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Edelmetalle: Kurzfristig weitere Abgaben möglich, Korrekturende rückt jedoch immer näher

Weitere Zinsrisiken zunehmend überschaubar

NTG24 - Edelmetalle: Kurzfristig weitere Abgaben möglich, Korrekturende rückt jedoch immer näher

 

Am Freitag letzter Woche schlossen alle Edelmetalle den Handelstag deutlich schwächer ab, nachdem – wie von uns allerdings bereits erwartet – sich der Preissteigerungsdruck in den Ausgaben der US-Konsumenten im Januar gegenüber dem Dezember entgegen den hierin viel zu optimistischen Konsensprognosen der Analysten und Ökonomen erneut leicht erhöhte.

Die vornehmlich konjunkturzyklischen der 4 Haupt-Edelmetalle, Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) verzeichneten hierauf am Freitag, jedoch wie schon bereits in unserem entsprechenden Tagesbericht zu Platin detailliert begründet, zu unserem völligen analytischen Unverständnis als weit übertrieben anzusehende Kurseinbrüche um - 3,7 % auf nur noch 909 USD (Platin) bzw. um - 3,2 % auf 1403 USD (Palladium).

Die jedoch erheblich konjunkturimmuneren und somit aber als vielmehr erhöht inflations- und zinssensitiv einzustufenden Edelmetalle Silber (TVC:SILVER) und Gold (TVC:GOLD) konnten sich am letzten Freitag mit Abschlägen um - 2,4 % auf 20,77 USD (Silber) bzw. gar nur – 0,6 % auf 1812 USD (defensivstes Edelmetall Gold) dagegen relativ zu Platin und Palladium noch wesentlich besser behaupten.

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Verbesserte Konjunkturaussichten zunehmend im Vordergrund

 

Wir halten diese Underperformance von Palladium (wie schon mehrfach betont, jedoch grundsätzlich kein aktiver Bestandteil der Edelmetall-Anlagestrategie von NTG24) und besonders auch von Platin am Freitag gegenüber Silber und Gold jedoch nun für völlig verfehlt.

Denn aus unserer Sicht sind die unumgänglichen weiteren Inflationsbekämpfungs- und damit verbundenen weiteren Zinsanhebungsrisiken gerade für die USA, kaum weniger aber selbst auch für Europa, ab den kommenden Wochen und Monaten als perspektivisch sogar nun immer relevanter einzustufen als etwaige hieraus zu befürchtende stärkere Konjunkturbelastungen.

Sieht man doch, wie selbst im Umfeld der zurückliegenden stetigen Leitzinserhöhungen die Konjunkturen sowohl der USA wie aber auch Europas getragen insbesondere anhaltend florierenden Dienstleistungssektoren und unverändert robusten Arbeitsmarktbedingungen, woran künftig auch das verarbeitende Industriegewerbe wieder immer mehr Anschluss finden dürfte, nun sogar schon seit ca. 3 Monaten wieder zu einer zunehmend deutlichen Erholung übergehen.

Dass selbst auch noch weitere umfassende Leitzinserhöhungen der FED und EZB diesen aktuellen Konjunkturaufhellungen in den USA und Europa künftig einen allzu starken Wiederabbruch bescheren könnten, sehen wir daher aus heutiger Sicht nicht und teilen vielmehr den seit Wochen nun zunehmend geäußerten Optimismus beider Notenbanken, dass selbst im Zuge der inflationsbedingt weiterhin unvermeidlichen Zinserhöhungen eine Rezessionsabwendung für beide Länder / Regionen in 2023 mittlerweile als zunehmend gesichert angesehen werden könne.

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Werbebanner EMH PM TradeEntsprechend gehen nun auch z.B. der IWF als global führendes Wirtschaftsfinanzierungs- und -forschungsinstitut davon aus, dass selbst unter Einbeziehungen der absehbaren weiteren FED- und EZB-Zinssteigerungen das reale BIP-Wachstum in den USA nach einer unvermeidlichen nochmaligen zinsbedingten Konjunkturdelle vor allem im 1. Halbjahr, jedoch einem im 2. Halbjahr unter zunehmend rückläufigen Inflationsraten dann nochmals stärker einsetzenden Konjunkturaufschwung im Gesamtjahr 2023 dennoch letztlich sehr beachtliche rd. 1,4 % betragen dürfte.

Auch für die Eurozone veranschlagt der IWF in seinem zuletzt am 31.01. aktualisierten Weltwirtschafts-Gutachten nun trotz der relativ zu den USA niedrigeren Wachstums-Ausgangsbasis wie auch von nun an noch stärkerer Zinsanhebungserfordernisse das reale BIP-Wachstum in 2023 immerhin auf + 0,7 %, worüber die EU-Kommission in ihrem vor gut einer Woche publizierten Quartals-Wirtschaftsupdate mit einer für 2023 prognostizierten realen BIP-Steigerung von + 0,9 % nun sogar hinausgeht.

Insgesamt lässt sich somit also festhalten, das die Wirtschaftsdynamik wie auch weiteren -Wachstumsprognosen in den USA sowie Europa trotz jeglicher schon jetzt absehbar weiterer Zinssteigerungen nunmehr zunehmend im Anziehen begriffen sind.

 

Weitere Zinsrisiken zunehmend berechen- und überschaubar

 

Insofern ist es also auch nur folgerichtig, dass die Ökonomen immer unabhängiger von diesen aktuell zunehmend stark aufgehellten Wirtschaftsaussichten die weiteren Schwerpunktrisiken für die USA und Europa nun bereits seit Wochen immer stärker nur noch auf das reine Ausmaß der kommenden weiteren inflationsbekämpfenden Zinserhöhungsmaßnahmen zu reduzieren beginnen.

Nach jeglichem analytischen, auch historisch stets in dieser Weise belegbaren Kalkül trafen / treffen Leitzinsanhebungsmaßnahmen zumindest dauerhaft die hierauf reagibelsten Edelmetalle Gold und Silber jedoch grundsätzlich stärker als die konjunktursensibleren Edelmetalle Platin und Palladium.

Und da wir auch den aktuellen Ökonomen-Konsens gemäß dem sog. FED Watch Tool derzeit für sehr angebrachtund plausibel halten, dass in Relation zum Wirtschaftswachstum wie auch den weiteren Inflationsrisiken der USA deren künftiger maximaler Leitzinskorridor erst um 75 Basispunkte über dem aktuellen Stand, d.h. also bei 5,25 – 5,50 % als angemessen einzustufen ist (weshalb wir auch ein Leitzinserhöhungsende der EZB frühestens erst bei 4,5 % / aktuell dagegen noch 3,0 % erwarten), dürften / müssten sich nach unserer Einschätzung gegen diese weiteren Zinsanhebungsperspektiven daher Gold und Silber von nun an künftig insgesamt weiterhin als anfälliger erweisen, als dies für Platin und selbst auch Palladium zu veranschlagen ist.

 

Platin gegenüber Gold und Silber mittel-/längerfristig vorzuziehen

 

Allein aufgrund der von uns somit weiterhin maximal gesehenen Korrekturrisiken von Gold und Silber um jeweils rd. 2,5 – 4,5 % (denkbare Kursziele: Gold rd. 1770 USD, Silber rd. 22,00 USD) könnte Platin in seiner naturgemäß höheren Volatilität als Gold und Silber zwar daher kurzfristig nun auch noch weiter um sogar bis zu - 5 % auf schlechtesten Falls rd. 865 USD nachgeben (= ultimativer Boden seines bereits im April 2020 etablierten Grund-Aufwärtstrends).

Allerdings sind spätestens ab diesem sicherlich haltenden Auffangniveau von Platin dessen darauffolgende Anstiegsperspektiven allein aus konjunktureller Sicht und außerdem angesichts des zuvor verzeichneten Crashs um - 22 % künftig dann gegenüber Gold und Silber fraglos als weitaus überlegen einzustufen.

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Werbebanner ClaudemusDie wichtigsten Konjunkturereignisse in den USA und der Eurozone bestehen heute im Übrigen in der Veröffentlichung diverser monatlicher Wirtschaftsstimmungs-Indikatoren für die Eurozone um 11 Uhr sowie den um 14:30 Uhr publizieren Investitionsgüter-Auftragseingängen der USA im Januar. Darüber hinaus wird Philip Jefferson, Mitglied im nationalen FED-Vorstand und -Zinsausschuss heute um 16:30 Uhr an der Harvard-Universität einen virtuellen Vortrag zu seiner Einschätzung des aktuellen Inflations- und Gesamtwirtschaftsumfelds der USA halten.

Diese Ereignisse dürften die Edelmetallmärkte heute nach unserer Erwartung jedoch kaum bewegen.

Somit bleibt es – aus unser Sicht aktuell noch sehr offen – abzuwarten, ob nach der am Freitag erneut erst einmal weiter spürbar gestiegenen Zins- und Edelmetallanlage-Skepsis der Marktakteure sich die Edelmetallkurse ab dieser Woche nun wieder zu stabilisieren beginnen, oder ob in allen Edelmetallen ihre (fraglos aber grundsätzlich schon sehr weit bis an den Rand unmittelbar nahender Primär-Unterstützungsbereiche gelaufenen) Korrekturtrends kurzfristig doch zunächst noch tendenziell beibehalten werden.

 

27.02.2023 - Matthias Reiner

Unterschrift - Matthias Reiner

 

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