Cerebras verschreckt die Anleger mit den ersten Quartalszahlen nach dem Börsengang und die Aktie geht auf Tauchstation
Die hohen Erwartungen konnte Cerebras nicht vollumfänglich erfüllen
Zum ersten Mal nach dem Börsengang öffnete der KI-Hoffnungsträger Cerebras kürzlich seine Bücher. Das Unternehmen arbeitet an gigantischen Chips und dazugehörigen Supercomputern, die ihre Vorteile beim KI-Training in Zukunft ausspielen sollen. Die Expansion geht voran und das Management gibt sich optimistisch. Doch die Anleger bekommen erste Zweifel.
Cerebras (US15675D1037) selbst sprach von „starken“ Zahlen. Zu sehen gab es unter anderem einen Rekordumsatz in Höhe von 193,4 Millionen US-Dollar und ein neu angekündigter Deal mit OpenAI über 750 Megawatt an Rechenleistung wird auf mehr als 20 Milliarden Dollar beziffert. Bis hierhin scheint alles bestens zu laufen.
Doch obwohl Cerebras auf seine Fortschritte sichtlich stolz ist, reagierte die Aktie mit einem regelrechten Ausverkauf. Um 19,6 Prozent ging es am Mittwoch in die Tiefe und zeitweise wurde bei 181,56 Dollar ein neuer Tiefpunkt erreicht. Damit ist der Titel schon wieder unter den im Mai erzielten Ausgabepreis von 185 Dollar gerutscht. Ausschlaggebend dafür waren vor allem Details.
Leise Zweifel bei Cerebras-Aktionären
Verschnupft blickten die Börsianer vor allem auf die Bruttomarge. Jene lag im ersten Quartal noch bei 47 Prozent, für das Gesamtjahr werden aber lediglich 38 bis 41 Prozent in Aussicht gestellt. In einem Interview mit „CNBC“ begründete Cerebras-Chef Andrew Feldman dies damit, dass für den Ausbau von Kapazitäten Ausrüstung von einem großen Kunden zurückgemietet werden müsse. Dies sei allerdings Teil der strategischen Planung. Die Aktionäre ließen sich davon nicht trösten.
Wie „Der Aktionär“ berichtet, sorgen die Märkte sich zusätzlich um auslaufende Sperrfristen für Insider. Schon kurz nach der Zahlenvorlage wurden etwa 28 Millionen Class-A-Aktien für den Handel freigegeben. Das muss nichts bedeuten, doch fürchten die Börsianer, dass manch einer die Gelegenheit nutzen und Gewinne in die Tat umsetzen möchte. Darauf möchte offenbar nicht jeder einfach warten.
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26.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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