Rheinmetall mit guten Zahlen, Hohe Gewinne bei der Deutschen Bank, BMW auf Sparkurs und TUI hält sich stabil
Auch in schwierigen Phasen gibt es gute Nachrichten an der Börse
Die Märkte haben einen weiteren turbulenten Handelstag hinter sich gebracht. Recht ungehalten reagierten die Anleger in den USA darauf, dass die Fed den Leitzins erneut unangetastet ließ. Gleichzeitig droht die Lage im Nahen Osten erneut zu eskalieren und die Ölpreise drehen wieder in Richtung Norden. Dazu kommt eine zunehmende KI-Müdigkeit. All dem konnte sich ausgerechnet der deutsche Markt entgegenstellen, der in der jüngeren Vergangenheit eher skeptisch beäugt wurde.
Überzeugen konnten am Mittwoch gleich mehrere DAX-Unternehmen mit überraschend guten Zahlen. Ausgesprochen freundlich fiel beispielsweise die Reaktion auf Quartalszahlen von Rheinmetall (DE0007030009) aus. Der Rüstungskonzern konnte einen Gewinn von 1,64 Milliarden Euro vorstellen. Das sind stolze zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und auch mehr als die Analysten erwartet hatten.
Die zuvor abgestrafte Rheinmetall-Aktie zog es dank dieser Ergebnisse wieder in höhere Gefilde. Mit einem Kursplus von 6,1 Prozent konnte der Titel sich bis auf 1.153,40 Euro schwingen. Damit bleibt zwar ein enormer Abstand zu alten Kursrekorden, aber immerhin stabilisiert sich der Titel mehr und mehr oberhalb der psychologisch wichtigen 1.000-Euro-Marke. Gute Neuigkeiten helfen den Bullen auch fraglos dabei, Enttäuschungen wie das verlorene F126-Projekt besser zu verdauen.
Die Deutsche Bank auf Rekordniveau
Ebenfalls überraschend positiv fielen die Quartalsergebnisse der Deutschen Bank (DE0005140008) aus. Insbesondere das Geschäft der Investmentsparte lief hervorragend. Erzielt werden konnte insgesamt ein Vorsteuerergebnis von 2,68 Milliarden Euro. An einem neuen Rekord streifte das Geldhaus damit nur knapp vorbei. Ähnlich sieht es beim Nettogewinn auf, der auf 1,64 Milliarden Euro beziffert wurde. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Von den guten Ergebnissen sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Deutsche Bank ließ wissen, in Zukunft noch mehr für den Rückkauf eigener Aktien ausgeben zu wollen. Das hört die Börse gerne und so konnte die Deutsche Bank-Aktie zeitweise um über sechs Prozent zulegen. Im weiteren Verlauf ließ die Euphorie zwar wieder nach. Mit einem Schlusskurs von 31,26 Euro konnte aber noch ein Plus von 1,1 Prozent an einem insgesamt eher schwierigen Handelstag eingefahren werden.
BMW setzt den Sparkurs fort
Trotz einiger Lichtblicke läuft aber natürlich noch längst nicht alles rund in hiesigen Gefilden. Noch immer tief in der Krise hängt die Autobranche. Dem kann sich mittlerweile auch BMW (DE0005190003) nicht mehr entziehen. Als Reaktion auf schwierige Geschäfte in China und US-Zölle stellt der Münchner Autobauer nun ein Programm zum Abbau von Stellen in Aussicht. Rund um den Globus sollen 8.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Um dies möglichst sozialverträglich zu gestalten, setzt BMW auf die Fluktuation sowie Freiwilligenprogramme mit entsprechenden Abfindungen.
Den Anlegern scheint der Ansatz zu gefallen. Die BMW-Aktie konnte am Mittwoch um immerhin 1,3 Prozent bis auf 60,30 Euro zulegen. Die größten Baustellen bleiben zwar bestehen, doch gerade aufgrund niedriger Margen sind Maßnahmen für sinkende Kosten gerne gesehen. Die Quartalszahlen in naher Zukunft dürften durch dafür notwendige Ausgaben aber erst einmal dezent belastet werden,.
TUI lässt sich nicht unterkriegen
Wenige bis gar keine positiven Impulse gab es zuletzt rund um den Reiseveranstalter TUI (DE000TUAG505). Der Irankonflikt bleibt eine schwer problematische Angelegenheit. Zum einen lasten hohe Ölpreise auf der Branche, zum anderen gibt es Fragezeichen rund um die weitere Versorgung. Etwas Linderung verschafften vielleicht noch Medienberichte, laut denen sich trotz der Waldbrände in Frankreich und Spanien nichts am Buchungsverhalten der Reisenden geändert habe.
Die Ausgangslage für TUI bleibt jedoch mehr als problematisch. Vor diesem Hintergrund ist es nicht selbstverständlich, dass der Aktienkurs sich auf einem einigermaßen ansehnlichen Niveau halten kann. Genau dieses Kunststück ist im gestrigen Handel gelungen. Es ging sogar leicht um 0,3 Prozent bis auf 7,32 Euro aufwärts. Damit verteidigen die Bullen wichtige Support-Linien, allerdings bisher noch, ohne sich an einen Ausbruch heranzuwagen.
Ein schwacher Trost?
Einige Einzeltitel überraschen mit erleichternden Neuigkeiten, was die Börsianer insgesamt jedoch nur in einem überschaubaren Ausmaß zu beruhigen vermag. Weitaus mehr Raum nehmen Zinsen, Ölpreise, Geopolitik und zunehmend auch Skepsis gegenüber den hohen Bewertungen der KI-Branche ein. An letzterer hängt ein riesiger Rattenschwanz in Form von Aktien und Unternehmen aus anderen Sektoren. Trotz einer bisher versöhnlichen bis guten Berichtssaison bleibt da keine Zeit zum Ausruhen.
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30.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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