Meta begräbt nun auch Horizon Worlds und verlegt den Fokus des Unternehmens damit noch stärker auf das Thema KI
Mark Zuckerbergs einstiges Herzensprojekt sollte Meta nicht um Erfolg führen
Vor einigen Jahren noch pries Meta die Virtuelle Realität (VR) als das nächste große Ding im Techniksektor an. Die Vision war, dass die Menschen in Zukunft immer öfter und länger in virtuelle Welten abtauchen würden. Wie das in der Praxis aussehen könnte, zeigte Hollywood in Filmen wie „Ready Player One“ aus dem Jahr 2018. Doch der große Durchbruch blieb aus.
Obschon Meta (S30303M1027) Quartal für Quartal etliche Milliarden in entsprechende Vorhaben steckte und sogar das eigene Unternehmen in Anspielung auf das Metaverse umbenannte, konnte die Nische nie verlassen werden. Daran änderten auch Achtungserfolge bei der Hardware wenig. Die Geräte der Reihe Meta Quest verkauften sich zwar ordentlich und sehr viel besser als etwa Apples Vision Pro. Doch häufig verstaubten die Brillen bei den Nutzern im Regal.
Auf Ausflüge in den virtuellen Welten von Horizon Worlds ließen sich offenbar nur wenige dauerhaft ein. Nun scheint die Nutzerbasis derart schmal zu sein, dass Meta das Ganze schlicht aufgibt. Noch bis zum 15. Juni soll die Plattform per VR-Headset nutzbar sein. Dann wird diese Variante gestrichen und es bleibt lediglich die Möglichkeit, das Ganze auf einem flachen Smartphone-Bildschirm zu nutzen. Ein Stück weit gesteht sich Meta damit letztlich ein Scheitern ein.
Meta setzt voll und ganz auf KI
Überraschend kommt die Entscheidung indes nicht. Schon seit einer Weile spart Meta bei seinen Reality Labs und fährt stattdessen die Investitionen im KI-Bereich munter in die Höhe. Genau dieser Trend setzt sich nun lediglich fort. Das Unternehmen ließ zwar wissen, dass es sich nicht grundsätzlich von VR zu verabschieden gedenkt und weiterhin Wachstum erkennt. Mit mehr als etwas Produktpflege ist aber wahrscheinlich nicht zu rechnen.
Beim Thema KI hat es sich Meta derweil zur Aufgabe gemacht, möglichst als erstes eine sogenannte Allgemeine Künstliche Intelligenz auf die Beine zu stellen. Dass einige Experten daran zweifeln, ob dies mit bisherigen Ansätzen überhaupt möglich ist, scheint Meta nicht ansatzweise aus der Ruhe zu bringen. Das Unternehmen steckt noch weitaus mehr in KI, als es jemals in Horizon Worlds, Meta Quest und Co. gesteckt hätte.
Wohl auch deshalb wird nun anderswo die Schere angesetzt. Denn auch wenn Meta in der sehr komfortablen Lage ist, KI-Ausgaben durch sprudelnde Werbeeinnahmen gut finanzieren zu können, so kann das Unternehmen gegenüber Anlegern nur schwerlich gleich zwei Sparten mit Milliardenverlusten rechtfertigen. Spätestens jetzt ist klar, wohin die Reise geht. Frei von Zweifeln ist die Meta-Aktie deshalb aber noch lange nicht.
Lohnt sich das?
Schwindelerregende Investitionen in KI werden an der Börse längst nicht mehr nur von blinder Euphorie begleitet. Die Börsianer fordern immer mehr ein, dass darauf auch spürbare Sprünge bei Umsätzen und Gewinnen folgen. Außerdem wird die Konkurrenz nicht kleiner, und sie lieferte in jüngerer Vergangenheit größere Sprünge als Meta selbst. Daher steht die Aktie auch einigermaßen unter Druck. Am Dienstag ging es mit 622,66 US-Dollar aus dem Handel. Das sind rund 20 Prozent weniger als vor sechs Monaten.
Meta mag mittlerweile seinen Fokus gefunden haben und mancher Anleger hätte einen Abschied von Horizon Worlds vielleicht gerne schon sehr viel früher gesehen. Dass mit KI-Anwendungen nun das gelingen wird, woran Horizon Worlds scheiterte, dafür steht ein Beweis jedoch noch aus. Was bleibt, ist ein hervorragend laufendes Werbegeschäft, das vom KI-Einsatz auch durchaus schon profitieren kann. Ob sich damit die schwindelerregenden Ausgaben der vergangenen Jahre sowie die Investitionspläne für 2026 rechtfertigen lassen, darüber lässt sich dann aber doch diskutieren.
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18.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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