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Wolters Kluwer, Intuit: Strategiedepot Aktien Konservativ

Update zum Strategiedepot Aktien Konservativ 13.09.2020

 

Auch in der abgelaufenen Woche setzten sich die Gewinnmitnahmen an den internationalen Aktienmärkten ohne eine weitere fundamentale Nachrichtenverschlechterung ungebrochen fort. Der MSCI World (Euro)-Index verlor - 1,6 %.

Das sektorale Muster der Aktienbewegungen änderte sich dabei gegenüber der Vorwoche jedoch dahingehend, dass im Segment der Wachstumsaktien nahezu nur noch klassische Informationstechnologie-Titel unter erhöhtem Korrekturdruck standen, während insbesondere Aktien der Gesundheitsbranche sowie überwiegend auch defensive, konsumnahe Werte eine sehr erfreuliche Wochenperformance verzeichneten. In traditionellen, konjunktursensiblen Industrie- und Finanztiteln nahm die Abgabeneigung hingegen wieder leicht zu.

Angesichts dieses beschriebenen Sektorrotations-Musters, in dessen Zuge auch der S&P 500-Index aktuell unter gleichfalls deutlicher Zurückbildung des VIX-Volatilitätsindexes alle Anstalten macht, seinen am 03.09. eröffneten Korrekturtrend wieder nach oben zu verlassen, sehen wir nun jedoch verstärkte Anzeichen, dass sich die zurückliegende Kursschwäche an den Aktienmärkten nun bereits wieder dem Ende entgegenneigen könnte. Wir würden in diesem Falle unsere aktuell noch bestehenden ETF-Absicherungen auf den S&P 500-Index natürlich sofort wieder auflösen, was wir von nun an kontinuierlich überprüfen werden.

In den USA ist die Berichtsperiode zum 2. Quartal nun mit Vorlage aller S&P 500-Unternehmenszahlen vollständig abgeschlossen worden. Die hierbei verzeichnete Quote positiver Nettogewinnüberraschungen von 84 % stellte dabei einen exzellenten Wert, und zwar den höchsten seit 2008 sowie einen der höchsten der gesamten letzten 20 Jahre dar.

Zudem haben unter 65 S&P 500-Konzernen aktuell 43 ihre eigenen Gewinnprognosen für das 3. Quartal zuletzt erhöht, nur 22 abgesenkt (= positive Gewinnprognose-Quote von 66 %, weit über dem 5 Jahres-Durchschnitt von nur 32 %), was auch die Analysten veranlasste, ihre gesamte Gewinnrückgangs-Prognose für den S&P 500-Index im 3. Quartal auf „nur“ noch - 22,2 % gegenüber dem Vorjahr anzuheben (vor rd. 6 Wochen noch über - 30 %).

Dagegen geht dieser positive Gewinnerwartungstrend in den USA an den europäischen STOXX 600-Konzernen auch weiterhin komplett vorbei. Denn nachdem hier bislang in der Berichtssaison zum 2. Quartal nur in 59 % aller Fälle positive Nettogewinnüberraschungen publiziert wurden, verharrt aktuell wie schon seit Wochen die Analystenschätzung des STOXX 600-Nettogewinns für das 3. Quartal auch weiterhin bei drastischen - 52 % (!!) gegenüber dem Vorjahr. Eine größere quartalsweise Unternehmensgewinndiskrepanz zwischen den USA und Europa dürfte es somit historisch wohl noch kaum gegeben haben, sollten die Analysten in diesen Prognosen Recht behalten.

Gemäß den im Moment weitgehend beibehaltenen Analystengewinnschätzungen für 2021 wie auch der nahezu völligen Stagnation des MSCI World (USD)-Index seit Ende September steht dessen entsprechendes KGV (2021e) von rd. 20 auch weiterhin auf dem höchsten Niveau seit dem Jahreswechsel 2001/2002, ist also in absoluter Betrachtung weiterhin als historisch sehr angespannt einzustufen. In der relativen Bewertung hierzu halten wir jedoch sowohl den rd. 30 %igen KGV-Aufschlag des MSCI USA- zum MSCI World-Index, wie auch darüber hinaus den rd. 23 %igen KGV-Aufschlag des technologielastigen Nasdaq 100-Index zum MSCI USA aufgrund jeweils deutlich überlegener Margen- und Gewinnwachstumsperspektiven aktuell für völlig angemessen und somit vertretbar.

 

Chart: MSCI World (Euro) – Index

 

 

Entgegen der Kursschwäche des MSCI World (Euro)-Index konnte das Strategiedepot AKTIEN KONSERVATIV dank seiner grundsätzlich sehr qualitäts- und stabilitätsbewussten Aktienauswahl sowie eines fast 7 %igen Absicherungsgewinns in der eingegangenen DB x-Trackers S&P 500 2x Short ETF-Position (LU0411078636) in der letzten Woche zulegen und gewann + 0,9 % hinzu.

Hierdurch ergab sich seit Auflegung am 26.02.2019 per 13.09. auf Euro-Währungsbasis eine Nettoperformance des Depots (vor Dividenden) von + 17,7 %, womit die Outperformance gegenüber dem MSCI World (Euro) - Index weiter deutlich auf + 9,0 % ausgebaut werden konnte.

Wie schon eingangs erläutert verzeichneten speziell Aktien des Gesundheitssektors in der vergangenen Woche weltweit starke Kursaufschläge, die neben den immer näher rückenden ersten Impfstoffeinführungen gegen das Covid 19-Virus auch fraglos der generell sehr attraktiven Aktienbewertung dieses Sektors zuzuschreiben waren (KGV 2021e des MSCI World Healthcare-Index aktuell nur rd. 18, also sogar aktuell mit einem Bewertungsabschlag gegenüber dem MSCI World-Index versehen). Hiervon profitierte auch vor allem die Aktie des Schweizer Laborausrüsters TECAN (CH0012100191), die als einer der stärksten Depotwerte im Wochenverlauf um + 5,2 % zulegte.

Noch dynamischer um + 5,4 % kletterte im Wochenverlauf die Aktie des weltführenden Wirtschafts- und Steuerrechts-Verlags WOLTERS KLUWER (NL0000395903), was jedoch vor allem verstärkten charttechnischen Ausbruchssignalen aus dem bereits bestehenden Aufwärtstrend zuzuschreiben war. Nachdem der Konzern selbst trotz mehrwöchiger Schließung vieler Universitäten und Fachbuchhandlungen im 1. Halbjahr bei einer 4 %igen Umsatzausweitung eine hervorragende 16 %ige Betriebsgewinn- und gar 21 %ige Reingewinnsteigerung gegenüber dem Vorjahr erzielte, halten wir es nur für eine sehr kurze Zeitfrage, bis der mit einem KGV (2020e) von rd. 28 moderat bewerteten Aktie charttechnisch endgültig die Überwindung aller noch verbliebenen Trendwiderstände gelingt und behalten diese Position in unserem Strategiedepot AKTIEN KONSERVATIV daher selbstverständlich bei.

Dagegen korrigierten neben dem Gros der Technologie-Blue Chips des Depots (wie z.B. Amazon, Adobe, Facebook und Microsoft) gerade auch der weltgrößte Anbieter von Steuer- und Finanzmanagement-Software INTUIT (US4612021034) deutlicher um - 5,4 %, nachdem die US-amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC eine Fortsetzung der bereits seit über einem Jahr dauernden Untersuchung gegen Intuit wegen des Verdachts Verbraucher täuschender Marketingkampagnen für ihre Steuersoftware „TurboTax“ angekündigt hat (Hauptvorwurf: Angebot des Bezugs zahlungspflichtiger Softwareinhalte, die über andere Zugangskanäle jedoch auch kostenfrei erhältlich sind). Intuit hat diese Vorwürfe unter Einreichung vermeintlich beweiskräftiger Dokumente jederzeit vehement bestritten, was jedoch die FTC bislang offenbar nicht veranlasste, diese Untersuchungen gegen Intuit nun einzustellen.

Trotz dieses schwebenden Vorgangs behalten wir die Aktie nach Vorlage eines sehr überzeugenden Quartalsergebnisses auch weiterhin in unserem Strategiedepot AKTIEN KONSERVATIV bei.

 

 

15.09.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de