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OpenAI könnte wohl weitere Milliarden sowie Trainium-KI-Chips von Amazon erhalten

Die Anleger von Amazon wittern Chancen, doch die Skepsis bleibt

NTG24 - OpenAI könnte wohl weitere Milliarden sowie Trainium-KI-Chips von Amazon erhalten

 

In Sachen Hardware ist der KI-Markt noch immer fest in der Hand von Nvidia. Kein anderer Anbieter kann mit der Leistungsfähigkeit von Blackwell-Chips mithalten und auch bei der Software hängt die Konkurrenz deutlich hinterher. Dennoch versuchen sich immer mehr Tech-Giganten daran, einen Fuß in die Tür beim Chipgeschäft zu bekommen. Dazu gehört auch Amazon, welches bisher vor allem über seine Clouddienste vom KI-Boom profitieren konnte.

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Vor Kurzem erst stellte Amazon (US0231351067) seine neue Generation von KI-Chips in Form von Trainium3 vor. Versprochen wurde dabei nicht die höchste Leistungsfähigkeit, aber das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Das ist gut und schön, bewegte die Anteilseigner aber nicht allzu sehr. Denn zum einen muss Amazon seine Versprechen erst noch belegen, und zum anderen fehlt es noch an möglichen Abnehmern. Bisher kommen die konzerneigenen Chips hauptsächlich auf eigenen Servern sowie zum Teil bei Anthropic zum Einsatz.

 

 

 

Das könnte sich aber schon bald ändern. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, soll sich Amazon wohl in Verhandlungen zu einer weiteren Investitionsrunde beim ChatGPT-Entwickler OpenAI befinden. Weitere zehn Milliarden US-Dollar könnten dabei von Amazon beigesteuert werden. Im Austausch dafür soll der Konzern nicht nur Zugriff auf KI-Technologie erhalten. Im Gespräch ist auch die Lieferung von Trainium-Chips im großen Stil. Es würde zum Vorhaben von OpenAI passen, sich unabhängiger von Nvidia und auch von Microsoft machen zu wollen.

 

Amazon: Chance oder Risiko?

 

Noch fehlt eine offizielle Ankündigung über eine entsprechende Zusammenarbeit. An der Börse wird das Thema aber schon fast behandelt, als wäre es beschlossene Sache. Am gestrigen Donnerstag standen dabei die Chancen im Vordergrund, welche sich für Amazon ergeben könnten. Denn wie gigantisch der Markt für KI-Chips ist, das stellt Nvidia Quartal für Quartal eindrucksvoll unter Beweis. Selbst ein kleines Stück dieses Kuchens könnte für ordentlichen Schwung bei den Bilanzen von Amazon sorgen.

Allerdings bestehen auch Zweifel, ob Amazon Erfolge gelingen werden, die über einzelne Abmachungen hinausgehen mögen. Denn die eigenen KI-Chips hinken Nvidia noch in vielerlei Hinsicht hinterher und es fehlt an einer umfangreichen Software-Suite. Zwar gibt es natürlich diverse Open-Source-Lösungen. Die Branche hat sich aber weitgehend an den Workflow von Nvidias CUDA gewöhnt.

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Werbebanner EMH PM TradeDazu kommen allgemeine Zweifel am Zustand der KI-Branche, welche Amazon durch die mutmaßliche Vereinbarung noch verstärken könnte. Denn gefühlt würde man den Verkauf eigener Chips mit einem weiteren massiven Investment bei OpenAI selbst finanzieren. Der ChatGPT-Entwickler setzt verstärkt auf derartige Deals. Auch Nvidia steckt etliche Milliarden in das Unternehmen und liefert gleichzeitig im großen Stil Chips. Daran zeigt sich besonders eindrucksvoll, dass OpenAI den massiven Ausbau von Rechenzentren aus eigener Kraft überhaupt nicht schultern könnte. Angewiesen ist der Konzern daher auf rasante Steigerungen bei Umsatz und Gewinn. Bleibt dies allerdings aus, könnten die KI-Träumereien schwer ins Wanken geraten.

 

Amazon ohne neue Kursrekorde

 

Die Zweifel sind bei Amazon und auch anderswo mittlerweile deutlich zu spüren. Zwar sind die Aktienkurse bisher noch nicht abgestürzt. Im Falle von Amazon lässt sich aber schon seit Monaten ein Seitwärtstrend feststellen und auch gute Neuigkeiten scheinen keine Durchbrüche mehr in Richtung Norden bewirken zu können. Gefragt wären wohl neue Vereinbarungen, welche tatsächliche Sprünge bei Umsatz und Gewinn durch KI vermuten lassen. Geliefert wird aber nichts, was über ein, immerhin sehr ansehnliches, Wachstum im Cloud-Segment hinausgehen würde.

Sollte der Deal mit OpenAI zustande kommen, wäre es aus Anlegersicht letztlich ein zweischneidiges Schwert. Jeder Fortschritt mit eigenen Chips ist als klarer Fortschritt anzusehen. Müssen dafür aber selbst Milliarden in die Hand genommen werden, stellt sich auch die Frage, ob es das Ganze überhaupt wert sein mag. Eine allgemeingültige Antwort auf derlei Fragen kann es derzeit nicht geben. Dass sie überhaupt gestellt werden, steht einer spontanen neuen Rallye jedoch dezent im Weg.

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19.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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