Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung übersteigt bei Alphabet allem Anschein nach noch immer die Kapazitäten
Alphabet kann Meta und andere Kunden nicht wie gewünscht bedienen
In der vergangenen Woche kam der eine oder andere Zweifel am rasanten Wachstum im Tech- und KI-Segment auf. Dazu gehört auch die Frage, ob die massiven Ausbauten von Rechenzentren überhaupt noch gerechtfertigt werden können. Im Falle von Alphabet gibt es aber Anzeichen dafür, dass es gute Gründe für die weitere Expansion gibt.
Laut einem Bericht der „Financial Times“ kommt Alphabet (US02079K3059) bei den Bestellungen schlicht nicht hinterher. Das soll vor allem die Facebook-Mutter Meta betreffen. Jene habe laut Insidern mehr Rechenkapazität angefordert, als Google bzw. Alphabet tatsächlich liefern konnten. Auch andere Kunden mussten wohl vertröstet werden, dies allerdings in einem etwas geringeren Ausmaß.
Für Alphabet ist das freilich eine gute Nachricht und es passt auch zum Narrativ, dass das Cloud-Wachstum zuletzt durch begrenzte Kapazitäten eingeschränkt wurde. Zwar sind die Berichte durch das Unternehmen bislang nicht bestätigt. Dennoch wird der Eindruck verstärkt, dass die Nachfrage hoch bleibt und das rasante Wachstum im wichtigen Cloud-Geschäft sich fortsetzt. Im ersten Quartal konnte Alphabet hier sogar stärker zulegen als Microsoft.
Ein teurer Spaß für Alphabet
Euphorie will an der Börse dennoch momentan nicht mehr recht aufkommen. Zur Wahrheit gehört auch, dass Alphabet für den Ausbau von Rechenkapazitäten etliche Milliarden in die Hand nehmen muss. Damit sich das rechnet, wird es eine hohe Nachfrage über längere Zeiträume brauchen. Sollte der KI-Boom zwischenzeitlich abkühlen und Google Kunden wieder verlieren, könnte die Rechnung schon wieder ganz anders aussehen.
Nun wurde schon häufig vor einem Platzen der KI-Blase gewarnt und bisher ist von einem solchen Szenario nur erstaunlich wenig zu sehen. Zudem wird Alphabet gestützt von den brachialen Gewinnen aus dem Werbegeschäft, welche den Konzern bis heute tragen. Zumindest für den Moment überwiegen die Chancen daher die Risiken. Letztere sollten indes von Anlegern aber nicht vollkommen ausgeblendet werden.
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30.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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