Wieder einmal sieht sich Alphabet Vorwürfen über den Missbrauch einer Monopolstellung gegenüber, und dieses Mal spielt dabei KI eine tragende Rolle
Nutzt Alphabet seine Marktstellung für die KI-Suche aus?
Gerade erst konnte die Alphabet-Tochter Google einen Streit um mutmaßlichen Marktmissbrauch seiner Vormachtstellung im Suchmaschinenbereich einigermaßen glimpflich beenden, da droht dem Unternehmen schon die nächste Klage. Das US-Verlagshaus Penske Media zieht gegen den Internet-Giganten vor Gericht und nimmt dabei insbesondere die KI-Übersichten aufs Korn.
Dass Letztere zu Umsatzeinbußen bei Webseitenbetreibern führen könnten, ist an sich kein neuer Vorwurf. Es ist jedoch das erste Mal, dass ein Medienhaus mit einem gewissen Gewicht dagegen auch gerichtlich vorgeht. Vorgeworfen wird Alphabet (US02079K3059) bzw. Google, Nutzern mit der KI-Übersicht direkt Antworten zu liefern (die längst nicht immer stimmen müssen). Dadurch bedingt würden viele sich nicht länger die Mühe machen, auf die tatsächlichen Webseiten zu klicken, die als Quelle angegeben werden.
Ferner spricht Penske Media davon, dass Google das Ganze nur aufgrund seiner Quasi-Monopolstellung umsetzen kann. Dadurch bedingt seien Webseitenbetreiber gezwungen, die Nutzung ihrer Seiten für die KI zuzulassen. Denn geschieht dies nicht, entfällt auch die Indexierung bei Google, sodass die Seiten dort schlicht nicht mehr auftauchen.
Google kontert die Vorwürfe und spricht davon, mit den KI-Übersichten neue Gelegenheiten schaffe, um „Inhalte im Netz zu entdecken“. Täglich würden Milliarden Klicks an andere Webseiten weitergeleitet werden und durch die KI-Funktionen steige die Vielfalt dabei. Abzuwarten bleibt nun wohl, wie die Richter dies sehen mögen. Interessanterweise wird in Washington geklagt, wo im letzten Jahr bereits Googles Monopol bei der Websuche festgestellt wurde.
Alphabet unter Zugzwang
Aufgeben kann und will Alphabet seine KI-Übersichten nicht. Schließlich steht der Konzern in Konkurrenz zu diversen Anbietern, die via KI die Websuche revolutionieren wollen. Um langfristig nicht an Bedeutung zu verlieren, muss sich Google diesem Trend anpassen. Dagegen spricht grundsätzlich auch nichts, doch Klagen wie die nun angekündigte könnten dafür sorgen, dass die Spielregeln geändert werden oder Ausgleichszahlungen anstehen könnten. Anleger behalten die Angelegenheit genau im Auge.
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15.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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