Niklas Östberg gibt dem zunehmenden Druck nach und verkündet seinen Abschied als CEO von Delivery Hero
Die Anleger hoffen nun auf stärkere Zeiten bei Delivery Hero
Schon seit Längerem übt der Großaktionär Aspex heftige Kritik an Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg und fordert den Rücktritt des Gründers. Nun ging alles ganz schnell. Am Montag meldete Aspex, den eigenen Anteil von rund zehn auf 15 Prozent erhöht zu haben. Darauf folgte am Dienstag nun die offizielle Ankündigung zu Östbergs Rücktritt.
Ob dies im Zusammenhang mit der kürzlichen Erhöhung des kritischen Aktionärs Aspex liegen mag, das ist der entsprechenden Mitteilung nicht zu entnehmen. Mitgeteilt wurde lediglich, dass Östberg sein Amt Ende März 2027 niederlegen wird. Die Suche nach einem Nachfolger beginnt; einen konkreten Kandidaten scheint es noch nicht zu geben.
Östberg gründete bereits im Jahr 2008 einen Lieferdienst in Schweden, aus dem 2011 das Berliner Startup RPG International Holding entstehen sollte. Jenes wurde später in Delivery Hero (DE000A2E4K43) umbenannt. Dank eines rasanten Wachstums vor allem auf dem internationalen Markt zog man schnell das Interesse der Finanzmärkte auf sich. In Deutschland war man indes weniger erfolgreich und zog sich mit der Zeit zurück.
Mittlerweile haben die Dinge sich etwas geändert. Die Zeiten des grenzenlosen Wachstums sind vorbei und die Großaktionäre fordern mehr Ertragskraft. Im vergangenen Jahr erzielte Delivery Hero bei einem Plattformumsatz von 49,2 Milliarden Euro ein Ebitda von 903 Millionen Euro. Die Marge lag bei 1,8 Prozent. Einigen Anteilseignern ist das deutlich zu wenig. Gefordert wird der Abschied aus wenig lukrativen Regionen. Denkbar ist nun, dass eben solche Pläne vorangetrieben werden dürften.
Delivery Hero: Neuer Schwung für den Kurs
Östberg wird zwar mit warmen Worten aus dem Unternehmen verabschiedet. An den Märkten scheint man aber auch ganz froh darüber zu sein, dass er nun Platz für einen Nachfolger macht. Die Delivery Hero-Aktie reagierte am Dienstag in einem schwachen Handelsumfeld mit Aufschlägen von 2,7 Prozent. Abzuwarten bleibt nun aber noch, wer in Zukunft die Geschicke des Konzerns leiten mag und ob dadurch wirklich alles besser werden mag.
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13.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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