BMW schickt in den USA den neuen X5 an den Start und ein Erfolg wird für die angeschlagene Aktie zur Pflicht
Die Modelloffensive von BMW rollt weiter
Vor Kurzem schockierte BMW die Märkte noch mit einer Gewinnwarnung, lässt sich dadurch aber bei der Modelloffensive nicht beirren. Genau die soll schließlich dafür sorgen, dass es in Zukunft wieder besser laufen wird. In den USA präsentierte das Unternehmen nun am Dienstag eine Neuausführung des schwer beliebten X5. Darauf lasten große Hoffnungen.
Enthüllt wurde das Gefährt in South Carolina, wo im August die Serienfertigung starten soll. Für den Ausbau des Werks hat BMW 1,7 Milliarden US-Dollar in die Hand genommen. Dadurch wurde das Werk in erster Linie auf eine Elektrofertigung vorbereitet. Allerdings gibt es den X5 in insgesamt fünf Varianten, womit BMW (DE0005190003) erneut seinen Ansatz der „Technologieoffenheit“ unterstreicht.
Beim begehrten Vorgänger fristete die elektrische Variante noch eher ein Schattendasein. Gerade in den USA sind solche Autos wenig gefragt. Das hat mit der aktuellen Politik und wegfallenden Förderungen zu tun. In Umfragen nannten viele Verbraucher aber auch die Reichweitenangst als ein gewichtiges Problem. Dem kommt BMW mit der neuen Variante entgegen. Der iX5 soll es auf bis zu 845 Kilometer schaffen und bei Bedarf ist ein Aufladen für 350 Kilometer in zehn Minuten möglich. Ob damit gepunktet werden kann, bleibt aber freilich abzuwarten.
BMW: Das muss klappen
Es ist kein Zufall, dass BMW den neuen X5 in den USA enthüllt. Denn dort befindet sich mittlerweile der wichtigste und größte Markt für das SUV. In China entwickelten sich die Absatzzahlen in den letzten Jahren hingegen rückläufig. Ein Erfolg wäre für BMW absolut notwendig, gerade mit Blick auf die Marge. Konzernweit ist jene in unangenehm niedrige Gefilde gefallen. Beim X5 sind die Margen nach Ansicht von Experten aber noch vergleichsweise auskömmlich. Zudem macht die Reihe in den USA rund ein Fünftel der Verkäufe aus und die Absatzzahlen stiegen dort im Gegensatz zu jenen anderer Modellreihen zuletzt.
Wer sich partout nicht mit einem rein elektrischen Vehikel anfreunden kann oder will, der bekommt den X5 weiterhin auch als Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid und ab 2028 auch mit Wasserstoff-Antrieb. Es dürfte also für jeden Geschmack das Passende dabei sein. Welche Absatzzahlen sich BMW von den einzelnen Antriebsarten erwartet, wurde nicht näher kommuniziert. Die Technologieoffenheit soll aber letztlich dem Kunden zugutekommen.
Zu erkennen ist das neue Gefährt auf den ersten Blick. BMW spendierte den Scheinwerfern das namensgebende X, was den Autor dieser Zeilen unweigerlich an tote Cartoon-Figuren mit Kreuzen als Augen erinnert. Das wiederum ruft einem auch die BMW-Aktie ins Gedächtnis, die gestern mit 57,26 Euro auf dem tiefsten Stand seit dem Corona-Crash aus dem Handel ging. Vermutlich habe ich als Kind zu viele Cartoons gesehen.
Die Skepsis bleibt
BMW schaut munter nach vorne bei seinem ersten X5 „made in USA“. Zudem handelt es sich um den nächsten Schritt bei der „Neuen Klasse“, mit der endlich die Wende eingeleitet werden soll. Insgesamt sind im Rahmen dessen rund 40 Neuvorstellungen fest eingeplant. Es will jedoch weiterhin nicht gelingen, die Börsianer damit abzuholen. Die Zweifel am großen Turnaround sitzen tief und sie sind nach der jüngsten Gewinnwarnung nur noch größer geworden.
Für den Moment lässt sich auf neue Erfolge nur hoffen, und das auch nur in einzelnen Regionen. Denn am insgesamt schwierigen Marktumfeld ändert sich natürlich nichts. Das betrifft insbesondere den chinesischen Markt, wo die europäischen Hersteller rasant an Boden verlieren. Hoffnung allein reicht schon lange nicht mehr aus, um die Bullen anzulocken. Die Neuvorstellung von BMW bleibt eine interessante Angelegenheit. Um die Aktie wieder in höhere Gefilde zu bugsieren, braucht es aber harte Zahlen, die wieder ein Wachstum und höhere Margen erkennen lassen.
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01.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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