Rheinmetall in Schockstarre, Bayer fällt ein Stein vom Herzen, anstehende Kaufwelle bei SpaceX und bei Micron lässt die Euphorie schon wieder nach
Trotz weiterhin hoher Kurse ist die Lage an den Märkten etwas fragil
Es gab in den letzten Tagen und Wochen vieles, worüber die Börsen sich freuen konnten. Dazu gehörte etwa eine Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges, was den Ölpreis im hohen Tempo in die Tiefe purzeln ließ. Doch die Lage bleibt angespannt und am Wochenende gab es schon wieder gegenseitige Angriffe. US-Vizepräsident JD Vance ließ mitteilen, dass Gewalt mit Gewalt beantwortet werde. Da braucht es nicht viel Fantasie, um sich das Ende einer entsprechenden Spirale vorzustellen.
An den Märkten angekommen sind die neuerlichen Eskalationen noch nicht. Sie könnten am Montag aber so manches wieder auf den Kopf stellen. Die Anleger von Rheinmetall (DE0007030009) dürften darauf hoffen, dass Rüstungstitel wieder etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen werden. Denn die Aktie geriet nach einem verlorenen Marineauftrag zuletzt heftig unter Druck. Bereits am Mittwoch ging es um knapp 20 Prozent abwärts und eine Erholung gab es seither nicht zu sehen.
Zum Wochenende notierte die Rheinmetall-Aktie bei vergleichsweise übersichtlichen 946,60 Euro. Das ist weit entfernt von Höchstständen bei rund 2.000 Euro. Es sei aber erwähnt, dass der Titel dennoch rund zehnmal höher als noch vor dem Ukraine-Krieg notiert. Wer schon länger dabei ist, steht also noch immer mit einem kräftigen Plus da. Zumindest CEO Armin Papperger ist auch weiterhin vom Wachstumskurs überzeugt und kauft munter zu.
Bayer setzt sich durch
Während Rheinmetall die größte Korrektur seit Langem erlebte, ging es für die Aktie von Bayer (DE000BAY0017) im gleichen Tempo in die entgegensetzte Richtung. Am Donnerstag feierten die Anleger regelrecht eine günstige Entscheidung des Supreme Court beim Thema Glyphosat. Am Freitag hielt der Kurs sich stabil auf seinem höheren Niveau. Zu Handelsschluss standen 46,88 Euro auf dem Ticker und damit stolze 24 Prozent mehr als eine Woche zuvor.
Ganz hinter sich lassen kann Bayer das Thema Glyphosat noch nicht und abseits davon kämpft man auch noch mit anderen Rechtsstreitigkeiten. Doch zumindest die Grundlage für einfachere Zeiten wurde geschaffen. Gesetzt wird nun auf einen umfangreichen Vergleich, dessen Genehmigung im Juli erteilt werden könnte. Gelingt Bayer auch dieses Kunststück noch, so könnte der Konzern sich endgültig von der mit Abstand größten Belastung seit der Übernahme von Monsanto vor acht Jahren befreien. Die Vorfreude hat daher ihre Berechtigung.
Hebt SpaceX wieder ab?
Ein wenig mit Zweifeln bekamen es die Aktionäre von SpaceX (US84615Q1031) zu tun. Nach einem beispiellosen Börsengang, bei dem alle nur erdenklichen Rekorde gebrochen wurden, erlebte das Papier wenig später seine erste Korrektur. Eingependelt hat der Kurs sich nun bei 153,23 US-Dollar per Handelsschluss am Freitag. Das ist noch immer ordentlich, aber nicht mehr ganz so sensationell wie die Höchstmarken jenseits von 200 Dollar. Laut dem einen oder anderen Medienberichte ist Elon Musk wohl auch nicht länger ein (hypothetischer) Billionär.
Für den Beginn der neuen Woche kündigt sich aber schon eine kleine Kaufwelle an. Denn am Montag wird SpaceX in den MSCI World aufgenommen, was zahllose ETFs zum Kauf von Papieren zwingen wird. Analysten schätzen, dass dies zu einem Kaufvolumen von etwa drei bis fünf Milliarden Dollar führen könnte. Das ist zu wenig, um den generellen Trend zu beeinflussen. Es könnte aber ausreichen, um SpaceX wenigstens einen guten Tag zu gönnen.
Micron schwankt
Unter den Anlegern von Micron (US5951121038) scheinen die Nerven ganz besonders angespannt zu sein. Zu Wochenbeginn fürchteten die Märkte noch ein wenig, dass es bei den Quartalszahlen zu Enttäuschungen kommen könnte. Vorgelegt hat der Speicherhersteller nun aber eine Bilanz mit diversen Rekorden, welche die Erwartungen der Analysten regelrecht sprengte. Das sorgte zunächst für viel Kauflaune.
Zum Wochenende hin machten sich aber wieder KI-Sorgen und Ängste um die hohen Bewertungen im Segment bemerkbar. Konkrete Hinweise für eine wie auch immer geartete Korrektur gibt es zwar nicht. Dennoch geriet der Sektor unter anderem aufgrund von Preiserhöhungen seitens Apple unter Druck und Micron blieb davon nicht unberührt. Mit dem Aktienkurs ging es am Freitag um 6,7 Prozent auf (immer noch beachtliche) 1.132,33 Dollar abwärts.
Keine Garantien
Unter dem Strich befinden die Märkte sich noch immer in einer sehr ansehnlichen Verfassung und die Kurse in vielen Sektoren notieren unverändert in luftiger Höhe. Mehr noch als sonst ist aber offensichtlich geworden, dass es für die Fortsetzung von erfreulichen Trends nie eine Garantie geben kann. Manchmal braucht es auch gar keine Hiobsbotschaft, um Verkaufsdruck auszulösen. Gerade auf hohem Niveau kann auch schon ein ungutes Bauchgefühl ausreichen. Es ist weiterhin zu einer gesunden Portion Vorsicht zu raten.
Rheinmetall AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Rheinmetall AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Rheinmetall AG - hier weiterlesen...
28.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






12.07.2026
09.07.2026
09.07.2026
08.07.2026