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Die Aktionäre arbeiteten sich bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank an den vielen Problemen mit der Postbank ab

Es gibt viel Kritik für die Deutsche Bank

NTG24 - Die Aktionäre arbeiteten sich bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank an den vielen Problemen mit der Postbank ab

 

Eine gefühlte Ewigkeit lang wurde die Deutsche Bank von massiven Problemen bei der Postbank verfolgt. Kunden kamen zum Teil nicht an ihr Geld heran und eigentlich banale Vorgänge nahmen viel zu viel Zeit in Anspruch. Grund dafür war eine problematische Datenmigration auf die Systeme des Konzerns, welche sich wohl auch hätte vermeiden lassen können.

Offenbar hat die Deutsche Bank (DE0005140008) die Herausforderung unterschätzt und sowohl das IT-Team als auch den Service unterbesetzt. Erst als sich die Beschwerden bereits häuften, setzte die Deutsche Bank deutlich mehr Mitarbeiter auf die Angelegenheit an. Mittlerweile wurden die Probleme für bewältigt erklärt. Allerdings wurden zuvor mehrere in Aussicht gestellte Fristen verpasst. Im letzten Jahr etwa versprach das Geldhaus noch, die Probleme bis Jahresende in den Griff zu bekommen. Letztlich dauerte es bis ins erste Quartal 2024 hinein.

An den massiven Problemen arbeiteten sich nun die Aktionäre bei der jüngst veranstalteten Hauptversammlung ab. Wie die „Tagesschau“ berichtet, erntete die Deutsche Bank dort massive Kritik. Fondsmanagerin Alexandra Annecke von Union Investment bezeichnete die Probleme bei der IT-Migration als eine „Blamage“. Für Deka sprach Andreas Thomae davon, dass es im letzten Jahr „lcihterloh gebrannt“ habe. Die Deutsche Bank habe nicht nur viel Geld, sondern auch viel Reputation verloren.

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Deutsche Bank: Die unendliche Geschichte?

 

Schmerzlich ist auch für die Anleger, dass sich rund um die Postbank zuletzt neue Abgründe auftaten. Gerade als die IT-Probleme endlich der Vergangenheit anzugehören schienen, informierte die Deutsche Bank über eine mögliche Milliarden-Nachzahlung. Hintergrund ist ein laufendes Verfahren von Alt-Aktionären, welche er Ansicht sind, dass ihnen bei der Übernahme mehr zugestanden hätte. Recht überraschend kündigte die Deutsche Bank an, dass sie in einem Rechtsstreit unterliegen könnte. Als Konsequenz daraus wurden neue Rückstellungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro angekündigt.

Das Unternehmen dürfte dies selbst im schlimmsten Fall verkraften. Doch die immer neuen negativen Schlagzeilen wirken nicht selten wie ein Schlag ins Gesicht der Aktionäre. Auch die Deka sprach offen davon, dass weiteres Vertrauen zerstört worden sei, was sich die Deutsche Bank momentan nicht erlauben könne. Etwas problematisch ist letztlich auch die Kommunikation. Es darf schlicht nicht vorkommen, dass die Investoren von solchen Vorgängen derart kalt erwischt werden.

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing gestand in einer vorab veröffentlichen Rede bereits Fehler ein und dem eigenen Qualitätsanspruch sei man nicht gerecht geworden. Zudem gebe es noch viel Arbeit, um den Kundenservice weiter zu verbessern. Neu sind solche Worte allerdings nicht und in den Ohren vieler Anleger dürften sie wahrscheinlich eher hohl klingen. Neue Erkenntnisse gab es jedenfalls nicht zu vernehmen.

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Abkühlung für die Deutsche Bank

 

Die miese Stimmung bei der Hauptversammlung strahlte letztlich auch auf die Börse aus, wo die Deutsche Bank-Aktie am Donnerstag um 1,25 Prozent auf 15,86 Euro in Richtung Süden segelte. Der Chart bleibt damit weiterhin sehr ordentlich und seit Jahresbeginn sind Aufschläge von etwa 27 Prozent zu verzeichnen. Es hätte aber wohl noch etwas mehr sein können, wäre das Unternehmen mit den Herausforderungen rund um die Postbank etwas besser umgegangen. Allerdings lässt sich über solche Eventualitäten letztlich auch nur spekulieren.

Für beendet erklärt hat das Geldhaus Zeiten, in denen noch hohe Verluste erzielt wurden. Es sei gelungen, den behäbigen Konzern umzubauen und wieder profitabel zu wirtschaften. Die jüngsten Ergebnisse bestätigten diesen Eindruck und im vergangenen Jahr konnten satte 5,7 Milliarden Euro Gewinn verbucht werden. Grundsätzlich geht es also in die richtige Richtung. Dennoch wäre es zu begrüßen, wenn die Deutsche Bank in Zukunft ihre Anleger nicht mit immer neuen und letztlich vermeidbaren Hiobsbotschaften vor den Kopf stoßen würde.

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17.05.2024 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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