Zur Finanzierung seiner schwindelerregenden KI-Ausgaben zapft Alphabet den Kapitalmarkt an und schickt die Bullen damit in die Defensive
Droht den Aktionären von Alphabet eine Verwässerung?
Google investiert immer mehr in KI-Infrastruktur. Allein in diesem Jahr könnten es bis zu 190 Milliarden US-Dollar werden. Dank hoher Gewinne und einem rapiden Wachstum im Cloud-Segment nahmen die Anteilseigner dies bislang recht entspannt hin. Doch es wird immer offensichtlicher, dass die Ausgaben sich durch den Cashflow allein nicht tragen lassen.
Am Montag kündigte Alphabet (US02079K3059) nun an, sich 80 Milliarden US-Dollar am Kapitalmarkt sichern zu wollen. Zu diesem Zweck sollen neue Aktien ausgegeben werden. Investiert wird unter anderem von Berkshire Hathaway, welches zehn Milliarden Dollar beisteuern möchte. Weitere 30 Milliarden Dollar soll ein öffentliches, garantiertes Aktienangebot beisteuern. Über einen sogenannten At-the-Market-Verkauf sollen 40 Milliarden Dollar eingenommen werden.
Das Unternehmen begründet die Pläne damit, dass Künstliche Intelligenz eine „expansive Phase“ vorantreiben würde. Die Infrastruktur soll nun noch weiter gestärkt werden. Unterstützt wird das Vorhaben von mehreren Großbanken, darunter JPMorgan und Goldman Sachs. Genügend Abnehmer werden sich sehr wahrscheinlich finden. Die Börse reagierte dennoch etwas verschnupft. Die Alphabet-Aktie fiel am Montag um ein Prozent auf 372,58 Dollar zurück und gab nachbörslich um weitere zwei Prozent nach.
Wird es langsam eng bei Alphabet?
Die Kursverluste mögen damit zusammenhängen, dass einige Anteilseigner Verwässerungseffekte befürchten. Das Risiko dafür ist aber eher geringer Natur. Angesichts einer Bewertung von 4,5 Billionen Dollar fällt das Ganze kaum weiter auf und noch dazu dürften Kurssteigerungen die Kapitalerhöhung recht schnell ausgleichen, so der KI-Boom weiterhin anhält. Schließlich stieg die Alphabet-Aktie allein in diesem Jahr schon um fast 20 Prozent.
Manch einer könnte das Anzapfen des Kapitalmarkts aber auch als ein erstes Warnzeichen interpretieren. Google sieht sich offenbar dazu genötigt, immer mehr in KI-Infrastruktur zu investieren. Die eigene Bilanz möchte man aber wohl nicht noch weiter belasten. Zumindest spekulieren lässt sich darüber, dass damit die Schmerzgrenze langsam überschritten sein könnte. Szenarien, in denen sich die Tech-Giganten mit ihren Ausgaben vielleicht dezent übernehmen, sind grundsätzlich nichts Neues.
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03.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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