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SAP wird weiter fallengelassen, Salesforce sorgt für Fragezeichen, Microsoft hält sich zurück und Oracle widerspricht Gerüchten

Die Märkte stehen den großen Software-Konzernen ausgesprochen skeptisch gegenüber

NTG24 - SAP wird weiter fallengelassen, Salesforce sorgt für Fragezeichen, Microsoft hält sich zurück und Oracle widerspricht Gerüchten

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

KI bleibt an den Märkten ein großes Thema und am Donnerstag konnten die Titel der Chiphersteller sich wieder sichtlich erholen. Von US-Präsident Donald Trump gestreute Gerüchte über eine angebliche Fertigung von Apple-Chips bei Intel verfehlten ihre Wirkung nicht. Im Bereich Software bleibt die Stimmung jedoch angeschlagen. Dort befürchten die Anlegerinnen und Anleger, dass die KI-Reovlution eher für negative Effekte sorgen könnte.

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Eben solche Überlegungen belasten die Aktie von SAP (DE0007164600) nun schon seit einer ganzen Weile. Der Druck ließ auch gestern nicht nach und der Kurs setzte um 4,5 Prozent auf nur noch 134,86 Euro zurück. Zeitweise musste sogar ein neues 52-Wochen-Tief bei 134,30 Euro markiert werden. Der kleine Erholungsversuch aus dem Mai muss damit endgültig als gescheitert angesehen werden.

 

 

 

Schwache Signale aus der Branche schickten die Bullen wieder in die Defensive und nun sorgt die Charttechnik für zusätzlichen Verkaufsdruck. Über allem steht die Sorge, dass KI-Agenten weite Teile der Geschäfte von SAP und Co. obsolet machen könnten. Die Tatsache, dass SAP selbst in diesem Bereich nicht untätig ist und fleißig in KI investiert, scheint niemanden zu trösten.

 

Salesforce kann bei Analysten nicht punkten

 

Auch US-Konkurrent Salesforce (US79466L3024) legt seinen Fokus klar auf KI und brachte zu diesem Zweck kürzlich eine neuerliche Übernahme auf den Weg. 3,6 Milliarden US-Dollar nimmt man in die Hand, um sich die KI-Kundenservice-Plattform Fin ins Haus zu holen. Die Analysten der UBS sehen das zwar grundsätzlich als eine sinnvolle Angelegenheit an. Zugleicht stellt man sich aber die Frage, warum eine solche Übernahme nach Jahren eigener Forschung und Entwicklung eigentlich nötig ist.

Die Einstufung der Aktie bleibt auf „Neutral“ und das Kursziel bei 185 Dollar. Damit trauen die Experten der Salesforce-Aktie immerhin mehr zu als die Aktionäre. Jene zogen sich am Donnerstag weiter zurück. Es ging um 2,1 Prozent auf 151,78 Dollar abwärts. Seit Jahresbeginn sind Verluste von knapp 43 Prozent zu beklagen. Bei der Frage, ob KI für die Branche eher eine Chance oder doch eher eine Bedrohung darstellt, scheinen die Börsianer ihr Urteil gefällt zu haben.

 

Microsoft: Zurückhaltend?

 

Office und Co. könnten durch Künstliche Intelligenz ebenfalls an Bedeutung verlieren. Wohl auch deshalb notiert die Aktie von Microsoft (US5949181045) ebenfalls deutlich tiefer als noch vor einigen Monaten. Immerhin blickt man in Redmond noch auf eine gewaltige Cloud-Infrastruktur, welche auch Kunden aus dem KI-Bereich zur Verfügung gestellt wird. Doch stellt sich hier die Frage nach vorhandenen Kapazitäten und bei der Expansion tritt Microsoft gerüchteweise auf die Bremse.

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So soll ein drei Milliarden Dollar schwerer Vertrag mit Oracle wohl an Sicherheits- und Compliance-Bedenken gescheitert sein. Das dürfte zwar nicht jeder Beobachter skeptisch sehen und manch einer begrüßt es vielleicht sogar, dass die Ausgabenwut etwas eingedämmt zu werden scheint. Damit verbunden ist aber auch das Risiko, dass Microsoft gegenüber der Konkurrenz zurückfallen könnte. Zudem stellt sich noch die Frage, ob die Berichte zutreffend sein mögen. Die Microsoft-Aktie legte gestern nur minimal zu und blieb mit einem Schlusskurs von 379,40 Dollar auf niedrigem Niveau.

 

Oracle widerspricht

 

Oracle (US68389X1054) widerspricht der Darstellung in einigen Medien recht deutlich, wie die Nachrichtenagentur Reiters zu berichten weiß. In einer E-Mail heißt es, dass die genannten Details unzutreffend seien und Microsoft sowohl als Kunde als auch Partner von Oracle weiterhin wichtig sei. Man pflege eine „kooperative und fruchtbare Partnerschaft“, die weiter ausgeweitet werden soll. Microsoft äußerte sich dazu bisher nicht.

Letztlich können die Aussagen von Oracle zutreffen, auch wenn Microsoft sich hier und dort zurückziehen sollte. Die Stellungnahme wirkt eher vage und sorgt nicht für allzu viel Beruhigung auf Seiten der Aktionäre. Die Oracle-Aktie stieg am Donnerstag minimal um 0,4 Prozent auf 184,29 Dollar, gab diese Zugewinne nachbörslich aber nahezu vollständig wieder aus der Hand. Auch hier gerät eine kürzlich gestartete Erholung zunehmend unter Druck.

 

Die Zweifel verschwinden nicht

 

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Werbebanner EMH PM TradeNoch wurden die Software-Anbieter durch KI lange nicht verdrängt, womit zumindest manche Prognose aus den letzten Jahren sich als unzutreffend erwiesen hat. Die Anleger können ihre Sorgen in diese Richtung dennoch nicht abschütteln. Denn KI-Agenten werden in Zukunft nur besser werden und auch vermehrt auf lokaler Hardware laufen, was Sicherheitsbedenken lindern könnte. Dass die Software-Unternehmen sich etwas einfallen lassen müssen, scheint damit außer Frage zu stehen. Bisher gelang es nicht, die Märkte von den eigenen Zukunftsplänen überzeugen zu können.

 

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19.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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