Schwacher Ausblick von Cerebras, FedEx verspürt Gegenwind und Nike wechselt CFO aus - BÖRSE TO GO
Schwacher Ausblick von Cerebras System - AI-Neuling wird nachbörslich abgestraft
Schwacher Ausblick von Cerebras Systems. Der AI-Neuling präsentierte nach Börsenschluss die Jahresprognose und kassierte dafür einen kräftigen Kursabschlag. FedEx verspürt Gegenwind. Die Anleger zeigen sich unzufrieden mit der Gewinnentwicklung. Enttäuscht Nike erneut? Der überraschende Wechsel des Finanzvorstands deutet auf interne Probleme hin, die noch nicht bekannt sind.
Nach einem schwachen Start beginnt sich der Aktienhandel in Asien im Verlauf der Sitzung zu fangen. Insbesondere in Seoul sind Dip-Käufer am Werk und ziehen den KOSPI zwischenzeitlich um mehr als 3,4 % in die Höhe. Auch der Hang Seng Index kann im Verlauf der Sitzung um mehr als 0,65 % steigen, während der Nikkei 225 Index um den Schlusskurs vom Montag herumpendelt. Weitgehend ausgeglichen auch der Terminmarkt. Der DAX-Future (September) wird vor Eröffnung der europäischen Vorbörse nahezu unverändert bei 25.091,50 (-0,07 %) gehandelt.
Die Schwäche der Wall Street zog Frankfurt am Dienstag nach unten. Alle deutschen Benchmarks verloren deutlich. Mit einem Tagesverlust von -0,98 % auf 24.893,58 Punkte kam der DAX noch am besten weg. Der SDAX und MDAX verloren hingegen -1,30 % und -1,37 %, während der TecDAX mit einem Abschlag von -1,69 % auf 3.903,86 Punkte erneut negativ herausstach. Der größte Verlierer im Technologieindex waren die Aktien von PVA TePla (DE0007461006), die um -6,14 % auf 40,68 Euro fielen.
Eine regelrechte Verkaufswelle ging in New York durch die Technologietitel. Der Nasdaq 100 Index eröffnete bereits sehr tief und beendete den Handel dann mit einem Verlust von -3,29 % auf nur noch 29.347,27 Punkte. Angeführt wurde die Verkaufswelle von den Halbleiterunternehmen, wobei SanDisk (US80004C2008) mit einem Verlust von -13,64 % auf 1.963,60 US-Dollar die Liste der Verlierer anführte. Auch der S&P 500 Index gab deutlich um -1,44 % auf 7.365,46 Punkte ab, während der Dow Jones Industrial Average Index nahezu unverändert bei 51.666,84 Punkten (-0,09 %) aus dem Handel ging.
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Schwacher Ausblick von Cerebras
Das hat wehgetan. Die Aktien von Cerebras Systems (US15675D1037) rutschten im nachbörslichen Handel um rund -11 % auf 201,51 US-Dollar ab, nachdem der AI-Chiphersteller seine Jahresprognose vorgestellt hatte. Man will im laufenden Geschäftsjahr 855 bis 865 Mio. US-Dollar erlösen und legte für das 1. Quartal einen Umsatz von 193,4 Mio. US-Dollar (+94 %) vor bei einem Verlust von -14 Mio. US-Dollar. Auf wenig Begeisterung stieß der Hinweis des Managements, dass man aufgrund von Engpässen Kapazitäten, die man an Kunden vermietet hat, zurückmieten muss, um seine Verpflichtungen gegenüber Großkunden wie OpenAI zu erfüllen. Das signalisiert der Börse, dass das Management seinen Job nicht gut macht. Die Enttäuschung der Anleger muss auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass das Unternehmen beim IPO 5,5 Mrd. US-Dollar erlöste, womit es das größte in der Geschichte der Halbleiterbranche war. Gleichzeitig sorgten die anschließenden Kursgewinne dafür, dass die Marktkapitalisierung aktuell bei 50 Mrd. US-Dollar liegt.
Gegenwind für FedEx
Nach einer starken Rallye, die bis Ende April anhielt, verspürt FedEx (US31428X1063) nun deutlichen Gegenwind. Nach Vorlage der Zahlen für das 4. Fiskalquartal und der neuen Prognose rutschen die Aktien im nachbörslichen Handel um mehr als -6 % ab und fallen dabei auch unter die psychologisch wichtige Marke von 300 US-Dollar. Der Logistikkonzern sah im abgelaufenen Quartal vor allem eine Erosion der Margen, die auf 8,4 % schrumpfte und damit auch unter den Erwartungen der Analysten blieb. Dazu trugen nicht nur die Folgen des Iran-Krieges bei, sondern auch die erzwungene Stilllegung der MD-11 Frachtflotte. Die amerikanische Luftaufsichtsbehörde (FAA) hatte für die 28 Maschinen vorübergehend ein Startverbot erteilt, nachdem am 04. November 2025 beim Start einer MD-11 des Konkurrenten UPS (US9113121068) das linke Triebwerk abgefallen war, was zum Tod von 15 Menschen geführt hat. Nach Beseitigung der Mängel darf die MD-11 Flotte von FedEx seit Mitte Mai wieder fliegen. Die Stilllegung und die Überprüfung kosteten FedEx ca. 175 Mio. US-Dollar. Auf „bereinigter“ Basis konnte FedEx nach Börsenschluss in New York die Konsensschätzung der Analysten für das abgelaufene Quartal schlagen, aber die Prognose für das neue Geschäftsjahr blieb mit 16,90 bis 18,10 US-Dollar je Aktie auf „bereinigter“ Basis unter den Erwartungen der Anleger.
Enttäuscht Nike erneut?
Schon seit Jahren befindet sich der amerikanische Sportartikelgigant im Rückwärtsgang. Daran änderte auch der Wechsel an der Spitze nichts. CEO Elliott Hill gerät inzwischen sogar unter deutlichen Druck des Aufsichtsrats und der Aktionäre, das operative Geschäft von Nike (US6541061031) endlich wieder zu neuem Wachstum verhelfen. In der Nacht auf Mittwoch kam nun hinzu, dass man überraschend den Finanzvorstand auswechseln wird. Mit David Denton wird der ehemalige Finanzvorstand von Pfizer (US7170811035) ab dem 17. August die Finanzen von Nike übernehmen. Das bringt die Möglichkeit ins Spiel, dass Nike für das laufende Quartal eine Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlichen wird. Nach überraschenden Wechseln von CFOs kommen im Anschluss häufig negative Nachrichten zutage. Die Befürchtungen der Börse drehen sich aktuell um die Frage, ob Nike bei Produkten mit einem Bezug zur Weltmeisterschaft Lieferprobleme erleidet.
Tagestermine
Nach den enttäuschenden Einkaufsmanagerindizes wird heute um 10:00 Uhr der ifo Geschäftsklimaindex für den Monat Juni erwartet. Die Prognose geht von einem Anstieg von 84,9 auf 85,6 Punkten aus. Der Geschäftserwartungsindex wird bei 85,0 Punkten nach zuvor 83,8 Punkten erwartet, während der Index der aktuellen Lageeinschätzung marginal von 86,1 auf 86,0 Punkte gesunken sein soll.
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24.06.2026 - Mikey Fritz

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