Meta setzt weiterhin auf eine von KI-Agenten geprägte Zukunft und schreckt dafür auch vor kostspieligen Übernahmen nicht zurück
Manus wandert in den Besitz von Meta
Vor einem Jahr um diese Zeit versprachen viele Vertreter der Tech-Branche noch, dass 2025 das Jahr der KI-Agenten werden solle. Wenn dieser Artikel erscheint, ist das Jahr nur noch wenige Stunden alt und es lässt sich nüchtern festhalten, dass dieses Versprechen nicht vollumfänglich eingelöst werden konnte. KI-Agenten machten zwar Fortschritte. Sie sind aber noch weit davon entfernt, menschliche Mitarbeiter vollständig ersetzen zu können.
Das zeigte erst kürzlich ein Versuch des „Wall Street Journal“, bei dem in Zusammenarbeit mit Anthropic ein Snackautomat in der Redaktion vollständig von einem KI-Agenten geleitet wurde. Die findigen Redakteure ließen nichts unversucht, um das System zu überlisten, und das mit Erfolg. Es dauerte nicht lange, bis die Maschine Snacks kostenlos herausgab, kostspielige Dinge wie eine PlayStation 5 oder sogar einen lebendigen Fisch orderte und schließlich im Bankrott endete.
Trotz des offensichtlichen Nachholbedarfs halten die Tech-Konzerne am Konzept weiterhin fest. Ein großes Thema sind KI-Agenten, oder auch „Advanced AI“, seit einer Weile bei der Facebook-Mutter Meta (US30303M1027). Das Budget für das Metaverse wurde Gerüchten zufolge heftig zusammengestaucht, währen bei der KI-Entwicklung keinerlei kosten gescheut werden. Etliche namhafte Entwickler holte sich Meta mit schwindelerregenden Gehaltsversprechen ins Haus.
Meta schnapp sich Manus
Wie es scheint, konnte dennoch bisher kein echter Durchbruch erzielt werden. Wohl auch deshalb sieht sich Meta nach weiteren Ressourcen um und hat solche nun beim auf KI-Agenten spezialisierten chinesischen Startup Manus entdeckt. Das Unternehmen, welches mit einem Firmensitz in Singapur Handelsstreitigkeiten zu umgehen versucht, soll für eine nicht näher genannte Summe in den Besitz des Facebook-Konzerns wandern.
Insidern zufolge sollen wohl rund zwei Milliarden US-Dollar für den Deal fließen. Meta selbst ließ nur mitteilen, den KI-Agenten von Manus betreiben und verkaufen zu wollen. Außerdem soll die Technologie in eigene Produkte für Verbraucher und Unternehmen integriert werden. Auch Meta AI soll wohl in der einen oder anderen Form von dem Zukauf profitieren. Wann genau sich dies anhand von neuen Funktionen bemerkbar machen dürfte, steht aber noch in den Sternen.
Offen bleibt damit auch, ob und in welchem Umfang Meta mit Manus neue Erfolge feiern können wird. Immerhin beweist der Internet-Gigant Hartnäckigkeit. Trotz durchaus vorhandenen Gegenwinds und zunehmenden Spekulationen um eine mögliche KI-Blase steht bei Meta 2026 KI weiterhin ganz oben auf der Prioritätenliste. Ob das als gute oder eher schlechte Entwicklung anzusehen ist, obliegt den Augen des Beobachters. Im Jahr 2025 ging es etwas gemächlicher zu, aber weiterhin aufwärts. Mit einem Schlusskurs von 665,95 US-Dollar notierte die Meta-Aktie am Dienstag knapp 14 Prozent höher als vor einem Jahr.
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01.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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