Mit einem neuen Luftabwehrfahrzeug will Rheinmetall für Begeisterung und weitere Auftragseingänge sorgen
Das Timing von Rheinmetall könnte kaum besser sein
In der Nacht zu Montag herrschte in Europa viel Aufruhr. Offenbar haben sich mehrere russische Drohnen nach Polen verirrt und dort den Luftraum verletzt. Medienberichten zufolge kam es wohl auch zu Schäden an einem Familienhaus, verletzt wurde aber offenbar niemand. Dennoch beruft Polens Regierung bereits eine Sondersitzung ein und der Vorfall zeigt erneut, welchen Stellenwert die Luftverteidigung heutzutage hat.
Passend dazu stellte Rheinmetall (DE0007030009) bei der Rüstungsmesse DSEI in London ein neues Gefechtsfahrzeug vor, das in Zusammenarbeit mit Lockheed Martin entstanden ist. Der „Fuchs Evolution“ soll in der Lage sein, 24 vertikal startende Raketen abzufeuern. Dem Hersteller zufolge handelt es sich dabei um das erste Fahrzeug dieser Art, welches zu Bekämpfung sowohl von Luftzielen als auch von Kampfpanzern geeignet sei.
Beeindruckt von der Zusammenarbeit ist der amerikanische Partner Lockheed Martin, welcher in Rheinmetall einen langfristig wichtigen Mitstreitet erkennt. Ob auch potenzielle Abnehmer sich von den Qualitäten des neuen Gefährts überzeugen ließen, bleibt abzuwarten. Zuletzt musste Rheinmetall beim Fuchs eine Schlappe hinnehmen. Die Bundeswehr wird sich beim Nachfolger für den Transportpanzer Fuchs 1 aller Voraussicht nach für ein Modell des finnischen Unternehmens Patria entscheiden.
An der Börse dürfte das Ganze umso mehr Aufsehen erregen, je größer die gefühlte Bedrohungslage ausfällt. Nach den Vorfällen in Polen ist die Lage noch einmal deutlich brisanter geworden. Mögliche Reaktionen wären eine Verstärkung der Luftabwehr der Ukraine oder sogar direkte Unterstützung bei der Verteidigung des Luftraums. In beiden Fällen wären die Neuvorstellung von Rheinmetall nicht uninteressant.
Rheinmetall bleibt fleißig
In jedem Fall unterstreicht Rheinmetall mit seinen Neuvorstellungen, dass das Unternehmen sich auf bisherigen Wachstumschancen nicht ausruht und ständig neue Gelegenheiten zu nutzen versucht. Das ist aus Anlegersicht sehr erfreulich und es eröffnet auf lange Sicht weitere Aussichten auf eine Fortsetzung der Kursrallye. Letztere ist zuletzt wieder etwas in Gang gekommen und der Aktienkurs kratzte am Dienstag zeitweise schon wieder an der Marke von 1.800 Euro.
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10.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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