als .pdf Datei herunterladen

Die Porsche AG erntete auf der Hauptversammlung heftigen Gegenwind und die Aktionäre rechneten vor allem mit der Ära unter Leitung von Oliver Blume ab

Die Unzufriedenheit der Aktionäre der Porsche AG ist nicht zu übersehen

NTG24 - Die Porsche AG erntete auf der Hauptversammlung heftigen Gegenwind und die Aktionäre rechneten vor allem mit der Ära unter Leitung von Oliver Blume ab

 

Seit Jahresbeginn sitzt bei der Porsche AG Michael Leiters im Chefsessel. Davor wurde das Unternehmen rund zwei Jahre lang von Oliver Blume geleitet, der ganz nebenbei auch noch CEO von Volkswagen, dem zweitgrößten Autobauer auf dem Planeten, ist. Womöglich hatte jener sich mit der Doppelbelastung etwas übernommen und zu lange auch bei Porsche die Zügel in die Hand.

Anzeige:

Zu diesem Schluss kamen zumindest gleich mehrere Großaktionäre bei der virtuellen Hauptversammlung am Dienstag. Es hagelte regelrecht Kritik am bisherigen Kurs, der den Aktienkurs seit Börsengang mehr als halbiert hat. Verwiesen wurde auch mehrfach darauf, dass die Aktie der Porsche AG (DE000PAG9113) sich schlechter als der DAX entwickelt habe. Nun befindet die Branche sich insgesamt in einer schwierigen Ausgangslage, was die Aktionäre als Ausrede aber nicht gelten lassen wollen.

 

 

 

Ingo Speich von der Deka-Gruppe spricht viel mehr von verfehlten Zielsetzungen und einem Aufsichtsrat, der zu lange untätig zugesehen habe. Die Absatzzahlen von Porsche seien stetig gefallen, während Komplexität und Investitionen aus dem Ruder gelaufen wären. Dabei handelte es sich nicht um einen zyklischen Dämpfer, sondern viel mehr ein „strukturelles Problem“. Ähnliche Kritik kam auch von DWS auf. Besonders hat mit Vorstand und Aufsichtsrat ins Gericht ging der Corporate-Governance-Experte Christian Strenger.

 

Porsche AG: Planlos?

 

Letzterer forderte unter anderem, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern und begründete dies mit diversen Missständen. Die Porsche AG habe in China eine falsche Markenpolitik verfolgt und die Überbeschäftigung von Oliver Blume zu lange tatenlos mitangesehen. Zur Sprache kam außerdem eine Abfindung in Höhe von 11,6 Millionen Euro für den ehemaligen Finanzchef Lutz Meschke, welche Strenger als überzogen ansieht und schon Vergleiche zum Mannesmann-Komplex zog. Nach seinen Berechnungen hätte die Abfindung deutlich geringer ausfallen müssen.

Anzeige:

Banner TradingView

 

Es sind vor allem Verfehlungen aus der Vergangenheit, welche der Porsche AG seitens großer Aktionäre zur Last gelegt werden. Die Kritik richtet sich also weniger gegen den noch recht frischen CEO Michael Leiters. Jener steht dennoch unter enormen Druck und es sollte ihm nicht gelingen, die Gemüter zu beruhigen. Denn einen überzeugenden Plan dafür, wie Porsche in Zukunft wieder stärker auftreten könnte, konnte Leiters nicht vorlegen.

Er sprach stattdessen lediglich davon, dass eine umfassende Neuausrichtung nicht in ein paar Monaten erledigt sei. Die Strategie 2035 soll nun in ihrer Gänze beim Kapitalmarkttag im Herbst vorgestellt werden. Es gebe einen Plan, der noch detailliert ausgearbeitet werden solle. In Aussicht gestellt wird nun eher vage, dass die Margen wieder steigen sollen. Das betrifft sowohl die ikonischen Sportwagen als auch SUV-Fahrzeuge.

 

Porsche ohne Wachstumsimpulse

 

Fest steht schon einmal, dass die Porsche AG weiter zu sparen gedenkt. Unter Oliver Blume wurde bereits beschlossen, rund 4.000 Vollzeit-Stellen abzubauen. Es sollen noch mehr werden, allerdings wurde dazu noch keine konkrete Zahl genannt. Ein erweitertes Sparprogramm kann dabei helfen, die Kosten zu senken und die abgestürzte Marge wieder aufzubessern. Es wird aber nicht dazu führen, dass die Porsche AG wieder mehr Autos absetzen kann.

Anzeige:

Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenDaher blicken die Börsianer weiterhin mit Sorge nach China, wo die Verkaufszahlen regelrecht eingebrochen sind und immer wieder selbst nach unten korrigierte Erwartungen verfehlten. Bei Porsche fehlt es letztlich an Aussichten auf neues Wachstum. So bleibt den Anlegern offenbar nichts anderes übrig, als von einer Fortsetzung des Schrumpfkurses auszugehen, wobei weitere Einsparungen nur ein schwacher Trost sind. Die Unzufriedenheit der Anleger entlädt sich letztlich auch beim Kurs. Jener gab am Dienstag um 3,1 Prozent auf noch 46,45 Euro nach. Auch wenn die Porsche AG-Aktie sich von ihren Tiefständen erholen konnte, bleibt der Titel im historischen Vergleich tief im Kurskeller stecken.

 

Porsche-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Porsche-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Porsche-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu Porsche - hier weiterlesen...

 

24.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)