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ST MICRO, ALBEMARLE: Themendepot Elektromobilität

Update zum Themendepot Elektromobilität 16.02.2020

 

Im Umfeld der freundlichen globalen Aktienmärkte setzte das Themendepot ELEKTROMOBILITÄT seinen bereits seit der Depotauflegung am 03.02.2020 verzeichneten Kursanstieg in der Woche vom 09. – 16.02. erneut nahtlos fort und gewann stark um weitere + 4,1 % hinzu. Die Nettoperformance des Depots (vor Dividendenzahlungen) beläuft sich auf Währungsbasis Euro damit per 16.02. bereits auf + 11,4 %, während sich in Schweizer Franken-Umrechnung die zeitgleiche Nettorendite mit + 11,0 % ergibt.

Abgesehen von der aktuell weiter sehr stabilen Aktie von TESLA, die derzeit nach unserer Erwartung vor ihrer Hausse-Fortsetzung jedoch dabei sein dürfte, zunächst in einem Bereich um ca. 700 - 800 USD kurzfristig einen charttechnischen Boden auszubilden, tendierten unter anderem auch die weiteren Depotvertreter ALBEMARLE CORP. (US0126531013 / + 8,6 %) und ST MICROELECTRONICS (NL0000226223 / + 6,1 %) in der vergangenen Woche sehr fest.

Bei der 1994 gegründeten, in North Carolina / USA ansässigen und aktuell mit einer Aktienmarktkapitalisierung von 9,4 Mrd. USD ausgestatteten ALBEMARLE CORP. handelt es sich um den weltgrößten Betreiber von Lithium-Minen wie auch der Konversion in Lithium-Komponenten aller Art, vorrangig in Form von Lithium-Carbonaten und Lithium-Hydroxiden. Diese finden nicht nur in der vorrangigen Herstellung von besonders leistungsfähigen und langlebigen Lithiumionen-Batterien und -Katalysatoren für elektronische wie auch hybride Fahrzeuge Anwendung (aktueller Konzernumsatzanteil incl. der Lithiumförderung knapp 70 %), sondern dienen auch z.B. als Einsatzstoffe für Glas-, Keramik- und Emaille-Produkte, als Katalysatoren für die Herstellung chemischer Ester, Zusätze für die Herstellung von Schweißstäben und -drähten sowie als Einsatzstoffe für die Aluminiumverhüttung, die Zementproduktion sowie (als Hydroxide) für die Herstellung von Lithiumfetten und Farbstoffen. Der übrige Geschäftsbereich von Albemarle erstreckt sich mit knapp 30 % Umsatzanteil auf die ebenso weltführende Exploration von Brom und Herstellung chemischer Brom-Derivate, die z.B. als Flammschutzmittel, Treibstoffzusätze, in Farbstoffen, als Bleichmittel und für die Wasserbehandlung und -reinhaltung eingesetzt werden.

Der weltweit sehr ausgewogen aktive Konzern (Umsatzanteil USA nur rd. 26 %, Kern-Asien China/Japan/Südkorea ebenfalls 26 %, Rest der Welt 48 %) wird seine Zahlen zum 4. Quartal und Gesamtjahr 2019 heute, am 19.02., nach Börsenschluss der Wall Street vorlegen, was zweifelsohne ein wesentlicher Grund für den starken Aktienkursanstieg der letzten Tage war. Analysten erwarten im Durchschnitt für das Gesamtjahr 2019 einen Umsatzanstieg um rd. 6,5 %, der jedoch vor allem aufgrund des zurückliegenden Handelskonflikts zwischen USA in China mit einem konjunkturellen Margendruck verbunden sein und daher in einem rückläufigen Reingewinn um ca. – 6 % seinen Niederschlag finden dürfte.

 

Chart: ST MICROELECTRONICS gegen EUROPA STOXX 600 – Index

 

Chart: ST MICROELECTRONICS gegen EUROPA STOXX 600-Index

 

Einen hervorragenden Lauf hat seit Anfang 2019 auch die Aktie von ST MICROELECTRONICS, die mit einem seitherigen Kurssprung um nicht weniger als + 177 % aktuell nahezu monatlich neue Rekordkursmarken aufweist. Der 1987 gegründete, in Genf / CH ansässige (jedoch an den Börsenplätzen Paris und Mailand hauptnotierte) und mit einer aktuellen Aktienmarktkapitalisierung von knapp 27 Mrd. Euro versehene Konzern ist einer der weltführenden Hersteller von Halbleitern für elektronische Prozesssteuerungen aller Art. Da hier der Anwendungsbereich für Automobile den größten Konzernumsatzanteil von rd. 37 % einnimmt, unmittelbar dahinter jedoch bereits paritätisch die weiteren Sparten „Microcontroller / Digitale Schaltkreise“ und „Mikroelektronische Speichermodule und Sensoren“ folgen, ist einerseits sowohl in der Vielfalt der Halbleiteranwendungen wie auch der Dominanz des Kundensektors „Automobile“ ST MICROELECTRONICS fraglos als der schärfste europäische Konkurrent zu INFINEON einzustufen und auch hinsichtlich der Aktienmarktkapitalisierung mit INFINEON nahezu deckungsgleich. Der Konzern ist weltweit tätig, jedoch entfallen hier interessanter Weise nicht weniger als 50 % des Konzernumsatzes aktuell allein auf das Land Singapur (wenn auch von hier aus mit weiter gesteuertem Produktvertrieb in den gesamten asiatisch-pazifischen Raum zuzüglich eines 5 %-igen Produktionsanteils in Japan selbst). Die verbleibenden Umsatzanteile erstrecken sich zu 32 % auf Europa und 12 % die USA.

Ähnlich wie auch INFINEON machte die internationale Konjunktur- und speziell Automobilsektor-Krise ST MICROELECTRONICS im Jahr 2019 ebenfalls stark zu schaffen. Gemäß den bereits am 23.01. vorgelegten Gesamtjahreszahlen (per 31.12.19) brach trotz einer weitgehenden Umsatzstagnation (- 1,1 %) der Nettogewinn gleich um - 20 % auf knapp 1 Mrd. USD ein. Positiv hob sich der Konzern jedoch dahingehend von Infineon ab, und legte damit auch einen weiteren Grundstein für die anhaltende Aktienkursrallye, dass allein im 4. Quartal 2019 getragen vom Geschäft mit Microcontrollern und Automobilhalbleitern der Umsatz bereits wieder um + 8 % gegenüber dem Vorjahr, und der Reingewinn gar um fast + 30 % gesteigert werden konnte. Hiermit konnten auch alle Analystenerwartungen deutlich übertroffen werden. Somit verzeichnet ST MICROELECTRONICS in seinem Kerngeschäft mittlerweile also ganz offensichtlich eine wesentlich stärkere Ertragsbodenbildung, als dies gegenwärtig noch bei Infineon der Fall ist.

Auch der Ausblick von ST MICROELECTRONICS für 2020 und 2021 klingt durchaus verheißungsvoll. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet der Konzern gegenüber 2019 eine Umsatzsteigerung von knapp + 14 %, während die Bruttomarge (= Umsätze abzüglich umsatzabhängige Kosten (Nettoumsätze) / Bruttoumsätze) relativ konstant bei rd. 38 % liegen soll. Für 2020 peilt der Konzern ferner Neuinvestitionen von 1,5 Mrd. Euro an, was immerhin gut 15 % des 2019er Gesamtjahresumsatzes entsprechen würde. Dies soll auch dazu betragen, „mittelfristig“ wieder einen Jahresumsatz von rd. 12 Mrd. USD zu erreichen, nachdem dieser im Gesamtjahr 2019 nur 9,6 Mrd. USD betragen hatte.              

Aufgrund dieser Perspektiven stufen wir die Aktie von ST MICROELECTRONICS, zu dessen Kernkunden u.a. TESLA und APPLE zählen, mit einem KGV (2020e / 2021e) von nur rd. 21 bzw. 17 gegenwärtig als attraktiv bewertet ein, und halten auch die weiteren Kursaussichten der Aktie daher für sehr vielversprechend.

 

 

19.02.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de