Porsche ruft etliche Fahrzeuge in den USA zurück, Volkswagen kämpft mit Kindersitzen und Tesla will die Produktion in Deutschland steigern – BÖRSE TO GO
Die Autobranche startet schwach ins neue Jahr
Ein neues Jahr beginnt und damit keimen auch Hoffnungen auf das eine oder andere mögliche Comeback auf. Insbesondere bei der Autobranche wäre es dafür wohl an der Zeit, denn in den letzten Jahren ging es hier für viele Vertretet immer weiter abwärts. Doch der Start ins Jahr 2026 scheint nicht gerade furios zu verlaufen. Stattdessen kündigen sich bereits neue Probleme an.
Den letzten, eher ruhigen Handelstag von 2025 beendeten die US-Börsen mit Verlusten. Für den Dow Jones ging es an Silvester um 0,6 Prozent auf 48.063 Punkte in Richtung Süden. Damit konnte die noch immer beeindruckende Marke bei 48.000 Punkten letztlich verteidigt und mit ins neue Jahr genommen werden. Die größten Verluste fuhr an der Wallstreet die Nasdaq ein mit Abschlägen von 0,76 Prozent. Trotz einer etwas gedämpften Stimmung im KI-Segment im Vergleich zum Vorjahr konnte das vergangene Jahr aber mit satten Aufschlägen beendet werden.
Hierzulande blieben die Börsen an Silvester geschlossen, sodass sich in den letzten Tagen nichts weiter getan hat. Die Erwartungshaltung für das neue Jahr ist nicht eben gering. Schließlich legte der DAX 2025 um respektable 22,3 Prozent zu und ignorierte damit ständige Diskussionen um Stagnation und Wirtschaftskrise gekonnt. Nun wird darauf gehofft, dass 2026 wieder neuer Schwung in die Konjunktur kommen könnte, was dem DAX im besten Fall zusätzlichen Rückenwind verleiht.
Auch in China fiel die Anlegerstimmung schon mal besser aus. Vor dem Jahreswechsel ging es für den Hang Seng noch einmal um 0,9 Prozent auf 25.631 Punkte abwärts. Das Jahr war unter dem Strich ein großer Erfolg. Doch Sorgen um den Immobilienmarkt hinterlassen tiefe Spuren. Dem gegenüber stehen Hoffnungen darauf, dass China in Sachen KI noch weiter aufholen und damit Abhängigkeiten abbauen könnte. Experten warnen schon seit Längerem davor, das Reich der Mitte bei den Fähigkeiten der Hardware-Herstellung sowie Ignoranz gegenüber Patenten zu unterschätzen.
Porscheruft über 170.000 Fahrzeuge zurück
Als hätte die Porsche AG (DE000PAG9113) in den USA nicht schon genug unter Zollbelastungen zu leiden, kommt auf das Unternehmen nun auch noch ein Rückruf im ganz großen Stil vor Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA klagt über eine unzureichende Sicht bei der Rückfahrkamera. Ähnliche Fälle gab es zuvor auch schon bei Ford, Toyota und Hyundai. Im Falle von Porsche sind Fahrzeuge aus etlichen Modellreihen und Baujahren betroffen. Insgesamt werden 173.538 Autos zurück in die Werkstatt beordert, wie das „Handelsblatt“ zu berichten weiß. Die gute Nachricht ist, dass das Problem sich per Software-Update beheben lässt, was vergleichsweise günstig für den Hersteller ausfallen dürfte.
Volkswagen muss nachbessern
Diesen Luxus genießt Volkswagen (DE0007664039) bei einem Rückruf von 27.768 Fahrzeugen nicht. Dort ist Nachbesserung bei der Befestigung von Kindersitzen gefordert. In beiden Fällen gibt es bisher keine konkreten Informationen dazu, wie sich die Rückrufe konkret auf die Finanzen auswirken könnten. Allerdings helfen solche Schlagzeilen natürlich dem Image nur wenig weiter, welches weltweit ein wenig Schaden genommen hat. Dass die Aktien unter dieser Voraussetzung das neue Jahr mit massiven Kursgewinnen einläuten werden, erscheint eher unwahrscheinlich.
Tesla will in Grünheide zulegen
In umgekehrter Richtung schlägt derzeit dem US-Autobauer Tesla (US88160R1014) Gegenwind ins Gesicht. Die Verkehrsbehörden scheinen momentan zwar nichts zu meckern zu haben, was in der Vergangenheit des Öfteren anders aussah. Doch die Absatzzahlen in Europa befanden sich im letzten Jahr im freien Fall. Dennoch soll die Produktion in Grünheide, dem einzigen europäischen Werk von Tesla, im Jahr 2026 weiter ausgebaut werden. Werksleiter André Thierig spricht von einer „soliden“ Entwicklung und Chancen aufgrund neu erschlossener Märkte wie Kanada. Dort ist der Import aus Europa aufgrund der Zollsituation günstiger als die Einfuhr von Fahrzeugen aus den USA. Mit vollmundigen Worten scheint Tesla der Absatzkrise trotzen zu wollen. Die Anleger richten ihren Blick ohnehin längst auf andere Bereiche. Aufgrund von Robotaxi-Fantasien markierte die Tesla-Aktie im Dezember neue Kursrekorde. Auf ein Comeback ist man hier also weniger angewiesen als die meisten Konkurrenten.
Tagestermine
Das neue Handelsjahr beginnt ruhig und ohne Konjunkturdaten, welche die Aktienkurse allzu sehr beeinflussen würden. Am interessantesten dürften noch Signale aus dem verarbeitenden Gewerbe sein, die wohl aus Deutschland als auch Kanada und einigen kleineren Staaten erwartet werden. Unternehmensdaten stehen momentan nicht an, doch wird die neue Berichtssaison nicht mehr lange auf sich warten lassen. Am Freitag wird aber zunächst interessant zu sehen sein, wie die Anleger sich im neuen Jahr generell verhalten und ob letztlich neue Zuversicht überwiegt oder sich doch die Sorgen durchsetzen.
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02.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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