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BORALEX, ENCAVIS: Update Themendepot Energiezukunft

Update zum Themendepot Energiezukunft 26.04.2020

 

In der zurückliegenden Woche war die Kursentwicklung an den globalen Aktienmärkten rückläufig (MSCI World Euro-Index – 0,8 %), nachdem die Corona-Pandemie im Wochenverlauf kaum Anzeichen eines weiteren Abklingens aufwies. Zudem hatten trotz teilweiser Aufhebungen von Wirtschaftseinschränkungen Konjunkturprognosen eines drastischen 2020er BIP-Einbruchs von ca. - 6% bis - 7% in Europa und den USA angesichts extrem schwacher Arbeitsmarkt- und Konsumentenvertrauens-Zahlen unverändert Bestand. Der Erholungstrend an den internationalen Aktienmärkten ist jedoch weiterhin gänzlich intakt, so dass sich unsere zurückliegende Empfehlung, die Investitionsquote in breit gestreuten Aktiendepots zunächst von 50 % auf 70 % anzuheben, im Nachhinein auch als richtig erwiesen hat.  

Wir werden eine Aktienallokationsquote von rd. 70 % auch im neu gestalteten Themendepot “ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN” nachvollziehen, das mit der Börseneröffnung 04.05. an den Start gehen wird, und in das auf Einstandskursbasis ab dem 07.04. unter anderem auch einige zurückliegend erworbene Titel aus dem Themendepot ENERGIEZUKUNFT übertragen werden. Das Management des Themendepots ENERGIEZUKUNFT wird hingegen mit Wirkung zum Börsenschluss 01.05. eingestellt.                 

 

Chart: MSCI World EURO – Index

 

Chart: MSCI World Euro-Index

 

Der Abschwächung der globalen Aktienmärkte in der letzten Woche konnte sich auch das Themendepot ENERGIEZUKUNFT nicht entziehen und verlor im gleichen Zeitraum - 1,4 %.  

Auf Währungsbasis Euro betrug die Nettoperformance des Depots (excl. Dividenden) seit Auflegung am 01.11.2020 per 26.04.2020 somit + 1,0 %. Zeitgleich verzeichnete der Vergleichsindex MSCI World Euro jedoch einen Nettoverlust von - 8,8 %, so dass das Themendepot auch weiterhin eine hochgradige Outperformance aufweist. 

Besonders belastet wurde die wöchentliche Depotperformance von kräftigen Gewinnmitnahmen in den zuletzt stark gestiegenen Werten ENCAVIS (DE0006095003; - 7,4%) und BORALEX (CA09950M3003; -4,4 %)

Bereits in unserem letzten Wochen-Update zum Themendepot ENERGIEZUKUNFT hatten wir ENCAVIS als einen führenden europäischen Konzern in der Finanzierung und Verwaltung von Solar- und Windkraftprojekten eingehend analysiert und dabei die wachsende Ertragsdynamik des Konzerns herausgestellt, die folgerichtig in den letzten Jahren mit einer massiven historischen Outperformance gegenüber dem MSCI Word Euro-Index einherging. Die in der letzten Woche eingesetzten Gewinnmitnahmen verwundern bzw. beunruhigen uns daher in keiner Weise. Ganz im Gegenteil begrüßen wir, dass sich durch die kurzfristige technische Abschwächung das KGV der Aktie auf ein nochmals attraktiveres Niveau von nur 27 (2020e) bzw. 22 (2021e) zurückbildete. Angesichts einer sehr stetigen Verfünffachung des Konzernumsatzes von 2013 – 2019 und gar einer Versiebenfachung des operativen Gewinns im gleichen Zeitraum (bei einer gleichzeitigen exzellenten operativen Marge von 43 %) stufen wir die Aktie auf der genannten KGV-Basis als klar unterbewertet ein.  

Auch von 2019 – 2022 erwarten die Analysten im Konsens eine weitere Steigerung des Konzernumsatzes um 23 % sowie gar mindestens eine weitere Verdreifachung des Nettogewinns auf rd. 75 Mio. Euro. Sein Ergebnis zum 1. Quartal 2020 wird der Konzern am 27.05. präsentieren. 

 

Chart: BORALEX Inc. gegen MSCI World – Index (jeweils in Euro) 

 

Chart: BORALEX gegen MSCI World-Index in Euro

 

Die 1990 gegründete und in Quebec / Kanada ansässige BORALEX Inc.  (Aktienmarktkapitalisierung: rd. 1,9 Mrd. USD) ist ein führender Baukonzern in der Errichtung von Kraftwerken ausschließlich zur Erzeugung erneuerbarer Energien in den Segmenten Wind-, Wasser-, Wärme- und Solarkraft.  Auf den erstgenannten Bereich der Windenergie entfällt dabei der Löwenanteil des Konzernumsatzes von rd. 82 %, gefolgt von Wasserkraft (11 %), Erdwärme (5 %) und Solarstrom (1 %). Die konstruierten Anlagen von Boralex erstrecken sich bislang auf Kanada, den Nordosten der USA und Frankreich und verfügten Ende 2019 bereits über eine gesamte jährliche Stromerzeugungskapazität von 2,04 GW.   

Vom Ausbruch der Corona-Pandemie ist der Konzern, dessen Umsatz von 2016-2019 um 89 % und Betriebsgewinn (EBIT) gar um 164 % hochschoss, nach Vorstandsangaben bislang nur bedingt tangiert. 97 % ihrer Kraftwerksproduktionsleistung unterliegen langfristigen, mengen- wie preisgebundenen Lieferverträgen (durchschnittliche Vertragsdauer 13 Jahre), wobei es sich bei ihren Auftraggebern überwiegend um regierungsnahe Staatskonzerne Kanadas, der USA und Frankreichs handelt. Diese Verträge enthalten auch keinerlei Liefer- oder Preiskürzungsklauseln im Falle von Sonderereignissen, wie nun dem Covid 19-Corona-Virus. Allerdings war bislang für 2020 die starke Errichtung neuer Windkraftkapazitäten und –anlagen insbesondere in Frankreich geplant. Diese planmäßige Umsetzung steht aktuell jedoch nun auf dem Diskussionsprüfstand mit der französischen Regierung, wobei es nach unseren Erwartungen letzten Endes jedoch wohl zu Verschiebungen vieler Bauprojektabschlüsse ins Jahr 2021 hinein kommen dürfte. 

Der Konzern wird sein Ergebnis des 1. Quartals 2020 am 06.05. publizieren, und kündigte für diesen Tag auch bereits Aktualisierungen seines Ausblicks sowohl für 2020 wie auch bis 2023 unter dem Aspekt der Corona-Pandemie an. Die Bewertung der Aktie mit einem KGV (2020e) von 82 sowie (2021e) von 63 halten wie angesichts des noch relativ jungen und somit sehr dynamischen Entwicklungsstadiums, in dem sich der Konzern weiterhin befindet, gegenwärtig grundsätzlich für angemessen.

 

 

30.04.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de