Die Rheinmetall-Aktie geht in eine schwindelerregende Rallye über, welche ihr auch am Dienstag neue Rekorde bescherten
Europa scheint auf sich allein gestellt und auf Rheinmetall angewiesen zu sein
Ein wahres Beben ging am Wochenende durch Europa. Die USA treffen sich mit Russland in Riad, um Fakten zu schaffen. EU und Ukraine sind bei sogenannten Friedensgesprächen gar nicht erst beteiligt. Gleichzeitig richtete US-Vizepräsident JD Vance scharfe Worte an die eigenen Partner. Die Quintessenz des Ganzen lautet, dass Europa in Sachen Verteidigung künftig weitgehend auf sich allein gestellt ist.
Die Reaktionen darauf ließen nicht lange auf sich warten. So kündigte beispielsweise Dänemark massive Mehrausgaben für die eigenen Streitkräfte an. Anderswo wird über beispiellose Hilfspakete für die Ukraine verhandelt. Details sind bislang zwar noch nicht bekannt und laut Bundesaußenministerin Annalena Baerbock wird es eine offizielle Ankündigung erst nach der Bundestagswahl am kommenden Sonntag geben. Doch die „Kyiv Post“ spricht davon, dass bis zu 700 Milliarden Euro abgestellt werden könnten.
Weiteren Medienberichten zufolge sollen wohl 1,5 Millionen Schuss Artilleriemunition zum neuen Paket gehören. Das ruft Rheinmetall (DE0007030009) auf den Plan, wo eben jene Munition im großen Stil gefertigt wird. Solche Berichte zusammen mit der allgemein um sich greifenden Unsicherheit lassen den Aktienkurs in ungeahnte Höhen schießen. Bei 968 Euro konnte die Rheinmetall-Aktie am Dienstag ihren jüngsten Rekord markieren.
Dass es im späteren Handel zu Gewinnmitnahmen kam und die Rheinmetall-Aktie mit „nur“ 928,80 Euro aus dem Handel ging, tut der Rallye erst einmal keinen Abbruch. Die Tagesverluste beschränkten sich auf 0,3 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass es seit Jahresbeginn um über 50 Prozent aufwärtsging, ist das wohl mehr als verschmerzbar.
Jetzt müssen bei Rheinmetall Aufträge folgen
Es sieht derzeit ganz danach aus, als hätte die Rheinmetall-Aktie mit ihrer Rallye gerade erst begonnen. Allerdings werden nun auch zeitnah konkrete Aufträge folgen müssen. Denn die Anleger haben eben das schon mal vorweggenommen und eingepreist. Entsprechend wird man sehr genau hinsehen, ob und in welchem Umfang die EU ihre Anstrengungen zum Ausbau der eigenen Streitkräfte sowie der Ukraine-Unterstützung vorantreiben wird.
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19.02.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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