Trotz zunehmender Skepsis an den Märkten weiter Amazon seine Investitionen in neue Rechenzentren aus und nimmt einmal mehr Milliarden in die Hand
Amazon nimmt den Fuß nicht vom Gas
Es machten sich in den letzten Tagen und Wochen vermehrt Zweifel bemerkbar, ob die enormen Investitionen der Tech-Giganten im KI- und Cloudbereich überhaupt noch irgendwie zu rechtfertigen sind. Auch Amazon war dabei das eine oder andere Mal ein Thema. Dort scheint man über weniger Ausgaben aber nicht einmal nachdenken zu wollen.
Stattdessen verkündete der Internetgigant nun, weitere 15 Milliarden US-Dollar in neue Rechenzentren im US-Bundestaat Indiana investieren zu wollen. Damit sollen 2,4 Gigawatt an Kapazität hinzugefügt und 1.100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Ausgaben kommen noch hinzu zu einer Investition von elf Milliarden Dollar, welche im vergangenen Jahr angekündigt wurde. Amazon (US0231351067) begründet das Vorgehen mit der steigenden Nachfrage nach Cloud-Computing-Kapazitäten.
Während dieses Vorhaben an den Märkten eher für Skepsis sorgte, wurde ein anderes, noch größeres Investitionsvorhaben recht erfreut zur Kenntnis genommen. Bis zu 50 Milliarden Dollar will Amazon in den Ausbau von KI- und Supercomputing-Kapazitäten für US-Regierungskunden von AWS stecken. Der finanzstarke Kunde lässt die Anleger frohlocken.
Die Amazon-Aktie reagierte am Dienstag auf die Neuigkeiten mit Kursgewinnen von 1,5 Prozent, was den Kurs bis auf 229,67 Dollar heben konnte. Ein wenig mehr Zuversicht scheint sich also wieder breitzumachen. Dennoch bleiben auch Fragezeichen im Raum. Zwar gehört Amazon prinzipiell zu den größten Profiteuren des KI-Booms, da die Kundschaft aus dem KI-Segment fleißig Cloud-Kapazitäten einkauft. Sollte diese Nachfrage aber einen Knick erleben, so würde es entsprechende Folgen mit sich ziehen.
Amazon macht munter weiter
Die Amazon-Aktie bleibt letztlich davon abhängig, ob der KI-Boom sich fortsetzt oder vielleicht doch zeitweise eine merkliche Korrektur erfahren wird. Mit letzter Sicherheit vorhersehen lassen die Entwicklungen im Segment sich aktuell nicht. Das oftmals beschworene Platzen der Blase blieb bislang aus und der Titel hinterlässt auch unterhalb der Allzeit-Höchststände eine hervorragende Figur. Ob weitere Ausgabensteigerungen bei Cloud und KI eher zu begrüßen oder zu kritisieren sind, mag jeder für sich selbst entscheiden.
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26.11.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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