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Edelmetall Marktbericht vom 04.04.2026: Gold und Silber - Warum das Marktumfeld zuletzt half und der Gegenwind dennoch jederzeit zurückkehren kann

Warum das Marktumfeld zuletzt half und der Gegenwind dennoch jederzeit zurückkehren kann

NTG24 - Edelmetall Marktbericht vom 04.04.2026: Gold und Silber - Warum das Marktumfeld zuletzt half und der Gegenwind dennoch jederzeit zurückkehren kann

 

Der Goldpreis hat die Handelswoche bei 4.674 US-Dollar beendet und damit auf Wochensicht um 4,0 Prozent zugelegt. Silber ging bei rund 73 US-Dollar aus dem Handel und kam im selben Zeitraum auf ein Plus von 4,7 Prozent. Damit haben die beiden wichtigsten Edelmetalle eine starke Woche hinter sich, auch wenn das Marktumfeld zuletzt alles andere als ruhig war. Entscheidend waren dabei weniger isolierte Branchennachrichten als vielmehr das Zusammenspiel aus Geopolitik, Ölpreisen, Dollarbewegung und geldpolitischen Erwartungen.

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In den vergangenen Tagen wurde der Edelmetallmarkt vor allem von übergeordneten Faktoren geprägt. Der zunächst nachgebende US-Dollar sorgte ebenso für Unterstützung wie die Hoffnung auf eine gewisse Entspannung rund um den Iran. Gerade Gold (TVC:GOLD) profitierte davon als klassischer Absicherungswert, während Silber (TVC:SILVER) zusätzlich von einer etwas besseren Risikostimmung an den Märkten Rückenwind erhielt. Doch diese freundlichere Konstellation erwies sich schnell als fragil.

Denn schon kurze Zeit später verschlechterte sich das Bild erneut. Neue Drohungen aus Washington und die Aussicht auf eine weitere Zuspitzung im Nahen Osten ließen die Nervosität wieder steigen. Parallel dazu zogen die Ölpreise an. Genau diese Kombination ist für Edelmetalle besonders heikel. Einerseits stützt politische Unsicherheit die Nachfrage nach Gold und in abgeschwächter Form auch nach Silber. Andererseits nähren steigende Energiepreise die Sorge vor hartnäckiger Inflation, was die Hoffnung auf eine bald lockerere Geldpolitik dämpft. Der Markt wird damit von zwei gegenläufigen Kräften bestimmt, die sich beinahe im Tagesrhythmus abwechseln.

 

 

 

Fed-Erwartungen bleiben ein zentraler Taktgeber

 

Zusätzlichen Einfluss hatte zuletzt ein robuster US-Arbeitsmarktbericht. Er hat die Spekulation auf schnelle Zinssenkungen eher zurückgedrängt und damit den Dollar gestützt. Für Gold und Silber ist das relevant, weil ein vorsichtigerer Kurs der US-Notenbank das Zinsumfeld länger straff halten könnte. Das erschwert es den Edelmetallen, aus eigener Kraft in eine neue dynamische Aufwärtsbewegung überzugehen.

Vor allem Silber reagiert in solchen Phasen meist sensibler als Gold. Das Metall besitzt nicht nur monetäre Eigenschaften, sondern hängt auch stärker an konjunkturellen Erwartungen. Wenn die Märkte zwar politische Risiken einpreisen, zugleich aber einen festen Dollar und vorsichtige Notenbanker vor sich sehen, steigt die Schwankungsanfälligkeit deutlich. Gold erscheint in einem solchen Umfeld oft robuster, weil es stärker über seinen Charakter als Absicherungsinstrument getragen wird. Silber dagegen muss sich den Rückenwind häufig mit einer stabilen Konjunkturperspektive teilen.

 

Fundamentale Unterstützung bleibt im Markt bestehen

 

Trotz aller kurzfristigen Ausschläge spricht einiges dafür, dass der Edelmetallmarkt nicht einfach in einen nachhaltigen Abwärtstrend kippt. Bei Silber verweisen aktuelle Einschätzungen weiterhin auf einen strukturell engen physischen Markt. Ein anhaltendes Defizit bleibt damit ein wichtiger Unterbau für die Preisentwicklung. Gold wiederum profitiert zusätzlich von fortgesetzten Käufen offizieller Akteure, was dem Markt in nervösen Phasen Stabilität verleiht.

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Werbebanner EMH PM TradeGenau diese fundamentale Verankerung erklärt, warum Rücksetzer bislang immer wieder auf Kaufinteresse treffen. Zwar entsteht kurzfristig Druck, wenn der Dollar zulegt, die Renditeerwartungen hoch bleiben und Zinssenkungen nach hinten geschoben werden. Doch unterhalb dieser makrogetriebenen Bewegungen existiert ein belastbarer Unterstützungsbereich. Der Markt wirkt daher weniger schwach als vielmehr hin- und hergerissen zwischen kurzfristigem Gegenwind und einem weiterhin tragfähigen Nachfragefundament.

 

Technische Lage: Gold konstruktiv, Silber mit fragilerem Profil

 

Im technischen Bild zeigt sich Gold derzeit in einer neutralen Übergangsphase. Der Kurs pendelt zwischen dem SMA50 und dem SMA200, was zunächst gegen einen klaren kurzfristigen Trend spricht. Allerdings liegt der 50-Tage-Durchschnitt weiter über dem 200-Tage-Durchschnitt. Das stützt das positive Grundbild. Hinzu kommt ein ADX von 28,5 Punkten, der auf eine ausgeprägtere Trendstärke hindeutet. Mittel- bis langfristig bleibt Gold damit konstruktiv, auch wenn der Markt im kurzfristigen Bereich noch um Richtung ringt.

Bei Silber stellt sich die Lage ähnlich, aber etwas anfälliger dar. Auch hier bewegt sich der Kurs zwischen SMA50 und SMA200 und signalisiert damit eine neutrale Phase. Der 50er liegt ebenfalls über dem 200er, was grundsätzlich für ein positives übergeordnetes Bild spricht. Mit einem ADX von 24,2 Punkten ist der Trend allerdings weniger klar ausgeprägt als bei Gold. Silber bleibt daher stärker auf frische Impulse angewiesen, um eine belastbare Richtungsentscheidung zu treffen.

 

Ausblick: Nächste Schlagzeilen dürften den Takt vorgeben

 

Für die kommenden Tage richtet sich der Blick vor allem auf die Entwicklung im Nahen Osten, auf den Dollar und auf neue Signale der US-Notenbank. Entspannt sich die geopolitische Lage und schwächt sich der Dollar wieder etwas ab, könnte der Edelmetallmarkt neue Unterstützung erhalten. Bleiben Ölpreise und US-Währung dagegen erhöht, dürfte der Gegenwind spürbar bleiben. Gold und Silber stehen damit vor einer Phase, in der Nachrichtenlage und Zinserwartungen den Kursverlauf besonders eng bestimmen.

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04.04.2026 - Andreas Opitz

Unterschrift - Andreas Opitz

 

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