Porsche kassiert Mitarbeiter-Boni, Volkswagen backt in China kleinere Brötchen, Meta streicht mal wieder Stellen, doch Tesla geht den anderen Weg
(Fast) überall bleibt die Stimmung angeschlagen
Der große Durchbruch im Nahen Osten lässt weiterhin auf sich warten. Die Waffenruhe wurde zuletzt zwar abermals verlängert. Allerdings beharren sämtliche Parteien auf Maximalforderungen und am Donnerstag gab es Berichte über Explosionen in Teheran. Das trieb die Ölpreise wieder deutlich nach oben, was an der Börse die Sorge vor Inflationsspirale und Zinsen lebendig hält. Dazu kommen bei den Einzeltiteln weitere unerfreuliche Entwicklungen.
Die Krise in der Autobranche etwas setzt sich weiter fort und die deutschen Hersteller mussten im ersten Quartal besonders in China heftig Federn lassen. US-Zölle machen sich derweil weiterhin bemerkbar und ein brutaler Einbruch bei den Absätzen von E-Autos außerhalb Europas belastet die Bilanzen zusätzlich. Bei der Porsche AG (DE000PAG9113) scheint die Krise nun derart ausgeprägt zu sein, dass die Mitarbeiter darunter zu leiden haben.
Wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilen ließ, wird es erstmals seit 2007 keine Bonuszahlungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben. Für 2024 wurden noch bis zu 5.250 Euro ausgezahlt; ein Jahr zuvor gab es sogar bis zu 9.690 Euro. Doch die wirtschaftliche Lage erlaube für 2025 nun keine freiwillige Sonderzahlung mehr. Für die Belegschaft ist das natürlich wenig erfreulich und es spricht für eine weiterhin angespannte Lage. Gerade deshalb schnaufen die Anteilseigner ob rigoroser Sparmaßnahmen aber auch etwas auf. Die Aktie legte am Donnerstag um 0,5 Prozent bis auf 41,91 Euro zu.
Volkswagen schrumpft China-Ziele zusammen
Im selben Tempo in die entgegengesetzte Richtung ging es für die Aktie von Volkswagen (DE0007664039), die sich erneut unterhalb der 90-Euro-Linie aus dem Handel verabschiedete. Leider konnten die Wolfsburger auch nicht mit Aussichten auf eine Besserung der Lage dienen. Stattdessen war im „Handelsblatt“ zu lesen, dass die China-Ziele deutlich nach unten korrigiert werden mussten.
Aufgrund dortiger Marktverschiebungen rechnet Volkswagen nur noch mit etwas mehr als drei Millionen verkauften Fahrzeugen bis zum Jahr 2030. Zuvor wurden bis zu vier Millionen in Aussicht gestellt. Gleichzeitig soll die Marge bei mageren vier bis sechs Prozent liegen. Nach einem mehr als mauen ersten Quartal scheint es in den kommenden Jahren also eine Fortsetzung der Talfahrt zu geben.
Meta setzt erneut die Schere an
Der US-Tech-Gigant Meta (US30303M1027) ist deutlich besser aufgestellt und meldet Quartal für Quartal Milliardengewinne. Allerdings muss für den Ausbau von KI-Rechenzentren auch viel Geld in die Hand genommen werden, weshalb bei der Belegschaft schon seit Längerem gespart wird. Der „New York Times“ fielen nun interne Dokumente in die Hände, in denen von einem weiteren Stellenabbau die Rede ist. 8.000 Weitere Stellen und damit gut zehn Prozent der Belegschaft sollen sich wohl verabschieden müssen.
Meta begründet das Ganze mit fortlaufenden Bemühungen, effizienter werden zu wollen und andere Investitionen auszugleichen. Es sei „kein leichter Kompromiss“ schrieb Personalchefin Janelle Gale in Richtung der Betroffen. Das dürfte für Letztere aber nur ein schwacher Trost sein. Auch an der Börse scheinen die Sorgen darüber größer zu werden, ob sich Meta mit seinen KI-Ambitionen nicht ein wenig verhebt. Der Aktienkurs ging gestern um 2,3 Prozent auf 659,15 US-Dollar zurück.
Tesla stellt in Grünheide ein
Bei Tesla (US88160R1014) entwickelte sich in den letzten Jahren vieles in die aus Anlegersicht verkehrte Richtung, auch und ganz besonders bei den Absatzzahlen. Nun aber kündigte der E-Autopionier an, die Belegschaft in Grünheide aufgrund „steigender Nachfrage“ wieder auszubauen. Bis Ende Juni sollen demnach 1.000 neue Stellen geschaffen werden, sagte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur. Die Anzahl der Mitarbeiter vor Ort soll dann auf 11.700 anwachsen.
Mit diesem Vorgehen stellt Tesla momentan überraschend einen Kontrast zum allgemeinen Zustand der Branche her. Allerdings kann der US-Konzern damit auch nicht über die einbrechenden Absatzzahlen von E-Autos in den USA und China hinwegtrösten. Dass höhere Verkaufszahlen in Europa diese Entwicklung egalisieren können, daran scheinen die Anteilseigner eher nicht glauben zu wollen. Die Tesla-Aktie rutschte am Donnerstag um 3,6 Prozent auf 373,72 Dollar zurück.
Krisenzeit
Unter dem Strich schlagen die Börsen sich weiterhin recht wacker. Doch die Sorgen nehmen kein Ende und die Hoffnungen auf ein schnelles Ende im Irankrieg lösen sich immer mehr in Luft auf. Das liegt auch daran, dass die Räumung von Minen in der Straße von Hormus wohl selbst im Falle eines dauerhaften Friedens Monate in Anspruch nehmen dürfte. Die Ölpreise dürften damit auf hohem Niveau verharren und Zweitrundeneffekte in anderen Branchen sind kaum noch zu vermeiden. Vielleicht ist es da nicht die schlechteste Idee, sich schon mal anzuschnallen.
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24.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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