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Mit gleich drei Übernahmen will SAP seine KI-Kompetenzen aufbauen und sowohl Kunden als auch Anleger begeistern

SAP setzt auf spezielle KI-Modelle und -Agenten

NTG24 - Mit gleich drei Übernahmen will SAP seine KI-Kompetenzen aufbauen und sowohl Kunden als auch Anleger begeistern

 

Das Thema KI führte unter den Anlegern von SAP zuletzt eher zu Kopfschmerzen als zu Euphorie. Seit einer Weile geht die Befürchtung um, dass klassische Software-Konzerne bei der KI-Revolution unter die Räder geraten könnten. Genau in dieser Hinsicht will SAP nun aber selbst für bedeutende Fortschritte sorgen.

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Um dieses Ziel zu erreichen, schreckt man auch vor der einen oder anderen Übernahme nicht zurück. Tatsächlich wurden derer kürzlich drei angekündigt, die aktuell noch auf eine Genehmigung der Kartellbehörden warten. Es kristallisiert sich aber klar heraus, dass SAP (DE0007164600) vor allem auf Agentenlösungen und eine Datenbasis setzt, mit der die KI arbeiten kann. Eine einheitliche Datengrundlage über mehrere Systeme hinweg ist beispielsweise ein wichtiges Thema, mit dem sich Reltio beschäftigt. Die Übernahme des Startups kündigte SAP schon vor ein paar Wochen an.

 

 

 

Darauf folgt nun Prior Labs aus Freiburg, welches als führend bei der Entwicklung von Tabellenmodellen mit Künstlicher Intelligenz gilt. SAP geht damit sehr aktiv eine Lücke an, die sich derzeit noch bei den großen Sprachmodellen ergibt. Jene können mit Zahlen nicht allzu gut umgehen und sind bei Tabellen schnell überfordert. Für einzelne Aufgaben ist in der Regel stets ein aufwendiges Training erforderlich. Die Ansätze von Prior Labs sollen dies künftig verbessern, und das ist für SAP natürlich ausgesprochen interessant.

 

SAP prescht nach vorne

 

Wie viel sich SAP die Übernahmen kosten lässt, wurde nicht öffentlich kommuniziert. Das „Handelsblatt“ berichtet unter Verweis auf Branchenkreise darüber, dass die Übernahme sich wohl im mittleren dreistelligen Millionenbereich bewegen dürfte. Auch die Zukäufe von Dremio und Reltio dürften nicht günstig gewesen sein. Doch für SAP könnten solche Vorstöße sich durchaus auszahlen.

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Eigene KI-Modelle entwickelt das Software-Haus nicht und verlässt sich stattdessen auf die Integration von Anbietern wie Anthropic und OpenAI in die eigenen Systeme. Damit das gut klappt, ist aber eine entsprechende Datengrundlage der entscheidende Knackpunkt. Prior Labs und weitere Startups können eine solche auf die Beine stellen und SAP damit in Sachen KI einen echten Vorteil verschaffen. Die Vision ist dabei, sich bei KI für Unternehmen mehr oder minder unverzichtbar zu machen.

Technologiechef Philipp Herzig spricht recht offen darüber, dass die jüngsten Übernahmen die Entwicklung bei SAP deutlich beschleunigen sollen. Dabei spielt nicht nur Künstliche Intelligenz an sich eine Rolle. Großes Interesse hatte man wohl auch daran, den Prior-Labs-Gründer Frank Hutter ins Boot zu holen. Hutter ist Professor der Universität Freiburg und gilt als einer der führenden Köpfe im Bereich des automatisierten maschinellen Lernens.

 

Schritt für Schritt

 

Die einzelnen Übernahmen von SAP sind mehr oder minder als Puzzleteile einer größeren Strategie zu verstehen. Das Unternehmen arbeitet vor allem daran, komplexe Arbeitsschritte im Alltag der Kunden mit KI-Agenten zu automatisieren und die dafür notwendige Datengrundlage anbieten zu können. Eine Erfolgsgarantie kann es dabei zwar nicht geben. Schon in den Grundzügen zeigt SAP aber, dass der zunehmende Einsatz von KI auch Chancen für Software-Unternehmen bedeuten kann.

Die Anleger zeigten sich immerhin etwas interessiert. Die SAP-Aktie legte am Montag in einem äußerst schwachen Handelsumfeld um 1,8 Prozent auf 148,06 Euro zu und vergrößerte damit den Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 137,54 Euro. Es bleibt aber dennoch bei einem eher angeschlagenen Chartbild mit Abschlägen von knapp 27 Prozent im laufenden Jahr. Mancher Anleger wartet wohl noch darauf, ob die KI-Strategie auch tatsächlich Früchte tragen mag.

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05.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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