Berkshire Hathaway greift bei der New York Times zu, baut bei Amazon ab und hält die Beteiligung an Alphabet stabil!
Warren Buffet mischt die Märkte noch einmal auf
Eigentlich hatte sich Warren Buffet zum Jahreswechsel vom Chefsessel bei Berkshire Hathaway bereits verabschiedet. Offen war allerdings noch, welches Depot er seinem Nachfolger Greg Abel hinterlassen würde. Nun lieferte die Holding ein Update, womit Buffet noch einmal für manche Überraschung und einiges an Gesprächsstoff sorgt.
An der Reaktion der Anleger lässt sich erkennen, dass jene mit den Anpassungen im Portfolio zufrieden sind. Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway (US0846707026) konnte sich am Dienstag um 1,2 Prozent auf 503,41 US-Dollar verbessern und legte nachbörslich noch ein wenig mehr zu. Auch nach Buffets offiziellem Abschied bleibt der Titel auf hohem Niveau, wenngleich es im neuen Jahr bisher ein wenig an neuen Impulsen fehlt. Ein wenig als Underperformer entpuppten sich zuletzt KI- und Tech-Titel im Depot.
Über die genauen Änderungen berichtete unter anderem das „Handelsblatt“. Dabei dürften die Anteilseigner ganz froh darüber gewesen sein, dass Berkshire Hathaway weiterhin einen recht ausgewogenen Ansatz wählt. Tech und KI spielen zwar weiterhin eine große Rolle. Gesetzt wird aber weiterhin auch auf verlässliche, um nicht zu sagen langweilige Werte. Zumindest in der Vergangenheit lag Buffet damit goldrichtig.
Berkshire Hathaway investiert massiv in die New York Times
Die größte Überraschung lieferte das Konglomerat mit einem Einstieg bei der New York Times (US6501111073) im großen Stil. Per Ende Dezember wurden etwa fünf Millionen Aktien mit einem Wert von 351,7 Millionen US-Dollar gehalten. Das entspricht zwar nur rund 0,1 Prozent des gigantischen Portfolios im Wert von schätzungsweise 274 Milliarden Dollar. Dennoch sorgt das Ganze für Aufsehen und die Börse reagierte prompt.
Die Aktie der Times verbesserte sich im nachbörslichen Handel zeitweise um fast zehn Prozent. Dem Orakel von Omaha scheinen noch immer viele Marktakteure nicht widerstehen zu können, auch wenn nicht ganz klar ist, ob wirklich Buffet selbst den Einstieg angeleiert haben mag. Ein Stück weit hat das Thema auch eine politische Dimension. Schließlich wettert US-Präsident Donald Trump nur allzu gerne gegen die New York Times. Berkshire Hathaway blickt aber vermutlich sehr viel mehr auf fundamentale Faktoren und scheint sich ein deutliches Anziehen der Werbeeinnahmen im laufenden Quartal zu erhoffen.
Amazon auf der Verkaufsliste
Unter dem Strich überwogen bei Berkshire Hathaway einmal mehr die Verkäufe. Darin sehen einige Beobachter einen Beleg dafür, dass der Konzern mit einem Nachlassen des Börsen-Hypes rechnet und seine Schäfchen ins Trockene zu bringen gedenkt. In dieser Form kommunizierte Berkshire Hathaway sein Vorgehen allerdings nie. Ein weiterer Abbau der Position von Amazon (US0231351067) im Depot lässt aber erkennen, dass vor allem hier die Erwartungen sich eher in die Tiefe bewegt haben.
Im zurückliegenden Quartal platzierte Berkshire Hathaway nicht ganz acht Millionen Amazon-Aktien an den Märkten und reduzierte damit die eigene Position um 77 Prozent. Damit scheint man goldrichtig gelegen zu haben. Denn trotz einer minimalen Erholung am Dienstag hat der Aktienkurs sich seit Jahresbeginn um knapp 13 Prozent reduziert. Die Märkte blicken immer skeptischer auf die enormen Ausgaben im KI-Segment. Amazon ließ kürzlich mitteilen, im laufenden Jahr satte 200 Milliarden Dollar investieren zu wollen. Da bräuchte es schon ein sprunghaftes Wachstum, um solche Summen in absehbarer Zeit wieder einspielen zu können.
Kein Abbau bei Alphabet
Von Alphabet (US02079K1079) scheint das Konglomerat sich noch mehr zu erhoffen. Dort baute Berkshire Hathaway erst im dritten Quartal eine milliardenschwere Beteiligung auf und ließe diese nun unangetastet. Dabei erhöht die Google-Mutter bei ihren KI-Investitionen ebenfalls das Tempo, vielleicht sogar noch etwas stärker als Amazon. Analysten sehen das Unternehmen aber im Vorteil und rechnen fest damit, dass trotz der Ausgaben im laufenden Jahr ein positiver Cashflow erreicht werden kann.
Im Vorteil ist Alphabet nicht zuletzt deshalb, weil das Unternehmen seine KI-Chips selbst herstellt, und das in einem deutlich größeren Umfang als Amazon. Beim Ausbau von Rechenzentren müssen daher keine astronomischen Margen von Nvidia mitbezahlt werden. Um hohe Preise beim Auftragsfertiger TSMC kommt der Konzern allerdings nicht herum. Die Alphabet-Aktie schlägt sich, verglichen mit anderen Vertretern des Segments, recht gut. Für grüne Vorzeichen im Jahr 2026 reicht es bisher zwar nicht. Verluste von 3,5 Prozent sind aber eher überschaubar und im Jahresvergleich sind noch Aufschläge von gut 60 Prozent zu bewundern.
Beispielhaft?
Es scheint dabei zu bleiben, dass die Investmententscheidungen von Berkshire Hathaway großen Einfluss an den Märkten hinterlassen und manchen Anleger zum Nachahmen animieren. Ob es dabei auch in Zukunft bleibt, wenn Warren Buffet für Anpassungen im Depot nicht länger verantwortlich ist, das lässt sich nur abwarten. Allerdings ist er schon seit Langem nicht mehr alleine dafür zuständig, wohin die schwindelerregenden Barreserven fließen und wohin nicht.
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19.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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