Schwere Zeiten für TUI, BP schreibt Rekordgewinne, LVMH leidet unter Währungseffekten und Rheinmetall kann die Bullen nicht begeistern
Die Hoffnung auf ein Ende des Irankriegs bleibt ein zentrales Thema an der Börse
Noch immer gibt es keine greifbaren Fortschritte beim Konflikt im Nahen Osten. Am Wochenende ließ US-Präsident Donald Trump zwar verlauten, dass er sich wohl einen neuen 14-Punkte-Plan ansehen möchte. Gleichzeitig stellte er aber auch klar, dass weitere Angriffe nicht ausgeschlossen seien. Was als Nächstes passiert, bleibt damit offen. Ohne nachhaltigen Friedensschluss hat der Konflikt weiterhin spürbare Auswirkungen auf die Märkte.
Auf der Verliererseite landet dabei der Reisekonzern TUI (DE000TUAG505). Zwei zeitweise feststeckende Kreuzfahrtschiffe konnte das Unternehmen zwar wieder aus dem Persischen Golf herausbugsieren. Doch die Nachfrage nach Reisen in der Region und auch im östlichen Mittelmeerraum hat spürbar nachgelassen. Dazu kommen die höheren Ölpreise, welche die Margen unter Druck setzen. TUI selbst rechnete unlängst vor, dass durch den Irankrieg allein im März Belastungen von etwa 40 Millionen Euro angefallen sind.
Die Aussichten hat TUI bereits nach unten angepasst; das operative Ergebnis soll im laufenden Jahr noch zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro liegen. Zuvor standen mindestens 1,25 Milliarden Euro im Raum. Die abgesenkte Prognose ließ die TUI-Aktie in der ausgelaufenen Woche zeitweise auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 6,08 Euro abstürzen. Eine kleine Erholung bis auf 6,35 Euro am Donnerstag ändert wenig am angeschlagenen Chartbild. Seit Beginn des Konflikts ging es um mehr als 20 Prozent in die Tiefe.
BP freut sich über Rekordeinnahmen
Natürlich gibt es bei der Krise in Nahost nicht nur Verlierer. Der britische Ölkonzern BP (GB0007980591) profitiert stark von höheren Ölpreisen, was die kürzlich vorgelegten Quartalszahlen eindrucksvoll belegten. Das bereinigte Ergebnis konnte sich mehr als verdoppeln und von 1,4 auf 3,2 Milliarden US-Dollar zulegen. Die bereits hohen Erwartungen der Analysten wurden damit noch einmal klar übertroffen.
Die Aktie setzte dementsprechend ihren Höhenflug fort. An den hiesigen Handelsplätzen ging es mit 6,75 Euro auf dem Ticker ins lange Wochenende. Zu verzeichnen ist ein Plus von fast 25 Prozent seit Ende Februar, also dem Beginn des Konflikts im Nahen Osten. Selbst bei einem möglichen Friedensschluss dürften die Ölpreise kaum sofort wieder deutlich nachgeben, was die Aussichten kurzfristig positiv erscheinen lässt.
LVMH bleibt angeschlagen
Beim französischen Luxuskonzern LVMH (FR0000121014) zeigte sich, dass der Irankrieg die Ergebnisse weniger stark als befürchtet belastete. Zwar ging das Geschäft in der Region zurück, doch an anderer Stelle konnte dies teilweise kompensiert werden. Belastend wirkten jedoch negative Währungseffekte, die den Umsatz letztlich um sechs Prozent auf 19,1 Milliarden Euro sinken ließen.
Während direkte Effekte also begrenzt bleiben, schlagen indirekte Entwicklungen stärker zu Buche. Immerhin konnte in Asien wieder Wachstum erzielt werden. Die Börse zeigte sich dennoch wenig begeistert, und auch ein Dividendenabschlag drückte den Kurs weiter nach unten. Zuletzt fiel die Aktie bis auf 451,35 Euro. Seit Beginn des Konflikts summieren sich die Verluste auf rund 17 Prozent.
Rheinmetall bleibt am Boden
In der Vergangenheit waren neue Konflikte für die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009) häufig ein Kurstreiber. Im aktuellen Fall zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Da der Konflikt bislang vor allem in der Luft ausgetragen wird, spielen klassische Produkte des Konzerns kaum eine Rolle. Gleichzeitig könnten steigende Energiepreise die Kosten erhöhen und die Margen belasten.
So blieb die Aktie trotz eines rekordhohen Auftragsbestands bei Anlegern zuletzt wenig gefragt. Ein weiterer Faktor ist die Verschiebung der Aufmerksamkeit hin zu anderen Branchen. Zum Handelsschluss am Donnerstag notierte der Kurs bei 1.355,80 Euro. Damit liegt das Papier deutlich unter dem Allzeithoch von 2.008 Euro. Seit Ausbruch der Kämpfe summieren sich die Verluste auf etwa 19 Prozent.
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Bisher kennt der Krieg im Nahen Osten an der Börse nur wenige Gewinner und viele Verlierer. Entsprechend hoffen die meisten Anleger auf ein baldiges Ende des Konflikts. Verlass ist jedoch auf wenig, am wenigsten auf politische Aussagen. Anleger kommen daher nicht umhin, die Entwicklungen genau zu verfolgen. Denn die Auswirkungen des Konflikts sind weltweit deutlich zu spüren.
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03.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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