Wie versprochen liefert Alphabet dieses Jahr das große Update für Android früher aus und bietet Nutzern zahlreiche Neuerungen sowie natürlich weitere KI-Funktionen
Alphabet lässt die Muskeln spielen
Nur einen Tag nach Apples Keynote zur WWDC veröffentlichte Alphabet bzw. die Tochter Google am Dienstag Android 16 nach einer rund sechsmonatigen Testphase. Während man sich in Cupertino für Verspätungen in Sachen KI entschuldigen muss, schafft Google nun Fakten und will mit zahlreichen Neuerungen die Nutzer vom eigenen Betriebssystem überzeugen und bestehende Anwender noch mehr an die Software binden.
Wie gewohnt wirbt Alphabet (S02079K3059) damit, dass Android „noch besser“ werde. Dafür sorgen sollen Features wie Live-Updated in Echtzeit. Für den Anfang funktioniert das Ganze mit ausgewählten Lieferdiensten. Wer mit Android 16 in Zukunft eine Pizza bestellt, der kann in der Theorie sehr genau verfolgen, wann diese zu Hause eintreffen wird. Google verspricht, dass die Funktion in Zukunft Unterstützung von zahlreichen weiteren Services erfahren wird.
Die KI steht bei Android 16 klar im Mittelpunkt und sie soll unter anderem für mehr Sicherheit sorgen. Im vergangenen Monat stellte Google bei der eigenen Entwicklerkonferenz I/O bereits entsprechende Neuerungen vor, die mit dem neuen Betriebssystem nun ihren Weg zum Kunden finden. Per KI soll das Smartphone in Zukunft erkennen, ob es sich bei einer Nachricht eines unbekannten Absenders um einen Betrugsversuch handelt. Wird ein solcher erkannt, gibt es einen entsprechenden Hinweis. Noch vor Jahresende soll dies in Echtzeit funktionieren, außerdem wurde ein erweiterter USB-Schutz in Aussicht gestellt.
Android und die bunte Android-Zukunft
Die KI kommt künftig auch bei Bildbearbeitung und Stickern zum Einsatz. In der Kamera-App gibt es dafür ersten Berichten zufolge entsprechende Hinweise. Darüber hinaus lassen sich bei der Bildbearbeitung von der KI Objekte erkennen, verändern oder auf Wunsch auch die gesamte Szenerie anpassen. Die Funktion „Auto-Frame“ soll es ermöglichen, vollautomatisch einen automatischen Ausschnitt zu wählen.
Via Gboard können Nutzer in Zukunft zudem per KI individuelle Sticker erstellen und dafür sogar auf eigene Fotos als Basis zurückgreifen. Auf diese Weise gibt es in Zukunft keine Emotion und keinen Anlass mehr, wofür sich nicht irgendein buntes Abbild schaffen ließe. All das sind nur einige Beispiele für weitere Funktionen. Alphabet verspricht auch mehr Barriere-Freiheit und gönnt dem Desktop-Modus etwas mehr Aufmerksamkeit. In Zusammenarbeit mit Samsung soll jener in Zukunft weiter ausgebaut werden.
Exklusiv für Pixel-Nutzer gibt es darüber hinaus ein neues Widget namens „Pixel VIPs“. Damit soll die Verbindung zu Familienmitgliedern und eigens ausgewählten engen Angehörigen besser gehalten werden könnten. Es werden Funktionen wie ein Echtzeit-Standort, Anzeigen der letzten Nachrichten oder Geburtstagserinnerungen angeboten. Das ist eine nette Spielerei, mit der Alphabet vor allem darum bemüht ist, Familien ein Argument für die Versorgung eines ganzen Haushalts mit Android-Geräten zu liefern.
Android eilt voraus
An der Börse wird die neue Android-Version nicht negativ aufgenommen, aber auch nicht gerade abgefeiert. Die Alphabet-Aktie legte nachbörslich um kaum nennenswerte 0,1 Prozent bis auf 180,19 US-Dollar zu. Es bleibt noch abzuwarten, wie die neuen Funktionen von den Nutzern aufgenommen werden und ob mehr KI-Funktionen für echte Vorteile sorgen können. Verfügbar ist Android 16 zunächst für Pixel-Geräte. Die Veröffentlichung auf anderen Geräten liegt in der Hand der jeweiligen Hersteller.
Mit der frühen Veröffentlichung spielt Alphabet bzw. Google aber die derzeitigen Vorteile gegenüber Apple aus. In Cupertino kämpft man noch mit diversen Problemen und die neue Siri wird mindestens bis 2026 auf sich warten lassen. Wer nicht so lange warten möchte und schon heute eine weitgehend vollintegrierte KI in seinem Smartphone haben möchte, der kommt an Android wohl kaum vorbei. Das ist durchaus eine Chance für Google, um den eigenen Marktanteile wieder etwas anwachsen zu lassen und vielleicht auch eine Rechtfertigung für milliardenschwere KI-Investitionen.
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11.06.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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