Schweiz erkauft sich Zolldeal, Preisexplosion bei Samsung und Clariant baut Produktion in Europa ab - BÖRSE TO GO
Schweiz zahlt 200 Mrd. Franken und bekommt Zoll-Deal mit Trump
Die Schweiz hat sich ein Zollabkommen für 200 Mrd. Franken erkauft. Nach der persönlichen Niederlage von Karin Keller-Sutter konnte nun der Wirtschaftsminister einen Deal mit Trump erreichen. Preisexplosion bei Speicherchips. Samsung hebt aufgrund des AI-Booms die Preise für leistungsfähige Chips um bis zu 60 % an. Clariant expandiert in China und schließt 2026 das letzte Werk in der Schweiz. Hohe Steuern und Abgaben zerstören die Wettbewerbsfähigkeit der Chemiebranche in Europa.
Im asiatischen Aktienhandel überwiegen zum Wochenauftakt die Verluste. Insbesondere die chinesischen Benchmarks stehen unter Abgabedruck, während der Nikkei 225 Index mit einem kleinen Minus von -0,10 % bei 50.325,50 Punkten schloss. Der KOSPI stemmt sich gegen den Trend und kletterte um 1,94 % auf 4.089,25 Punkte. Der Terminmarkt ist vor Börseneröffnung zweigeteilt. Während die US-Aktienindex-Futures deutlich zulegen können, wird der DAX-Future (Dezember) bei 23.921,30 Punkten (-0,07 %) gehandelt.
Frankfurt erlebte in der vergangenen Woche eine leichte Erholung auf der ganzen Breite. Nach den vorangegangenen Verlusten konnten nun wieder alle deutschen Benchmarks steigen, wobei der SDAX den stärksten Rebound mit einem Wochenplus von 2,34 % auf 16.148,75 Punkte erlebte. Unterstützt wurde der Small Cap Index dabei vor allem von den Aktien von Nagarro (DE000A3H2200), die nach einem starken Quartalsbericht um 29,15 % auf 58,35 Euro explodierten. Der MDAX stieg um 2,15 % auf 29.412,36 Punkte und der TecDAX verbesserte sich um 1,99 % auf 3.534,64 Punkte. Der DAX bildete das Schlusslicht mit einer Wochenperformance von 1,30 % auf 23.876,55 Punkte.
New York pendelte hingegen um die Schlusskurse der vorletzten Woche herum. Keine amerikanische Benchmark verzeichnete eine nennenswerte Performance in der vergangenen Woche. Der Dow Jones Industrial Average Index verbesserte sich am stärksten und stieg nur um 0,34 % auf 47.147,48 Punkte, während der S&P 500 Index nahezu unverändert bei 6.734,11 Punkten (+0,08 %) schloss. Der Nasdaq 100 Index gab leicht um -0,21 % auf 25.008,24 Punkte nach.
Schweiz erkauft sich US-Zoll-Abkommen
Nach dem verheerend schlechten Ausgang der Zollverhandlungen durch Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter schaffte nun der Wirtschaftsminister Guy Parmelin einen akzeptablen Deal. Keller-Sutter hatte es nicht geschafft, einen Dialog mit US-Präsident Trump aufzubauen, woraufhin die Schweiz im Kreis der OECD mit einem Zoll von 39 % zu den am stärksten belasteten Ländern zählte. Trumps Kritik: Keller-Sutter hört nicht zu. Diesen wirtschaftlichen Nachteil konnte Parmelin nun vom Tisch nehmen und die Zolllasten für die Schweiz auf 15 % drücken. Um diesen Deal zum Erfolg zu bringen, der allerdings noch nicht vom Parlament bestätigt ist, bürdet Bern seinen Unternehmen eine hohe Last auf. Die Schweizer Unternehmen müssen insgesamt 200 Mrd. Franken in den USA investieren. Gleichzeitig muss die Schweiz Lebensmittelimporte aus den USA akzeptieren, die man bisher abgelehnt hatte.
Preisexplosion bei Samsung
Am Markt für hochleistungsfähige Speicherchips beginnt sich ein Engpass zu ergeben. Samsung (KR7005930003) hatte im Oktober die monatlichen Preisanpassungen für Speicherchips verzögert und präsentierte nun Preiserhöhungen von bis zu 60 % im Vergleich zum September. Das bezieht sich insbesondere auf Hochleistungsspeicherchips, die bei AI-Rechenzentren benötigt werden. Die Nachfrage ist inzwischen so hoch, dass das Angebot nicht mehr ausreicht. Entsprechend erhöhte Samsung - und auch die Konkurrenz - die Preise für die begehrtesten Speicherchips erheblich. So stieg beispielsweise der Preis für 32 Gigabyte DDR5 Speicherchipmodule von 149 US-Dollar im September auf nun 239 US-Dollar je Stück. Als Reaktion auf die hohe Nachfrage hat Samsung angekündigt, dass man in Südkorea eine weitere Produktionslinie für Speicherchips aufbauen wird. Ein Seiteneffekt ist, dass die hohe Nachfrage der AI-Unternehmen dazu führt, dass die restlichen Chipkäufer auf weniger leistungsfähige Chips ausweichen und dort nun die Preise zu treiben beginnen.
Clariant: Produktionsabbau in Europa
Die Warnungen aus der Chemie-Branche werden immer lauter und schriller. Die anhaltend hohen Energiepreise, deren Anstieg im Wesentlichen auf höheren Steuern und staatlichen Abgaben besteht, machen das Geschäft Stück für Stück unrentabel. Hinzu kommen ausufernde Personalkosten. Die Schweizer Clariant (CH0012142631) warnte vor diesem Hintergrund, dass man neue Produktionskapazitäten in China aufbauen wird, wo man wettbewerbsfähig produzieren kann. Die Produktion in Europa werde hingegen weiter abgebaut, da die steigenden Kosten nicht mehr zu tragen sind. CEO Conrad Keijzer gab eine klare Prognose und erwartet, dass der Anteil des chinesischen Marktes am Umsatz von 10 % auf in Zukunft 14 % steigen wird. Was das Wachstum in den kommenden fünf Jahren angeht, so erwartet Keijzer, dass allein die Hälfte davon aus China kommen wird. Insgesamt betreibt Clariant 68 Produktionsstätten weltweit. Die letzte verbleibende in Muttenz, Schweiz, wird im kommenden Jahr geschlossen. Keijzer kritisiert unter anderem die CO2-Besteuerung. Anfänglich hatte die Politik versprochen, dass die ganze Welt mitzieht. Der heutige Stand ist jedoch, dass nur Europa seine Unternehmen mit dieser Sondersteuer belastet, während die anderen Wirtschaftsregionen davon absehen, die Wettbewerbsfähigkeit ihrer eigenen Unternehmen zu beschädigen. Ganz im Gegenteil: Große Konkurrenten wie China geben Branchen, die wichtig für die Entwicklung des Landes sind, besonders günstige und subventionierte Energie.
Tagestermine
Zur Börseneröffnung erwarten wir die vorläufigen BIP-Daten aus der Schweiz für das 3. Quartal. Eine Prognose liegt nicht vor. Im 2. Quartal veränderte sich die Wirtschaftsleistung nur um 0,1 %.
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17.11.2025 - Mikey Fritz

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