Übernahmefantasien bei Qiagen, DocMorris erreicht Umsatzziele, United Airlines macht gute Geschäfte mit Businesskunden und Novo Nordisk verkauft fleißig Abnehmpillen
Auch an schwachen Börsentagen gibt es Gewinner
Die Märkte waren am Dienstag noch immer fest in Griff von Donald Trumps imperialistischen Fantasien und damit verbundenen Zollandrohungen gegen mehrere europäische Staaten. Geführt hat die geistige Eskalation der USA zu einem heftigen Abverkauf an den Börsen, bei dem es eine Flut an roten Vorzeichen zu sehen gab. Wer sich genau umsah, entdeckte aber auch die eine oder andere grüne Insel unter den Einzeltiteln.
Der mit Abstand beste Wert im DAX war die Aktie von Qiagen (NL0015002SN0), die es zum 16,6 Prozent auf 55,45 Euro aufwärts trieb. Schon das Tempo der Kursaufschläge lässt erkennen, dass hier Spekulanten am Werk sind. Bekannt wurde gestern, dass der Diagnostikspezialist für die eigenen Zukunft wohl mehrere Optionen prüft. Mit dazu soll ein möglicher Verkauf des Unternehmens gehören, wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ zu berichten weiß.
Übernahmefantasien tauchten bei Qiagen in den letzten Jahren immer mal wieder auf. 2020 kam es sogar zu einem konkreten Angebot von Thermo Fischer, welches letztlich aber wieder zurückgezogen wurde. Die aktuellen Gespräche sollen sich in einem sehr frühen Stadium befinden und garantieren lässt sich für nichts. Wer hier einstiegt, lässt sich also auf eine sehr riskante Wette ein.
DocMorris auf dem Weg
Mit Kurssteigerungen konnte DocMorris (CH0042615283) am Dienstag nicht dienen; es ging sogar um 8,6 Prozent auf 5,90 CHF abwärts. Allerdings konnte die Online-Apotheke recht starke Zahlen für das vierte Quartal vorlegen. Die Umsätze konnten um 11,1 Prozent auf 1,19 Milliarden CHF verbessert werden und besonders das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten lief stark. Der Konzern sieht sich auf einem guten Weg, um im laufenden Jahr im operativen Geschäft die Ertragswende zu erzielen.
Auf den ersten Blick landete die DocMorris-Aktie gestern dennoch klar auf der Verliererseite und die Anteilseigner scheinen sich deutlich mehr erhofft zu haben als nur einen Wink in die richtige Richtung. Doch trotz der recht harschen Korrektur kann der Titel seine zarte Erholung im Chart noch halten und das 52-Wochen-Tief bei 4,79 CHF bleibt auf Distanz. Das Fundament für eine Wende ist durchaus vorhanden und im Monatsvergleich lassen sich noch immer grüne Vorzeichen feststellen.
United Airlines verbreitet Optimismus
Die Aktie von United Airlines (US9100471096) gesellte sich gestern erst nachbörslich zur kleinen Gruppe der Gewinner. Berichten (https://ir.united.com/static-files/a37e057c-8ccf-41a8-ac93-4263f0527cc1) konnte der Konzern über einen bereinigten Gewinn von 3,10 US-Dollar je Aktie im zurückliegenden Quartal, was ein gutes Stück über den Erwartungen lag. Noch fröhlicher stimmte die Anteilseigner ein optimistischer Ausblick auf das Jahr 2026.
Unter anderem aufgrund guter Geschäfte mit Geschäftsreisenden rechnet United Airlines mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von bis zu 1,50 Dollar im laufenden Quartal. Im Gesamtjahr soll der Wert zwischen 12 und 14 Dollar liegen. Analysten hatten etwas weniger auf ihren Zetteln stehen. Die Anleger bedankten sich nachbörslich mit Kursaufschlägen von zeitweise über vier Prozent.
Novo Nordisk mit Verkaufserfolg
Novo Nordisk (DK0062498333) profitierte am Dienstag von ersten Zahlen zur jüngst eingeführten Abnehmpille. Jene scheint sich großer Beliebtheit in den USA zu erfreuen. Medienberichten zufolge wurden in den ersten vier Tagen nach Veröffentlichung bereits über 3.000 Rezepte in amerikanischen Apotheken eingelöst. Die Nachfrage scheint groß auszufallen und Konkurrenz gibt es bei Abnehmpillen bisher nicht. Die Mitbewerber können lediglich mit (teureren) Spritzen dienen.
Angetrieben dadurch konnte die Novo Nordisk-Aktie dem Sturm an der Börse trotzen und ihren erfreulichen Aufwärtskurs mit Zugewinnen von 4,3 Prozent fortsetzen. Es ging auf 52,46 Euro aufwärts, wodurch sich die Kursgewinne auf Monatssicht bereits auf knappe 30 Prozent summieren. Für den dänischen Pharmakonzern ist es der erste Erfolg seit Langem und ein Hoffnungsschimmer dafür, von der US-Konkurrenz nicht einfach abgehängt zu werden.
Unbehagen an der Börse
Auch wenn es bei der einen oder anderen Aktie noch positive Entwicklungen festzustellen gibt: insgesamt haben die Märkte einen deutlichen Knick erfahren und die Stimmung hat sich schlagartig verändert. Wie auch schon im vergangenen Frühjahr geschah dies ohne Ankündigung und ohne jede Not. Indem Donald Trump sowohl das Völkerrecht als auch die Souveränität anderer Staaten missachtet, baut er ein Szenario auf, in dem die Welt munter ins Chaos stürzen könnte. Anlegerinnen und Anleger kommen nicht umhin, die möglichen Implikationen im Kopf durchzuspielen, was schlicht und ergreifend keine Freude bereitet. Auf eine Entschärfung der Lage lässt sich derweil nur hoffen.
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21.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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