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Bullionproduktion der US Mint leidet unter Corona

Weiter Stress in der Lieferkette für Gold- und Silber-Bullion

 

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg hat die US-amerikanische Münzprägestätte den die Höhe der Münzausgabe von Gold- und Silbermünzen an autorisierte Vertriebshändler verringert.

Die Corona-Pandemie hat zu Produktionseinschränkungen geführt, wie aus einem Dokument der US Mint hervorgeht, welches Bloomberg vorlag. Die autorisierten Bullion-Händler erhalten im Ergebnis ebenfalls reduzierte Stückzahlen.

Dabei verringern die Maßnahmen zum Schutz gegen das Virus etwa im West Point Komplex der US Mint in New York die Münzproduktion in den nächsten 12-18 Monaten. Die Prägestätte ist aktuell nicht mehr in der Lage, gleichzeitig Gold- und Silbermünzen zu prägen. Die West Point-Prägestätte ist neben der Prägestätte in San Francisco eine der wichtigsten Produktionsstätten für Bullion in den USA. Diese hatte seine Produktion im Mai nur teilweise wieder aufnehmen können.

Im Gesamtjahr 2019 prägte die US Mint insgesamt 18,8 Mio. Unzen Bullion. Es werden dort Bullion-Münzen aus Gold, Silber, Platin und Palladium geprägt.

 

Gold

Bildnachweis: @ EMH Service GmbH

 

Um mit der enormen Nachfrage nach Bullion schrittzuhalten, bat die US Mint erstmals überhaupt ihre autorisierten Händler, ihr Nachfrage-Prognosen für die jeweils nächsten 10 Tage und 90 Tage mitzuteilen. Auf deren Basis will die US Mint dann entscheiden, welche Bullion-Münzen geprägt werden, um eine bestmögliche Belieferung sicherzustellen. So muss etwa die Produktion von American Eagle Silber-Bullion zurückgefahren werden, wenn die US Mint Goldmünzen mit einem Gewicht von einem Zehntel prägen will.


Fazit

 

Auf der Produktionskette von Edelmetallen liegt derzeit enormer Stress. Erst mussten die Minen schließen, deren Produktion immer noch nicht überall ganz auf dem früheren Niveau liegt. Dann staute sich der Stress in der Lieferkette zu den Raffinerien, sowohl logistisch als auch in den Raffinerien selbst, die ähnlichen Lockdown-Maßnahmen unterworfen wurden wie die Minen.

Nun kommen Kapazitätsprobleme bei den Münzprägestätten hinzu. Und parallel dazu steigt die Nachfrage nach Gold- und Silber-Bullion enorm, was seinen Ausdruck nicht nur in höheren Absatzzahlen, sondern auch in den wieder deutlich gestiegenen Prämien von physischen Edelmetallen gegenüber dem Spot-Preis findet. Eine zweite Corona-Infektionswelle könnte deshalb durchaus zu neuen Prämienrekorden für physische Edelmetalle führen.

 

29.07.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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