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Rotierendes Zinskarussell – TESLA, VARTA, BYD, PLUG POWER und Co. im Erholungs-Modus, COMMERZBANK und DEUTSCHE BANK geben ab

Der Handelstag - Bericht vom 11.03.2021

NTG24 - Rotierendes Zinskarussell – TESLA, VARTA, BYD, PLUG POWER und Co. im Erholungs-Modus, COMMERZBANK und DEUTSCHE BANK geben ab

 

Wie schnell nach Tagen ausufernder Zins- und Inflationspanik an den Aktienmärkten (deren Angemessenheit wir bis zuletzt auch stets vehement bestritten hatten) und daraufhin vorangegangener Kurseinbrüche im besonders zinssensitiven Technologiesektor zwei anschließend hoch dosierte und wirksame „Zins-Beruhigungspillen“ doch sofort wieder die Aktienmärkte in einem hellen Glanz erstrahlen lassen können, war nicht nur gestern schon sehr frappierend, sondern fand ebenso auch heute nahtlos seine Fortsetzung.

 

Und dies auch vollkommen zu Recht:

 

Denn nicht nur belegte die gestern mit nur 1,3 % überraschend niedrig publizierte Kerninflationsrate in den USA (d.h. unter Ausschluss besonders volatiler Nahrungsmittel- und Öl/Gas-Preise), dass mit diesem niedrigsten Stand seit Juni 2020 - und das auch noch im Umfeld der beständig anziehenden US-Konjunktur - die so von der FED definierte „Basis-Inflation“ als zinspolitisches Steuerungsziel der in den USA auch weiterhin weit und breit kein Thema ist. Ganz im Einklang auch mit entsprechend vorangegangenen Aussagen von FED-Chef Powell selbst, die die Aktienmarktteilnehmer jedoch – warum auch immer – glaubten, in den Tagen zuvor beharrlich ignorieren zu müssen.

Und die zweite Beruhigung der zuletzt völlig unnötig strapazierten Zinsnerven der Aktienanleger lieferte schließlich heute ebenso auch die EZB, die nicht nur erwartungsgemäß die Leit- und auch sonstigen Repo-Zinsen gänzlich unverändert ließ, sondern durch ihre Vorsitzende Christine Lagarde anschließend auch zusätzlich verkünden ließ, dass für die Eurozone in 2021 zwar ein reales BIP-Wachstum von 4 % erwartet werde, die künftige Konjunkturdynamik in der EU aber noch lange von einer Inflationsrate unter 2 % begleitet werde, die die EZB wie auch die FED generell als kritische Grenze für die Einleitung möglicher Zinserhöhungsschritte ansieht.

In den USA wie auch den EU-Staaten bildeten sich die 10 Jahres-Zinsen öffentlicher Anleihen daraufhin in den letzten Tagen schlagartig wieder um fast 0,1 %-Punkte zurück (USA aktuell 1,49 %, Deutschland nun wieder - 0,36 %), so dass unter der hiermit erneuten Abschwächung des US-Dollar auf nunmehr 1,1983 EUR/USD die internationalen Aktienmärkte seit gestern nun wieder die „beste aller Welten“ in der Kombination sehr aussichtreicher Konjunktur- mit gleichzeitig nur moderaten Zinssteigerungs-Perspektiven spielen.

So weit, so gut – wäre da nur nicht noch der einzige Wermutstropfen historisch äußerst angespannter Aktienmarkt-Bewertungen, die gegenwärtig in einem KGV (2021e) - Niveau des MSCI World-Index auf einem 19 Jahres-Hoch von 20,0 zum Ausdruck kommen. Dieser aus unserer Sicht wirklich einzig kritische Faktor für die künftigen Aktienmarkt-Perspektiven ist daher auch weiterhin sehr genau im Auge zu behalten.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAber auch heute blendeten die Aktienmärkte diese „unliebsame“ Bewertungsfrage auch weiterhin beharrlich aus, so dass es kam, wie es fast kommen musste, nämlich dass der besonders zinssensitive und zuletzt am stärksten abgestürzte NASDAQ 100-Index heute erneut den größten Kurssprung mit aktuell + 2,7 % verzeichnete, gefolgt vom scheinbar nur ebenso wieder in den Rallyemodus übergehenden und ebenfalls sehr technologie-/zinssensitiven Hang Seng-Index (+ 1,7 %), dem S&P 500 (+ 1,1 %) und den traditionell auf Zinssenkungen am positivsten reagierenden kontinentaleuropäischen Märkten Spaniens, Italiens und der Niederlande mit Aufschlägen von jeweils + 0,8 %.

Die besonders exportkonjunkturabhängigen bzw. auch bankendominierten Märkte Großbritanniens (FTSE 100 - 0,3 %), der Schweiz (SMI - 0,2 %) und Deutschlands (DAX + 0,2 %) bildeten heute in dieser 180-gradigen Kehrtwende der Zinsen wie auch des EUR/USD-Kurses dagegen nun nachvollziehbarer Weise wieder die Schlusslichter unter den europäischen Aktienmärkten.

Und gerade auch dieses seit 2 Tagen erneut erheblich gewandelte Zins- und Währungsmuster spiegelte sich natürlich auch sofort wieder in entsprechenden Aktiensektor- und Einzelaktien-Rotationsbewegungen wider.

So setzte sich, schon beginnend mit dem heutigen sehr freundlichen Handelsgeschehen in Asien (auch Nikkei 225 + 0,6 %), die bereits seit gestern Nachmittag mit Publikation der US-Inflationsdaten vor allem gesehene fulminante Kurserholung im Sektor alternativer Energie- und Fahrzeugantriebs-Spezialisten weiter hoch dynamisch fort, wobei z.B. der ADR von JinkoSolar (US47759T1007) um + 9,9 %, Ballard Power (CA0585861085) um + 9,3 %, Plug Power (US72919P2020) um + 8,1 %, BYD (CNE100000296) um + 5,6 %, Varta (DE000A0TGJ55) um + 4,5 % und schließlich Tesla um + 3,2 % (US88160R1014) durch die Bank weg kräftig zulegten.

Dem gegenüber verzeichneten gerade europäische Banktitel nach den mäßigenden Zinssignalen der EZB heute sofort wieder eine Underperformance (Banken sind über ihre Zinsmargen generell eher Profiteure steigender Zinsen, siehe deren Aktienrallye der Vortage), auch wenn z.B. die Deutsche Bank (DE0005140008) noch recht moderat nur um - 1,6 % und die Commerzbank (DE000CBK1001) um - 1,7 % einbüßten.

Es bleibt nun abzuwarten, in welche Richtung das Zins- und damit auch Aktiensektoren-Pendel künftig weiterhin ausschlagen werden. Die für die Aktienmärkte positiven Chancen, dass Zinsauftriebe auch in den kommenden Wochen bis Monaten generell eher nur moderat bleiben werden, haben sich aus unserer Sicht seit vorgestern jedoch wieder deutlich verbessert.

 

11.03.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 

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