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Wirtschaftskriminalität – ein großes Problem deutscher Unternehmen

Ein aktueller, aber sich stets wandelnder Themenbereich

 

Wirtschaftskriminalität bleibt ein großes Problem deutscher Unternehmen. Laut einer aktuellen Studie von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG war nahezu jedes dritte Unternehmen in den letzten zwei Jahren von Wirtschaftskriminalität betroffen. Dabei sind große Unternehmen fast doppelt so häufig wie kleine Unternehmen betroffen. Besonders relevante Delikte sind der Missbrauch oder Diebstahl von Daten und die Verletzung von Schutz- und Urheberrechten.

Laut KPMG beeinflusst auch die Corona-Pandemie die Wirtschaftskriminalität. Veränderungen der gewöhnlichen Geschäftsabläufe, unregelmäßige Kontrolle sowie allgemeine Verunsicherung stellt die ideale Grundlage für Betrug dar. Seit März gab es insbesondere bei betrügerischen Websites und bei Kredit- und Subventionsbetrug einen erheblichen Anstieg.

Aktuell will die Bundesregierung die Vorschriften gegen Geldwäsche deutlich verschärfen und es wird immer wieder betont, dass die Strafverfolgung im Bereich Wirtschaftskriminalität effektiver gemacht werden muss. Aber was ist überhaupt unter Wirtschaftskriminalität zu verstehen?

 

Begriff und Erscheinungsformen Wirtschaftskriminalität

 

Ein grundlegendes Problem beim Verstehen der Wirtschaftskriminalität ist die Begriffsbestimmung. Obwohl Wirtschaftskriminalität ein derart aktuelles und wichtiges Thema ist, ist eine eindeutige Definition nicht gegeben, insbesondere keine Legaldefintion. Es bestehen schon Unterschiede bei der Frage, ob es sich um eine strafrechtliche oder kriminologische Perspektive handeln soll. Eine pragmatische strafrechtliche Orientierung ist der Straftatenkatalog des § 74c Gerichtsverfassungsgesetz (GVG). Dazu gehören Straftaten nach Gesetzen zum Wirtschafts- und Handelsverkehr oder zum Steuer- und Zollwesen.

Neben der eigentlichen Begriffsbestimmung kommt hinzu, dass Wirtschaftskriminalität sich der Zeit und Entwicklungen anpasst. Die Erscheinungsformen der Wirtschaftskriminalität werden bestimmt durch Wirtschaftssystem und -verfassung, durch Sozialstruktur, technischen Stand und verschiedene Entwicklungen. Während Formen wie Steuerhinterziehung beständig sind, treten neue Formen, die erst durch Entwicklungen in Wirtschaft und Technik möglich geworden sind, wie etwa Computerkriminalität, neu auf.

Dies zeigt, dass es nicht die Wirtschaftskriminalität schlechthin gibt. Es ist es mit Sicherheit ein Grund – neben einigen anderen – warum es weiterhin ein so großes und aktuelles Problem bei deutschen Unternehmen ist und warum es so schnell beeinflusst werden kann, wie etwa durch die Corona-Pandemie.

 

08.09.2020 - Ann-Kathrin Wellen - akw@ntg24.de

 






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