als .pdf Datei herunterladen

Marktbericht Gold – Happy End bei Gold? Was sagt die Markttechnik?

Die Handelswoche in Gold vom 08.06. – 12.06.2026

NTG24 - Marktbericht Gold – Happy End bei Gold? Was sagt die Markttechnik?

 

Hatten wir in der vergangenen Woche die Frage, ob am Golf die Friedenspfeife oder doch nur der Colt raucht, noch mit dem Colt beantwortet, lehrte der Verlauf dieser Handelswoche, dass die Friedenspfeife noch glüht. Bedeutet das aber, dass der Colt wieder weggelegt wurde? Ein bedeutender Teil der Marktteilnehmer glaubt dies aktuell, wenn man den Ölpreis betrachtet. Gold setzte bis Donnerstag zunächst seine kurzfristige Abwärtsbewegung fort und unterschritt dabei auch sein bisheriges Jahrestief. Charttechnisch hat sich dadurch die Lage nochmals eingetrübt. Die gemischte Indikatorenlage mahnt deshalb weiter zur Vorsicht!

Stand der Ausklang der Vorwoche noch ganz im Zeichen der US-Konjunkturdaten, so verschob sich in dieser Handelswoche der Schwerpunkt wieder eindeutig auf die Entwicklung in der Goldregion. Zum gestrigen Handelsschluss wurde die Wahrscheinlichkeit, dass die USA und der Iran bis zum 30.06.2026 einen dauerhaften Friedensvertrag erreichen, auf Polymarket mit 48 % gehandelt, während sie kurz vorher noch bei 16 % gelegen hatte.

War der Wunsch hier der Vater des Gedankens?

Wenn man die diesbezügliche Entwicklung in den vergangenen Monaten Revue passieren lässt wird schnell klar, dass sie anders verlaufen ist, als die USA es erwartet hatten. Die US-Zwischenwahlen werfen immer stärker ihren politischen Schatten auch auf US-Präsident Trump, der die innenpolitisch unpopuläre Lage zu verantworten hat, er aber nicht zur Wahl steht. Diese Asymmetrie dürfte sich in den kommenden Wochen verstärken und bringt einen innenpolitischen Einigungsdruck mit sich, der ein wesentlicher Treiber der jetzt anscheinend vorliegenden Einigung mit dem Iran ist.

Anzeige:

Kleiner Münzhandel Barrenshop

 

Die Alternativen sind für die USA und seine Verbündeten derweil überschaubar. Die bisherigen Waffenstillstände verdienen diesen Namen nicht und ein einfacher Rückzug der USA würde die Glaubwürdigkeit von Trump stark beschädigen. Der Iran hat den Konflikt durch die Umstellung seiner Strategie nach den Angriffen im vergangenen Jahr komplexer gemacht und geographisch ausgeweitet und hat damit einen strategischen Sieg errungen. Darin aber liegt auch das Risiko der aktuell angekündigten Einigung! Denn die strategischen Verlierer haben ein Akzeptanzproblem mit diesem Ergebnis und damit einen Anreiz, eine dauerhafte Friedensvereinbarung zu sabotieren.

Die Frage danach, wem ein dauerhafter Frieden in der Golfregion nützt, ist also das Komplement der Frage, wem eine Fortsetzung nützt. Die längerfristigen Trends bei der ökonomischen und politischen Reorganisation der Weltwirtschaft und seiner langfristigen Wachstumskerne bilden hier die Tiefenströmung der Anreize, den Golfkonflikt für die eigenen Ziele zu nutzen, allen voran China. Zu den großen Verlierern eines fortgesetzten Konfliktes gehören zweifellos die energiearmen asiatischen Staaten und die EU, zu den außenwirtschaftlichen Gewinnern auch die USA. Man darf also gespannt sein, ob das politische Eigengewicht des aktuellen Friedensvertrages, der wohl vor allem Zeit für eine detaillierte Regelung kaufen wird, ausreicht, um den politischen Seitenwind abzufangen, der die erhoffte Einigung wieder zum Scheitern bringen kann!

 

Gold mit neuem Jahrestief und Intraday Reversal

 

Gold (TVC:GOLD) spiegelte diese Gemengelage im Wochenverlauf und zerschlug dabei zumindest kurzfristig einiges charttechnisches Porzellan. Im Wochenvergleich gab der Goldpreis von 4.327,88 USD auf 4.218,56 USD und damit um 2,5 % nach.

Die technische Lage verdeutlicht Chart 1 auf Wochencandle-Basis.

 

Gold Spot / US-Dollar auf Wochenbasis

 

Er zeigt, dass Gold mit dem neuen Jahrestief von 4.023,87 USD in einen Kursbereich ohne bedeutende statische Unterstützungen hineingefallen ist, sich aber im Zuge der politischen Einigungsankündigung (!) im Wochenschluss wieder über das alte Jahrestief retten konnte. Der dabei gebildete hängende Docht macht Hoffnung. Dem steht technisch gegenüber, dass das vermutete Konsolidierungsmuster eines Doppelbodens falsifiziert wurde und dabei auch noch die kumulierten Umsätze den Wochenverlust technisch robuster machen.

Wie die rote Aufwärtstrend-Linie zeigt, liegt die nächste substanzielle dynamische Unterstützung für Gold ein ganzes Stück vom aktuellen Kurs entfernt. Die seit Februar 2024 laufende mittelfristige Aufwärtstrend-Linie steht aktuell bei gut 3.600 USD, während die nächste nennenswerte statische Unterstützung, das Tief der Zwischenkonsolidierung vom Oktober 2025, bei 3.886,46 USD liegt.

Dies verdeutlicht, dass Gold kurzfristig aus charttechnischer Perspektive noch nicht aus der Gefahrenzone heraus ist. Denn mit Unterschreiten des Jahrestiefs am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche hat Gold ein kurzfristiges Verkaufssignal gegeben. Und die Gegenbewegung ab Donnerstag konnte die Verluste der Handelswoche eben nicht aufholen.

Chart 2 zeigt den Goldpreis nun auf Tagescandle-Basis.

 

Gold Spot / US-Dollar auf Tagesbasis

 

Dabei wird zum einen klar, dass Gold im Bereich zwischen 3.886,46 USD und 4.100 USD nur charttechnischen Morast vorfindet. Und aus dynamischer Sicht sieht es nicht viel besser aus. Der einfache 200-Tage-Durchschnitt liegt aktuell bei 4.446,48 Punkten und der einfache 50-Tage-Durchschnitt bei 4.578,08 Punkten. Nachdem Gold diese dynamischen Unterstützungen unterschritt, folgte jeweils ein nennenswerter Kursrückgang. Nun hängt Gold aus dynamischer Sicht zwischen einer zu tiefen dynamischen Unterstützung und zwei zu hohen dynamischen Widerständen. Keine besonders komfortable technische Situation!

Andererseits hatte die Umsatzentwicklung in dieser Handelswoche nicht wirklich den Charakter eines Ausverkaufs. Wie glaubhaft ist aber das Intraday-Reversal vom Donnerstag, wenn es vorher keine Panik gab? Irgendetwas passt hier zumindest aus technischer Sicht einfach nicht zusammen.

Anzeige:

Banner Zürcher Goldbrief

 

Wie könnte es weitergehen?

 

Die weitere Entwicklung wird weiter stark davon abhängen, ob die nun erzielte Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran zunächst wirklich unterschrieben wird und damit auch in Kraft tritt. Danach wird ihre Lebensdauer davon abhängen, dass es den dadurch Benachteiligten nicht gelingt, sie zu sabotieren. Der Stress auf dem Ölmarkt ist groß, und damit das Potenzial für wirtschaftliche Kollateralschäden dieses politischen Konfliktes.

Aus technischer Sicht befindet sich Gold in einer technischen Turbulenz, die auch durch den gestrigen Schlusskurs oberhalb des vorangegangenen Jahrestiefs noch nicht überstanden ist. Gleichwohl ist, wie Chart 1 zeigte, der mittelfristige Aufwärtstrend intakt, die Entfernung bis zu ihm lässt jedoch noch genug Raum für Luftlöcher. Es sollte deshalb niemanden wundern, wenn Gold plötzlich unter 4.000 USD notiert.

Dann allerdings könnte es zu einem technisch sauberen Ausverkauf kommen, der eine überzeugende Basis für ein Ende der Konsolidierung darstellt. Dass das dazu passende politische Szenario eher ,,the dark side of the moon‘‘ ist, ist jedoch beunruhigend. Es stehen den Märkten also kaum weniger spannende Wochen bevor!

 

Gold - kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Entwicklungen bei Gold sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Anleger. Lohnt sich aktuell ein Einstieg bei Gold oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Analysen und Empfehlungen zu Gold - hier den Zürcher Goldbrief kostenlos downloaden...

 

13.06.2026 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)