TUI atmet auf, Zuspruch für SAP, Infineon wird optimistischer und AMD lässt Anleger staunen
Die Zuversicht an den Märkten legt wieder zu
Wie so oft wurde an der Börse auch am gestrigen Mittwoch munter spekuliert. Für grüne Vorzeichen sorgte die noch eher vage Hoffnung darauf, dass es im Nahen Osten doch noch zu einem baldigen Frieden kommen könnte. Parallel dazu erreichten die Fantasien zur Zukunft von KI neue Höhen und unter dem Strich war die Stimmung so gut wie schon lange nicht mehr.
>Berichte über eine mögliche Einigung zwischen den USA und dem Iran trieben die Aktie von TUI (DE000TUAG505) kräftig in die Höhe. Das etwas angeschlagene Papier konnte sich gestern um 6,3 Prozent auf 6,72 Euro verbessern und zeitweise sogar an der 7-Euro-Marke kratzen. Ein Friedensschluss wäre für den Reiseveranstalter aus gleich mehreren Gründen ein wichtiges Signal.
Zum einen würde dadurch das Geschäft in der Region sowie in umliegenden Ländern wieder in Schwung kommen. Zuletzt zeigte sich, dass Reisende auch Destinationen am östlichen Mittelmeer eher mieden. Zu spüren bekam die Branche das beispielsweise in der Türkei. Abseits davon würde auch eine Entspannung bei den Ölpreisen die Aussichten von TUI sowie anderen Reisekonzernen aufhellen. Doch bis zu den frühen Morgenstunden am Donnerstag gab es noch keine klare Bestätigung für einen Frieden in der Region.
SAP beliebt bei Analysten
Ebenfalls unklar bleibt, wie es mit SAP (DE0007164600) im KI-Zeitalter weitergehen mag. An der Börse befürchten nicht wenige, dass der Software-Konzern ein wenig unter die Räder kommen könnte. Hochentwickelte KI-Agenten, so die Befürchtung, könnten die Notwendigkeit von großen und teuren Software-Suiten torpedieren. SAP allerdings will von Künstlicher Intelligenz eher profitieren und investiert kräftig in diese Richtung. Kürzlich informierte man über den Zukauf von gleich zwei Startups, mit denen in Zukunft KI-Lösungen speziell für den Unternehmensbereich entstehen sollen.
Würdigung fand dies bei den Analysten der Schweizer Großbank UBS, welche die Kaufempfehlung für die SAP-Aktie sowie das Kursziel in Höhe von 205 Euro erneut bestätigten. Preise für die jüngsten Zukäufe teilte SAP zwar nicht mit. Die Experten rechnen aber damit, dass im laufenden Jahr einige Milliarden Euro in die Hand genommen werden dürften. Daraus entstehe eine klare Stärkung der Kompetenzen und das Unternehmen stelle sich der Herausforderungen der näheren Zukunft. Die Anleger sind weniger optimistisch; die SAP-Aktie gab leicht um 0,3 Prozent auf 149,32 Euro nach.
Infineon wird mutiger
Bei Infineon (DE0006231004) sorgt der KI-Boom für eine Steigerung der Nachfrage, was sich nun auch in den Quartalsergebnissen zeigte. Wie das Unternehmen mitteilte, konnten sämtliche Ziele erreicht werden. Die Umsätze kletterten um vier Prozent auf 3,8 Milliarden Euro und der Gewinn nach Steuern verbesserte sich um 18 Prozent auf nunmehr 301 Millionen Euro. Auf die zweite Jahreshälfte blickt der Halbleiterkonzern optimistisch, erkennt aber nach wie vor „geopolitische und gesamtwirtschaftliche“ Risiken. Als zentralen Wachstumstreiber erkennt Infineon vor allen den Ausbau der Energieinfrastruktur, was mit dem KI-Boom eng verwoben ist.
Die Zahlen fielen sehr erfreulich, aber nicht ganz so sensationell wie bei den großen Chipherstellern aus. Die Aktie konnte gestern dennoch für einen kurzen Moment über die 60-Euro-Marke schießen und bei 64,10 Euro ein frisches 52-Wochen-Hoch markieren. Dies nahmen einige Anleger als Gelegenheit für Gewinnmitnahmen wahr, sodass am Donnerstagmorgen noch 59,38 Euro auf der Anzeigetafel standen.
AMD dreht frei
Infineon blickt auf eine sehr respektable Kursentwicklung, doch der Fokus der Anleger liegt klar bei den Herstellern von Speicher- und KI-Chips. Die Vorstellungen der Märkte gesprengt hat AMD (US0079031078) mit seinen Quartalszahlen. Die Umsätze sprangen von 7,44 auf 10,25 Milliarden US-Dollar und landeten damit deutlich über der Analystenschätzung. Im laufenden Quartal werden weitere Sprünge erwartet. Die Analysten reagierten und Barclays erhöhte das Kursziel mal eben von 300 auf 500 Dollar.
Ganz so weit hat es die AMD-Aktie am Mittwoch noch nicht nach Norden getrieben. Es fehlte aber auch nicht allzu viel. Mit Zugewinnen von 18,6 Prozent ging es auf 421,39 Dollar in die Höhe. Bei 430,60 Dollar konnte im frühen Handel ein neues Allzeit-Hoch markiert werden. Die Euphorie scheint überhaupt keine Grenzen mehr zu kennen, da die Kundschaft nicht nur immer mehr Chips kauft, sondern dafür auch bereitwillig mehr Geld in die Hand nimmt.
Das sieht gut aus
Nicht nur im KI-Segment machte sich zuletzt wieder neue Hoffnung breit. Die Märkte scheinen guter Dinge zu sein und die Börsen sind geprägt von grünen Vorzeichen. Gleichwohl bleibt auch eine nicht eben geringe Nervosität vorhanden. Die weitere Entwicklung in der Geopolitik könnte die Lage jederzeit wieder auf den Kopf stellen. Blind verlassen können und sollten sich Anleger noch nicht darauf, dass aus einem freundlichen Handelstag gleich eine langfristige Rallye entsteht.
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07.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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