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Anhaltende Friedensgespräche in Europa verunsichern die Anleger von Rheinmetall und andere Themen rücken in den Hintergrund

Sind die Zweifel an der Aktie von Rheinmetall berechtigt?

NTG24 - Anhaltende Friedensgespräche in Europa verunsichern die Anleger von Rheinmetall und andere Themen rücken in den Hintergrund

 

Eigentlich läuft es für Rheinmetall noch immer hervorragend. Die Auftragsbücher sind zum Bersten gefüllt, die Expansion läuft munter weiter und alle Zeichen stehen auf Wachstum. Zuletzt nickte sogar das Bundeskartellamt eine erweiterte Zusammenarbeit mit KNDS für Kampfpanzer für die Bundeswehr ohne jedwede Vorbehalte ab.

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Damit schielt Rheinmetall (DE0007030009) schon mehr oder minder auf den nächsten potenziellen Milliardenauftrag. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, sollten die nächsten Quartalszahlen die vorherigen Ergebnisse nicht noch einmal in jeder Hinsicht übertreffen. Bei einer solchen Ausgangslage sollte eigentlich mit einer anhaltenden Kursrallye zu rechnen sein. Doch davon ist bei Rheinmetall schon seit Längerem nichts mehr zu sehen. Kursrekorde aus dem September sind in weite Ferne gerückt.

 

 

 

Am gestrigen Dienstag ging es nun um weitere 4,7 Prozent abwärts und zu Handelsschluss wurde die Marke bei 1.500 Euro ganz knapp unterboten. Aus charttechnischer Sicht ist das kein positives Signal. Eine kleine Erholung vom Monatsbeginn wurde schon wieder vollständig egalisiert und damit zeichnet sich weiterhin eine anhaltende Phase der Korrektur ab. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand, sind aber nicht für jeden nachvollziehbar.

 

 

Frieden in Sicht?

 

Es sind die anhaltenden Friedensgespräche in Europa rund um die Ukraine, welche den Rüstungssektor derzeit insgesamt unter Druck setzen. Dabei zeichnet sich eine schnelle Lösung weiterhin nicht ab. Zwar ist Medienberichten zu entnehmen, dass es durchaus Fortschritte gibt, etwa beim Thema Sicherheitsgarantien. Noch immer unvereinbar sind allerdings die Positionen Russlands und der Ukraine bei etwaigen Geländeabtretungen, insbesondere bei Territorien, die Russland auch knapp vier Jahre nach Beginn der völkerrechtswidrigen Invasion noch nicht erobern konnte.

An den Märkten kommt aber erst einmal an, dass überhaupt ein Friedensschluss bzw. zumindest ein Waffenstillstand möglich erscheint. Allein das ist bereits als eine bedeutende Änderung in der Dynamik des Konflikts anzusehen. Damit verbunden ist nun auch die Spekulation darauf, dass Rüstungsausgaben seitens Europas mittelfristig wieder nachgeben könnten. Dafür hingegen gibt es bisher noch keinerlei echte Hinweise.

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Es zeichnet sich derzeit bestenfalls ein Kompromiss ab, bei dem die Gefahr einer erneuten Eskalation kaum ausgeschlossen werden kann. Auch ist eher nicht davon auszugehen, dass der Kreml unter Wladimir Putin von seinen Träumen eines großrussischen Reiches ablassen wird. Da zudem die Unterstützung der Amerikaner im Ernstfall unter einem großen Fragezeichen steht, kann Europa es sich kaum erlauben, bei der Aufrüstung nachzugeben, und das unabhängig von den Entwicklungen in der Ukraine. Von diesem Standpunkt aus erscheinen die kräftigen Korrekturen bei der Aktie von Rheinmetall kaum nachvollziehbar.

 

Große Unsicherheit bei Rheinmetall

 

Dem gegenüber steht allerdings auch die Überlegung einer gewissen Kriegsmüdigkeit in Europa vor dem Hintergrund knapper Kassen und einer lahmenden Konjunktur. Im Falle eines Friedens in der Ukraine erschiene es zumindest denkbar, dass manches Land in der EU da bei der Aufrüstung wieder etwas zurückrudern könnte. Doch handelt es sich bei solchen Szenarien noch immer um reine Spekulationen und bislang ist nichts davon tatsächlich eingetreten. Bei Entstehung dieses Artikels bombardiert Russland weiterhin Städte in der Ukraine und fordert jeden Tag Todesopfer.

Nüchtern betrachtet deutet bei Rheinmetall auf fundamentaler Seite weiterhin alles nach oben und Korrekturen können eine willkommene Einstiegsgelegenheit bieten. Allerdings wird das Tagesgeschehen in der Politik den Kurs auch weiterhin beeinflussen. Ob nun berechtigt oder nicht: jeder (gefühlte) Fortschritt im Ringen um Frieden bedeutet erst einmal einen Dämpfer bei der Kauflaune und weitere Korrekturen lassen sich kurzfristig nicht ausschließen. Festzuhalten bleibt aber auch, dass die Rheinmetall-Aktie trotz der schwachen letzten Wochen noch rund 150 Prozent höher als zu Jahresbeginn notiert.

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17.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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