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Der Irankrieg und ein schwächelnder Markt in China belasten BMW derart schwer, dass die Prognose nun ein weiteres Mal nach unten korrigiert werden musste

BMW wird noch pessimistischer

NTG24 - Der Irankrieg und ein schwächelnder Markt in China belasten BMW derart schwer, dass die Prognose nun ein weiteres Mal nach unten korrigiert werden musste

 

Rosig sind die Aussichten bei BMW schon seit einer ganzen Weile nicht mehr. Bis vor Kurzem rechnete der Autokonzern mit einem moderten Rückgang des Vorsteuerergebnisses im laufenden Jahr. Allem Anschein nach war aber selbst das noch etwas zu optimistisch gedacht. Am Dienstag nach Börsenschluss wurde die Prognose noch einmal überarbeitet, und das in einer aus Anlegersicht nicht angenehmen Weise. Der Blick nach vorn trübt sich weiter ein.

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In einer Gewinnwarnung spricht BMW (DE0005190003) nun von einem „deutlichen“ Rückgang des Vorsteuerergebnisses. Konkrete Zahlen wurden zwar nicht genannt. Allerdings gibt es bei so ziemlich allen wichtigen Kennzahlen Anpassungen nach unten. So soll etwa die operative Gewinnmarge bei nur noch 1 bis 3 Prozent liegen. Zuvor war noch von 4 bis 6 Prozent die Rede, was ebenfalls als enttäuschend galt. Im vergangenen Jahr wurden noch 5,3 Prozent erreicht.

 

 

 

Der freie Cashflow soll wohl ebenfalls geringer als bisher vermutet ausfallen und bei etwas mehr als 2,5 Milliarden Euro landen. Das wären rund 20 Prozent weniger als im Jahre 2025. Ausschüttungsquote und Aktienrückkaufprogramme werden dennoch nicht angetastet, vermutlich um die Anleger nicht noch mehr zu vergraulen. Letztere treten dennoch die Flucht an. Im nachbörslichen Handel gab die BMW-Aktie am Dienstag zeitweise um mehr als fünf Prozent nach.

 

BMW kämpft mit Problemen in China

 

Ein wesentlicher Faktor für die enttäuschenden Geschäfte von BMW dürfte der chinesische Markt sein. Dort hielt man sich bisher zumindest bei Verbrennern noch einigermaßen ordentlich, konnte aber schon länger nicht mehr die Wachstumsraten aus der Vergangenheit erreichen. Nun allerdings ist der Markt regelrecht eingebrochen. Die Absatzzahlen von Verbrennern sind im Reich der Mitte laut Zahlen der China Passenger Car Association im Mai um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Mit einer Verbesserung wird aktuell nicht gerechnet.

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Großen Einfluss auf diese Entwicklung nahm der Irankrieg, der bei BMW zusätzlich die Kosten in die Höhe trieb. Im März ging der Konzern noch davon aus, dass es sich dabei um eine kurzfristige Angelegenheit handeln würde. Diese Einschätzung muss aber spätestens jetzt revidiert werden. Kürzlich einigten sich die Konfliktparteien zwar auf weitere Verhandlungen und eine kurzfristige Öffnung der Straße von Hormus. Ein nachhaltiger Friedensschluss ist das allerdings noch nicht.

Es läuft nicht alles schlecht bei BMW. In Europa und Nordamerika konnten die Geschäfte sich einigermaßen erholen und die „Neue Klasse“ scheint bisher gut anzukommen. Offensichtlich reicht das aber nicht aus, um die Probleme in Fernost ausgleichen zu können. China ist weiterhin der wichtigsten Einzelmarkt für BMW. Einbrüche dort lasten daher schwer auf der Bilanz sowie den weiteren Prognosen.

 

Bei BMW wird gespart

 

BMW rechnet augenscheinlich nicht damit, dass die Lage sich kurzfristig von selbst aufhellen wird. Daher wird auf die nochmals schwierigere Ausgangslage erst einmal mit weiteren Einsparungen reagiert. Der erst vor rund vier Wochen angetretene CEO Milan Nedeljkovic kündigte an, aktuelle Strukturen und Prozesse an „sich drastisch verschärfende Marktbedingungen“ anpassen zu wollen. Laufende Maßnahmen sollen intensiviert und beschleunigt werden. Konkrete Schritte wurden allerdings nicht gezeichnet. Es bleibt daher noch abzuwarten, die BMW die Effizienz weiter zu erhöhen gedenkt.

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Werbebanner EMH PM TradeAnders als bei vielen Mitbewerbern gab es bei BMW bislang keine Stellenstreichungen im ganz großen Stil. Das Unternehmen galt im Vergleich zur Konkurrenz als recht gut aufgestellt und einigermaßen resilient. Mit jeder weiteren Gewinnwarnung bröckelt dieses Image jedoch weiter. Die Krise in der Branche macht letztlich auch vor BMW nicht Halt. Wie schwer sie das Unternehmen tatsächlich trifft, darüber dürften die für Ende Juli erwarteten Quartalszahlen Aufschluss geben.

 

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17.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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