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Edelmetall Marktbericht vom 09.05.2026: Gold und Silber - Warum China und die Fed jetzt gemeinsam über den nächsten großen Impuls entscheiden könnten

China sorgt weiter dafür, dass Goldpreis und Silberpreis spannend bleiben

NTG24 - Edelmetall Marktbericht vom 09.05.2026: Gold und Silber - Warum China und die Fed jetzt gemeinsam über den nächsten großen Impuls entscheiden könnten

 

Etwa 4720 US-Dollar beim Goldpreis und rund 80 US-Dollar beim Silberpreis zum Wochenschluss: Damit haben beide Edelmetalle eine starke Handelswoche beendet. Gold legte auf Wochensicht um 2,2 Prozent zu, Silber sogar um 6,6 Prozent. Damit hat sich die Stimmung im Edelmetallmarkt deutlich aufgehellt. Doch trotz der freundlichen Entwicklung bleibt die Lage sensibel. Denn mehrere makroökonomische und geopolitische Faktoren könnten schon bald darüber entscheiden, ob der jüngste Anstieg weitergeht oder schnell wieder ins Stocken gerät.

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Der Goldpreis und der Silberpreis profitieren derzeit von einem Marktumfeld, das auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt. Einerseits bleiben Unsicherheit und geopolitische Risiken ein klassischer Treiber für Edelmetalle. Andererseits stützt derzeit auch die Hoffnung auf eine mögliche Entspannung im Umfeld des Iran-Konflikts die Kurse. Der Hintergrund: Wenn sich die Lage im Nahen Osten beruhigt und Energiepreise nicht weiter steigen, könnte der Inflationsdruck etwas nachlassen.

Genau das wäre für die US-Notenbank relevant. Denn geringerer Preisdruck würde die Erwartung verstärken, dass die Fed bei ihrem Zinspfad weniger restriktiv auftreten muss. Für Gold (TVC:GOLD) Silber (TVC:SILVER) ist das wichtig, weil niedrigere Zinserwartungen meist mit sinkenden Renditen einhergehen. Zusätzlich wirkt ein schwächerer US-Dollar unterstützend, weil Edelmetalle dadurch für Käufer außerhalb des Dollarraums attraktiver werden.

Silber reagiert in solchen Phasen oft noch dynamischer als Gold. Das zeigte sich auch in dieser Woche. Während Gold als klassischer Sicherheitsanker gesucht bleibt, profitiert Silber zusätzlich davon, dass Anleger in freundlicheren Marktphasen häufiger auch chancenorientierter agieren. Genau diese doppelte Rolle macht das Metall kurzfristig besonders interessant, erhöht aber zugleich die Schwankungsanfälligkeit.

 

 

 

Asiatische Nachfrage bleibt ein wichtiger Stabilitätsfaktor

 

Neben Zins- und Dollarbewegungen spielt auch die Nachfrage aus Asien weiter eine zentrale Rolle. Vor allem China sorgt beim Goldpreis für strukturelle Unterstützung. Dass die chinesische Zentralbank ihre Goldreserven weiter aufstockt, ist ein Signal mit Gewicht. Solche Käufe wirken oft stabilisierend, weil sie Rücksetzer begrenzen und dem Markt eine verlässliche Nachfragebasis geben.

Anders sieht es in Indien aus. Dort bleibt die Goldnachfrage angesichts des hohen Preisniveaus eher verhalten. Das ist keine Überraschung, zeigt aber, dass der Markt nicht überall gleichermaßen stark getragen wird. Für Gold bedeutet das: Die Unterstützung ist vorhanden, aber sie verteilt sich regional unterschiedlich.

Beim Silber ist die Lage noch komplexer. Zwar zieht das Metall häufig mit dem Goldpreis mit, doch es reagiert zusätzlich sensibel auf Konjunkturerwartungen und die Perspektiven für die Industrie. Das eröffnet nach oben oft mehr Dynamik, macht den Silberpreis aber gleichzeitig anfälliger, wenn die Stimmung an den Märkten kippt oder neue Wachstumszweifel aufkommen.

 

Technisches Bild bleibt konstruktiv, aber noch ohne klare Freigabe

 

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Werbebanner EMH PM Trade Aus charttechnischer Sicht hat sich die Lage bei beiden Edelmetallen zuletzt verbessert, auch wenn noch kein uneingeschränkt starkes Trendbild vorliegt. Beim Gold pendelt der Kurs derzeit zwischen dem 50-Tage- und dem 200-Tage-Durchschnitt. Das spricht für eine Übergangsphase ohne klare Dominanz von Bullen oder Bären. Positiv ist allerdings, dass der 50er-Durchschnitt weiter über dem 200er liegt. Das spricht weiterhin für ein grundsätzlich freundliches übergeordnetes Bild.

Der ADX liegt bei 18,2 Punkten und signalisiert damit nur eine geringe Trendstärke. Der Markt bewegt sich also eher in einer neutralen oder seitwärts geprägten Phase. Neue Impulse sind nötig, damit Gold eine klarere Richtung einschlagen kann.

Beim Silber sieht das Bild etwas besser aus. Der Kurs notiert über dem 50-Tage- und dem 200-Tage-Durchschnitt. Auch hier liegt der 50er über dem 200er, was für einen intakten Aufwärtstrend spricht. Dennoch mahnt auch beim Silber der ADX von 18,2 Punkten zur Vorsicht. Der Trend ist zwar positiv angelegt, aber noch nicht so stark, dass man von einem gefestigten Durchmarsch sprechen könnte.

 

Ausblick auf die nächsten Tage

 

In den kommenden Tagen dürfte sich entscheiden, ob aus der jüngsten Erholung mehr wird. Besonders wichtig werden die anstehenden US-Inflationsdaten, Produzentenpreise, Einzelhandelszahlen und neue Aussagen aus dem Umfeld der Fed. Bleiben die Daten moderat und geben Renditen sowie Dollar weiter nach, könnten Goldpreis und Silberpreis zusätzlichen Rückenwind erhalten. Kommen dagegen neue Inflationssorgen auf, dürfte der Markt rasch nervöser werden. Gerade Silber könnte dann wieder deutlich stärker ausschlagen als Gold.

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09.05.2026 - Andreas Opitz

Unterschrift - Andreas Opitz

 

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