem die Super Micro Computer-Aktie gestern im regulären Handel bereits um sieben Prozent zulegen konnte, ging es nachbörslich nochmal um rund 18 Prozent in Richtung Norden.

 

Novo Nordisk klagt gegen Irreführung

 

Deutlich zurückhaltender verhielten sich die Anleger bei der Aktie von Novo Nordisk (DK0062498333), welche am Dienstag um 1,3 Prozent auf 43,42 Euro abwertete. Schon seit einer Weile macht den Dänen die immer stärkere Konkurrenz zu schaffen. Insbesondere Eli Lilly aus den USA hat im lukrativen Geschäft mit Abnehmmedikamenten Marktanteile im großen Stil erobert. Allerdings scheint der Mitbewerber bei der Werbung ein wenig über die Stränge zu schlagen.

Zu diesem Schluss kommt zumindest Novo Nordisk und klagt nun wegen irreführender Werbung gegen Eli Lilly. Im Raum steht der Vorwurf, dass der Konkurrent bei Werbung für Zepbound und Mounjaro die höchsten zugelassenen Dosierungen mit niedrigeren Dosen von Wegovy und Ozempic verglichen hätte. In den Anzeigen ist die Rede von einem Gewichtsverlust von 22,7 Kilogramm gegenüber 15 Kilogramm bei den Novo-Nordisk-Medikamenten. Der dänische Hersteller argumentiert, dass bei Höchstdosen der Abstand sehr viel dünner ausfallen würde.

 

Eli Lilly: Ganz entspannt?

 

Für Eli Lilly (US5324571083) könnte es also ungemütlich werden, was die Aktionäre aber nicht einmal ansatzweise in Panik zu versetzen scheint. Die Aktie reagierte auf die Klage nicht weiter und legte am Dienstag sogar um 2,5 Prozent zu. Das Unternehmen selbst äußerte sich zu den Vorwürfen bisher nicht. Die Anleger scheinen derweil das Risiko als gering einzuschätzen, und das nicht einmal ohne Grund.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinSelbst wenn die Richter der Argumentation von Novo Nordisk folgen sollten, wäre es für Eli Lilly kein Weltuntergang. Denn wie die Dänen selbst argumentieren, wurden die entsprechenden Anzeigen bereits über 700 Millionen Mal ausgespielt. Das Image, dass Eli Lilly deutlich wirksamere Abnehmpräparate zu bieten hat, dürfte sich damit gefestigt haben.

 

Novartis schlägt sich wacker

 

Gegenwind verspürte auch der Schweizer Pharmakonzern Novartis (CH0012005267) in der jüngeren Vergangenheit. Generikahersteller belasteten das Geschäft mit dem Herzmittel Entresto, allerdings wohl weniger stark als befürchtet. Zudem konnten Rückgänge an dieser Stelle im zurückliegenden Quartal mit starken Geschäften bei Krebsmedikamenten kompensiert werden. Das Unternehmen berichtete über ein operatives Kernergebnis in Höhe von 5,94 Milliarden Dollar, was ziemlich genau auf dem Niveau des Vorjahres liegt.

Übertreffen konnte Novartis damit die Erwartungen der Analysten, welches sich auf lediglich 5,3 Milliarden Dollar eingestellt hatten. Novartis bekräftigt dank der erfreulichen Entwicklung die Prognose für das Gesamtjahr, welche immerhin beim Umsatz ein kleines Wachstum voraussieht. Die Anteilseigner reagierten erleichtert und ließen die Novartis-Aktie gestern um knapp zwei Prozent auf 125,54 Schweizer Franken ansteigen.

 

Nicht zu stoppen?

 

Insgesamt bleiben die Märkte ein wenig angeschlagen, doch die Bullen wollen sich nicht einfach die Butter vom Brot nehmen lassen. Auch ohne ein großes Signal der Erleichterung gab es gestern auf breiter Front Erholungen zu sehen und der nach wie vor intakte KI-Boom gibt den Käufern Rückendeckung. Gleichwohl bleibt die Lage extrem dynamisch und kann sich jeden Tag in eine vollkommen neue Richtung entwickeln. Zeit zum Ausruhen bleibt da weiterhin nicht.

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22.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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