Kommt jetzt die nächste Rallye-Phase bei den Bank-Aktien?
Hohe Erwartungen an JPMorgan und BAC - Citigroup ist der Joker
Die Berichtssaison für das 2. Quartal beginnt am Dienstag traditionell mit den US-Grossbanken. Und die Erwartungen sind ausgesprochen hoch, aber nicht übertrieben. Das Umfeld in den USA ist so stark, dass wir realistisch mit hohem Wachstum bei Ertrag und Gewinn rechnen können.
Die tiefe Delle vom März hat JPMorgan Chase (US46625H1005) inzwischen wieder mehr als ausgeglichen. Vor dem Quartalsbericht, den wir am Dienstag erwarten, haben die Bullen die Aktien sogar nach oben ausbrechen lassen und neue Rekordkurse setzen lassen. Nicht ganz unberechtigt, denn eine starke Jahresperformance haben die Aktien nicht gezeigt. Seit Jahresbeginn lediglich ein kleines Plus von knapp über 4 % und knapp 18 % im Jahresvergleich.
Das wird mit einer Gewinnerwartung von 17 % Wachstum im Jahresvergleich für das 2. Quartal untermauert. Der „bereinigte“ Gewinn je Aktie wird bei 5,80 US-Dollar und mehr erwartet, was im Vergleich zu den 4,96 US-Dollar vom Vorjahresquartal steht. Das signalisiert eine deutliche Margenausweitung, denn beim Ertrag wird „nur“ mit einem Wachstum von mehr als 14 % auf 51,3 Mrd. US-Dollar gerechnet. JPMorgan Chase strebt damit an, die 200 Mrd. US-Dollar pro Jahr zu knacken. Wichtig: Die Prognose für das laufende 3. Quartal muss mehr als 50 Mrd. US-Dollar Ertrag signalisieren, sonst bleibt die Rallye „stecken“.
JPMorgan profitiert von vielen positiven Strömungen gleichzeitig. Die grössten Katalysatoren für den Kurs sind, dass die Inflation sich im 2. Quartal weit weniger stark als befürchtet entwickelt hat, das Wirtschaftswachstum weiter hoch ist und vor allem die Kapitalmassnahmen bei den Unternehmen boomen, was Sondererträge in die Kassen spült. Der durch AI ausgelöste Capex-Boom führt zu einer Sonderkonjunktur bei den Kreditbanken, wovon JPMorgan Chase ein grosses Stück vom Kuchen abbekommen sollte. Im operativen Geschäft steht unverändert der Nettozinsertrag im Mittelpunkt. Dank des hohen Zinsniveaus, der steilen Zinsstrukturkurve und der ungebrochen hohen Kreditnachfrage wird mit einem Nettozinsertrag von mindestens 25,6 Mrd. US-Dollar gerechnet.
Kommt jetzt die nächste Rallye-Phase bei den Bank-Aktien?
Die Bank of America (US0605051046) ist sehr zinssensitiv. Dank des positiven Umfeldes für Kreditbanken hatte das Management bereits die Prognose für 2026 auf ein Wachstum des Nettozinsertrages von 6 % bis 8 % angehoben. Das ist realistisch und machbar, insbesondere nachdem der neue Fed Chair Warsh einen sehr ruhigen und professionellen Kurs eingeschlagen hat, was die Zinsmärkte beruhigte. Schafft es die Bank, das positive Momentum im Zinsgeschäft mit einer strikten Kostenkontrolle zu kombinieren, kann es am Dienstag zu einer sehr deutlichen positiven Überraschung kommen. Eingepreist ist allerdings bereits ein („bereinigter“) Gewinnsprung im Jahresvergleich um 26 % auf 1,12 US-Dollar je Aktie. Der Ertrag wird bei 30,8 Mrd. US-Dollar erwartet, was 16 % über dem Vorjahresniveau liegen würde und damit sogar noch schneller als der Ertrag von JPMorgan Chase gewachsen wäre.
Die Citigroup (US1729674242) ist der Joker in diesem Trio. Die international ausgerichtete Grossbank war nach der grossen Finanzkrise lange wie paralysiert. Dank Jane Fraser, die die Citigroup radikal und mit harter Hand umgebaut hat, konnte man inzwischen wieder auf einen grünen Zweig kommen und beginnt, mit den anderen US-Konkurrenten mitzuhalten. Das spiegelt sich auch in der Bewertung wider, die erstmals wieder das Niveau von vor 2008 wiedererreicht hat. Die Aktien der Citigroup haben zudem die Konkurrenten in diesem Jahr deutlich outperformt. Seit Jahresbeginn ein Zuwachs von mehr als 18 % und im Jahresvergleich von mehr als 61 %. Das muss man selbstverständlich am Dienstag auch mit harten Fakten unterlegen. Erwartet wird ein Ertrag von knapp 24 Mrd. US-Dollar (+9,5 %) und ein „bereinigtes“ Gewinnwachstum von 33 % auf 2,71 US-Dollar je Aktie.
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14.07.2026 - Mikey Fritz

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