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Logitech: Ergebnissprung wiederholbar?

Strukturwandel durch Corona-Krise

 

Eines der weltweit als vermeintlicher massiver Profiteur der Corona-Pandemie am stärksten beachteten und beurteilten Technologieunternehmen ist momentan ohne Frage der weltführende Schweizer Hersteller von Computer-Equipment aller Art, LOGITECH S.A. (CH0025751329)

Daher hat sich unser Erstinvestment in die Aktie seit Start unseres Themendepots ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN per Schlusskurs 30.04. (Aktienperformance: + 16,1 %), wie auch die zusätzliche Aufnahme in unser Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV per Eröffnungskurs 11.05. (Aktienperformance: + 8,9 %) in Erwartung einer sehr guten Quartalszahlen-Vorlage am 12.05. auch bereits sehr gut ausgezahlt. 

Nur ist uns dennoch vollkommen bewusst, dass bereits jetzt wie auch künftig für die weiteren Perspektiven der Aktie entscheidend danach zu differenzieren ist, ob es sich durch die aktuelle Corona-Pandemie und die hiermit vor allem einhergehende momentane Dominanz von Home Office-Tätigkeiten nur um eine kurzfristige Notsituation oder etwa doch um die Etablierung eines nachhaltig verstärkten Arbeits- und Kommunikationstrends handeln wird. 

Vor allem auch diese, sehr entscheidende Frage zur weiteren Strategie- und Bewertungseinstufung der Logitech-Aktie wollen wir im Rahmen der nachstehenden Analyse behandeln. 

 

Chart:  LOGITECH gegen MSCI WORLD – Index (jeweils in Euro) 

 

Chart: Logitech vs. MSCI World Euro - Index

 

Geschäftsprofil und Ergebnishistorie bis Ende 2018/2019 (per 31.03.) 

 

Die 1981 gegründete schweizerische LOGITECH S.A. mit Finanzverwaltungssitz in Lausanne sowie getrennter operativer Geschäftszentrale im US-Bundesstaat Kalifornien nimmt, ausgestattet mit einer aktuellen Aktienmarktkapitalisierung von rd. 9,3 Mrd. CHF, mittlerweile eine absolute Weltmarktführungsposition in der Herstellung von markenübergreifend anwendbarem Computer-Equipment aller Art, und zwar gleichermaßen für PCs, Notebooks und auch modernste Tablets ein. 

Die Produkte des Konzerns beinhalten vor allem Mäuse, Tastaturen, Computerkameras und -Headsets, Fernbedienungen sowie anderes Computer- und elektronische Spielezubehör.  

Per Ende März 2020 gliederten sich die Produktumsätze des Konzerns wie folgt auf: Gaming-Mäuse und -Steuerungsgeräte (Joysticks) 23 %, PC-Tastaturen ohne und mit Maus-Integration (Combos) 19 %, PC-Navigation (vor allem Mäuse und integrierte Touchpads/Trackballs) 18 %, Videokonferenz-Systeme 12 %, Kopfhörer und Headsets 9 %, mobile Lautsprecher 7 %, Tablet-Zubehör (z.B. Tablet-Combos, Taschen, Steuerungs- und Markierungsstifte) 5 %; PC-Kameras 5 %; Funkfernsteuerungen (Smart Home) 2 %. 

Gerade im Bereich von elektronischen Computernavigationen über Mäuse (umfasst Aktivitäten der 3 erstgenannten Sparten) dominiert Logitech den Weltmarkt mit einem Marktanteil von rd. 60% am gesamten Weltmarktumsatz von ca. 2,4 Mrd. USD hochgradig. Darüber hinaus wird jedoch ebenfalls Platz 1 der Weltrangliste für markenübergreifend kombinierbare PC-/Notebook-/Tablet-Tastaturen (Weltmarktanteil rd. 11 %, direkt vor Microsoft) sowie Platz 2 in Videokonferenzsystemen (Weltmarktanteil knapp 10 %, hinter Cisco Systems) eingenommen. 

Ihre gesamten Peripheriegeräte bietet Logitech dabei teilweise noch immer kabelgebunden, jedoch mittlerweile überwiegend kabellos mittels Funk- oder Blutooth-Übertragung an. 

Das weltweite Vertriebsnetz des Unternehmens umfasst Spezialhändler von Unterhaltungselektronik, Einzelhändler, Massenanbieter, Computer- und Telekommunikationsgeschäfte, Wiederverkäufer und Online-Händler. Die globale Marktpräsenz von Logitech, bei der ebenso klar marktführende Nr. 1-Positionen in den USA sowie Australien, aber auch diversen weiteren europäischen Märkten eingenommen werden, gliedert sich momentan umsatzseitig wie folgt auf: USA 36 %, Deutschland 18 %, Asien-Pazifik-Region (excl. China) 16 %, China 10 %, Europa excl. Deutschland und Schweiz / Afrika / Mittlerer Osten 10 %, Pan-Amerika excl. USA 7 %, Schweiz 3 %. 

Durch seine exzellenten und stets sehr marktnah gesteuerten Produkt- und Weltmarktexpansionsstrategien gelang es Logitech historisch von Ende März 2014 – Ende März 2019, ihr Konzernergebnis mit einer beeindruckenden Beständigkeit auszubauen, und zwar den Konzernumsatz um 41 % auf 2,76 Mrd. CHF, während der Nettogewinn unter dem Strich zeitgleich sogar um 274 % auf 255,1 Mio. CHF explodierte. Auf diese Weise stellte sich Ende März 2019 auch eine exzellente Brutto-Marge von 36,7 % (= Umsatzrendite nach operativen Personal-, Forschungs-/Entwicklungs- und Vertriebskosten) ein, deren Maximierung Logitech als vorrangiges Ziel ihrer Margenpolitik verfolgt. 

 

Jahresergebnis 2019/20 (per 31.03.) und Geschäftsausblick 2020/21 

 

Das am 12.05. vorgelegte Konzernergebnis zum 4. Quartal wie auch Gesamtjahr 2019/20 (per 31.03.) übertraf einmal mehr alle Analystenschätzungen deutlich. 

So wurde der Umsatz im Gesamtjahr um 7 % auf 2,98 Mrd. USD (= offizielle Konzernberichtswährung seit Verlegung der operativen Geschäftszentrale in die USA) gesteigert, während der Betriebsgewinn gleichzeitig überproportional sogar um 10 % ausgeweitet wurde. Der Reingewinn des gewöhnlichen Geschäfts stieg gegenüber dem Vorjahr jedoch aufgrund erhöhter Zins- und Steuerbelastungen wiederum nur um 7 %. Hinsichtlich der als Profitabilitätsziel stark verfolgten Bruttomarge gelang dem Konzern in 2019/20 ein beeindruckender Sprung von 36,7 % auf 37,7 %, so dass man damit auch hier der längerfristig angepeilten Zielmarke von 40 % auf einen Schlag ein gutes Stück näher gekommen ist. 

Weit überdurchschnittlich fiel im Rahmen der Jahresergebnis-Präsentation dabei gerade das Ergebnis des abgelaufenen 4. Quartal 2019/20 aus, welches nach offener Anerkennung durch die Konzernleitung jedoch bereits spürbar durch den Ausbruch der Corona-Pandemie sowie den damit verbundenen Übergang zu Arbeitstätigkeiten aus eingerichteten Heimarbeitsplätzen (Home Offices) heraus begünstigt wurde. 

So stieg allein im 4. Quartal 2019/20 der Umsatz gegenüber dem Vorjahr immerhin um 14 % auf 709 Mio. USD und übertraf die gültige Analystenkonsensschätzung damit gleich um 47 Mio. USD. Der operative Betriebsgewinn konnte sogar um 23 % gesteigert werden, während der Reingewinn des gewöhnlichen Geschäfts gegenüber dem Vorjahr um 11 % kletterte. 

Wie der Konzernvorstand einräumte, spülte die Ausbreitung der Corona-Pandemie dabei bereits im zurückliegenden Quartal deutliche Zusatzerträge in die Kassen des Konzerns, indem im 4. Quartal – mit zusätzlicher Steigerung auch der Profitabilitätsmargen - die Umsätze der von Home Office-Einrichtungen besonders begünstigten Geschäftssegmente “Videokonferenzsysteme” (Umsatz +60 %) und “PC-Kameras” (Umsatz +32 %) stark nach oben katapultiert wurden. Ein anhaltend robustes Umsatzwachstum von + 36 % verzeichnete auch ungebrochen die Sparte “Tablet-Ausrüstungen”, was ebenfalls der mittlerweile immer mehr in den Vordergrund rückenden, aktuell modernsten Nutzungsform in der Art eines “mobilen PC to Go” zuzuschreiben war. 

Dagegen wurden durch die Ausbreitung des Coronavirus und auch hiermit einhergehende Geschäftsschließungen im 4. Quartal vor allem Segmente des reinen Privatkomforts, wie Funkfernsteuerungen (Umsatzeinbruch um - 28 %) und mobile Lautsprecher (Umsatz - 7 %) im Vorjahresvergleich deutlich belastet. Diese Bereiche waren in der Corona-Pandemie nicht nur von nachrangigster Nachfragerelevanz, sondern werden mittlerweile auch generell durch das zunehmende Aufkommen sog. “smarter” vollintegrierter Unterhaltungsgeräte ersetzt, die ihre Einstellungen je nach einem extern definierten Programmmuster entweder vollkommen eigenständig oder auf Stimmenzuruf über elektronische Transmitter (z.B. Echo-Dot “Alexa” von Amazon) steuern. Allerdings nahmen diese 2 Divisionen im 4. Quartal nur noch einen Anteil von insgesamt 4 % am gesamten Konzernumsatz ein, so dass davon auszugehen ist, dass diese beiden Einheiten für die künftige Konzernentwicklung zunehmend bedeutungslos sein werden.                                                                         

Nach Überzeugung des Konzernvorstands, zuletzt sehr erfolgreich geleitet durch seinen US-amerikanischen CEO Bracken Darrell, hat die Corona-Pandemie also zurückliegend bereits seit Jahren aufgekommene (Online-)Kommunikationstrends nur nochmals generell verstärkt und beschleunigt. In unserer Auffassung ist diese “kryptische” und von CEO Darrell in keiner Weise konkretisierte Aussage jedoch stark interpretations- und analysebedürftig, da hinter jeder Verstärkung und Beschleunigung ja schließlich auch per se jederzeit wieder das Risiko einer künftigen Wiederrückgängigmachung liegen kann, je nachdem wie stark dieser Effekt entweder nur als kurzlebige Sonderkonjunktur oder als langfristig nachhaltig einzustufen ist. 

Der analytischen Behandlung dieser Frage soll daher der folgende Abschnitt dienen.   

In jedem Fall stellt der Konzernvorstand nun für das laufende Gesamtjahr 2020/21 (bis 31.03.2021) wiederum nur einen Umsatzanstieg im “mittleren einstelligen Prozentbereich” sowie die Erzielung eines operativen Betriebsgewinns (EBIT) von 380 - 400 Mio. USD (was bestenfalls gleichbedeutend mit einem rd. 3 %-igen Anstieg gegenüber 2019/20 wäre) in Aussicht. 

Diese Prognose lässt in unseren Augen nur den Schluss zu, dass die Konzernleitung in diese Schätzung eben doch bereits wieder zumindest teilweise eine künftige Rückgängigmachung der positiven Corona-Effekte aus dem 4. Quartal 2019/20 einkalkuliert hat, was Gegenstand der nachfolgenden Betrachtung sein wird.

 

Bild: Logitech Monitore Bildnachweis: © Telefonaktiebolaget L.M.Ericsson

      

Corona- Home Office- Effekt für Logitech: Nur vorübergehend oder nachhaltig? 

 

Hier ist unsere Einschätzung eindeutig und lehnt sich auch voll an entsprechende Vergangenheitsaussagen von Unternehmen aller nur denkbaren Sektoren, gerade auch in den USA, an, wo Mitarbeiter zuletzt serienweise (wenn nicht gleich gekündigt) so doch ggfs. unter Fortzahlung eines ermäßigten Kurzarbeitergelds in den Home Office-Ausstand geschickt worden sind. 

Gerade jegliches Unternehmen des produzierenden Gewerbes, nur genannt z.B. das besonders illustre Beispiel das aktuell weltweit erfolgreichsten Automobilbauers TESLA, hat jegliche gesundheitlich erforderliche, vorübergehende Mitarbeiterentsendungen in den Home Office-Ausstand mehr oder weniger als “operative Katastrophe” bezeichnet und die schnellstmögliche Wiederaufnahme aller üblichen Produktionsprozesse vor Ort gefordert bzw. auch mit dem 1. Tag umgesetzt, ab dem dies medizinisch wieder gestattet war.  

Auch deutsche Industriekonzerne, siehe z.B. VW oder auch Siemens machen hier keine Ausnahmen, räumen jedoch ein, dass zur künftigen medizinischen Vorsicht wie aber auch dem generell effizienteren Arbeitskräfteeinsatz Produktionsschichten vor Ort künftig generell zu “entzerren” sind (d.h. durch erhöhte Anzahl von Produktionsschichten mit dafür aber geringeren Schichtdauern und ggfs. auch einer verringerten Mitarbeiteranzahl). Darüber hinaus stellt z.B. Siemens zwar aus unserer Sicht zwar plausibel dar, dass insbesondere die laufende Überwachung und Kontrolle von Prozessautomatisierungsschritten auch vom Home Office aus erledigt werden könne. Dass jedoch ein gesamter Industriekomplex wie Siemens, wie von Vorstandsmitglied Helmrich postuliert, bereits jetzt in der Lage sein könnte, bis zu 40 % des Geschäftsbetriebs auch vom Home Office heraus aufrecht zu erhalten, halten wir zur Beibehaltung einer hohen Unternehmensprofitabilität derzeit zumindest im Industriebereich noch für undenkbar und für Zukunftsmusik einer insgesamt deutlich weiter auszubauenden Prozessautomatisierung. 

Und selbst führende Technologieproduktions- und -dienstleistungsunternehmen, wie gerade in den USA Microsoft, Apple oder Amazon, haben in ihrer Bewertung der jetzigen medizinisch erzwungenen Home Office-Entsendungen von Mitarbeitern zuletzt einen höchst kritischen Tenor angeschlagen, was die reibungslose Beibehaltung der Geschäftsprozesse und Erzielung einer höchst möglichen operativen Profitabilität angeht. 

So spricht z.B. die von Amazon gesehene Notwendigkeit, zuletzt im März und April gleich 175.000 Mitarbeiter neu einzustellen und damit ihre Belegschaft um nicht weniger als 26 % zu erhöhen, Bände. Online-Warenbestellungen (die auch gerade nach der Corona-Pandemie weiter Hochkonjunktur haben dürften) werden nun einmal weiterhin nicht von vollautonomen, selbstgesteuerten Fahrzeugen oder Robotern als Fahrern ausgeliefert. 

Zuletzt ist weiterhin zu berücksichtigen, dass Home Office-Arbeitsplätze aus der nachvollziehbaren Sicht der meisten Geschäftsführungsetagen folgende zwei Grundnachteile aufweisen: Sie erschweren die direkteste, zeitsparendste und im Ergebnis vermeintlich effizienteste Kommunikation unter den Mitarbeitern (was die meisten Geschäftsdirektionen ja schließlich auch gerade am ehesten für sich im Rahmen unzähliger Meetings in Anspruch nehmen). Und Home Office-Plätze erschweren darüber hinaus grundsätzlich die Kontrolle unterstellter Mitarbeiter, was ebenfalls nicht im Sinne der meisten Geschäftsführungen liegt, und gerade auch in den USA dem traditionellen Personalprinzip des “Hire and Fire” bereits bei der geringsten Mitarbeiterverfehlung zuwiderlaufen würde. 

Aus diesem Grunde sind wir insgesamt der Meinung, dies als Fazit zum Thema klassischer beruflicher “Home Offices”, dass zumindest deren weitere Neueinrichtungen nach Beendigung der Corona-Pandemie wieder relativ stark zum Erlahmen kommen und ihre jetzigen Einrichtungen bzw. Aufrüstungen aus Sicht vieler Geschäftsführungen allenfalls unvermeidlichen “Back Up-Charakter" für den Fall weiterer zukünftiger Geschäftsnotlagen in sich tragen. 

Wir erwarten daher sehr stark, dass sich auch bei Logitech gerade wegen seines erheblichen Geschäftsschwerpunkts in den USA der jetzige Ergebnissprung durch Home Office-Einrichtungen (PC-Kameras, Videokonferenzsysteme) künftig wieder erheblich abflachen, allerdings natürlich nicht grundlegend umkehren wird. 

Zu drei weiteren verwandten Home Office-Segmenten im weiteren Sinne, die CEO Darrell im Rahmen der Quartals-Ergebniskonferenz von Logitech angeführt hat, nämlich “Gesundheitswesen”, “Bildung” und “Online-Gaming” (wobei bei letzterem “Office” natürlich in Anführungszeichen zu setzen ist) folgende Einschätzungen: 

Was ebenfalls im Rahmen der Corona-Pandemie sicher erheblich verstärkt worden ist, sind alle Aspekte medizinisch-technologischer Vorkehrungen. Hierzu gehören auch, gerade in höchster zeitlicher Anspannung von Ärzten und Pflegern, Patientenfernüberwachungen über Monitore und klassische Kameras sowie PC-Webcams. Aufgrund des sicher auch nach der Corona-Pandemie weiter stark wachsenden Ausbaus aller Arten von ärztlichen Kontrollzentren oder auch technologischer Aufrüstung von Pflegestationen in Krankenhäusern wird Logitech von diesem Geschäftssegment “medizinischer Home Offices” ohne Zweifel auch weiterhin dauerhaft begünstigt werden wird. 

Das zweitgenannte von Darrell erwähnte Segment “Bildung” betrifft insbesondere die schlagartige Umstellung jeglichen Schul-, Universitäts- oder auch allgemeinen Fortbildungs-Präsenzunterrichts nach dem Ausbruch des Coronavirus auf einen PC-gestützten Online-Unterricht oder auch sog. “Webinare”. Wir sind jedoch überzeugt davon, dass abgesehen von der möglicherweise weiter zunehmenden Verbreitung von “Webinaren” bzw. Internetkonferenzen im gewerblichen Fortbildungsbereich die Dominanz von Schul- und Universitätsunterricht in Online-Form wieder schlagartig der Vergangenheit angehören wird, sobald diese Bildungseinrichtungen nach behördlicher Verfügung wieder regulär geöffnet sind. 

Und zum letzten Aspekt des verstärkten Online-Gaming als einer (alternativen) Art der Home Office-Beschäftigung: Wir sind davon überzeugt, dass dieses natürlich der Freizeitunterhaltung dienende Segment - ob mit oder ohne Ergänzung durch Home Offices - weiterhin zunehmend boomen wird. Denn bereits schon vor der Coronakrise war der gerade unter Jugendlichen zu beobachtende Trend, sich zunehmend in die gemütlichen häuslichen 4 Wände zurückzuziehen, und bevorzugt von dort aus seiner Freizeitbeschäftigung nachzugehen, weltweit zunehmend zu beobachten. Aus dem psychologisch nicht zu unterschätzenden Effekt “gewohnter Verhaltensmuster” dürfte daher bereits der mehrwöchige erzwungene Rückzug vieler Jugendlicher in die häusliche Umgebung nun dafür sorgen, dass selbst nach Auslaufen der Corona-Pandemie deren Neigung zu Online-Spielen (wie aber auch Chats in sozialen Netzwerken) weiterhin stark erhöht bleiben und damit die Nachfrage nach derartigen digitalen Spielekonzepten auch weiterhin florieren wird. Auch von diesem Segment dürften daher weiterhin hohe Ergebnisimpulse für Logitech ausgehen. 

 

Fazit : Aktienbewertung und Anlageurteil

 

Die zurückliegenden Ergebnisentwicklungen von Logitech waren sowohl auf der Umsatz- wie auch der Gewinnseite bisher überaus erfreulich. 

Nichtsdestotrotz war im 4. Quartal 2019/20 nicht zu übersehen, dass dieses Ergebnis in starkem Maße von der Ausbreitung des Coronavirus durch Aktivitätsverlagerungen in die eigene häusliche Umgebung begünstigt wurde. 

Während wir im Home Office-Bereich des Segments Bildung wieder eine schlagartige Rückgängigmachung dieses Trends erwarten und auch für die überwiegenden Bereiche des alltäglichen Berufslebens sukzessive eine Rückkehr zu den zuvor gewohnten Beschäftigungsstrukturen sehen, erwarten wir z.B. für Kommunikationsstrukturen im Gesundheitswesen wie auch der privaten Unterhaltung jedoch in der Tat eine beträchtliche Verstärkung des Digitalisierungstrends selbst nach Auslaufen der Corona-Pandemie. 

Da Logitech jedoch nach eigenem Bekunden zuletzt sehr stark gerade in den USA von der Einrichtung klassischer beruflicher Heimarbeitsplätze profitierte und im Übrigen aber in China (wo klassische Produktionsprozesse wieder fast vollständig angelaufen sind) von Januar - März 2020 einen rd. 5%igen Umsatzrückgang verbuchte, teilen wir die Auffassung des Vorstands stark, dass (aus unserer Sicht voraussichtlich ab ca. August) die Ertragsdynamik bei Logitech wieder spürbar abflauen und sich im Gesamtjahr 2020/21 (per 31.03.) damit nur ein moderates Umsatz- und Gewinnwachstum einstellen sollte. 

Auf lange Sicht mehrerer Jahre dürfte Logitech ihren jährlich hoch einstelligen prozentualen Wachstumstrend der Umsätze und Konzerngewinne jedoch auch weiterhin unverändert beibehalten können, so dass uns das aktuelle Aktien-KGV (2020/21e) von rd. 34 und (2021/22e) von rd. 31 weiterhin als angemessen erscheint. Wir stufen die Aktie daher speziell für langfristig orientierte Investoren weiterhin als kaufenswert ein und behalten unsere Bestandspositionen im Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV wie auch im Themendepot ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN weiterhin unverändert bei. 

 

22.05.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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